Eckhard Bieger

Ich schreibe für explizit.net, weil es eine katholische Präsenz im Internet geben muss, die nicht Kirchenberichterstattung ist, weil die katholische Tradition die Philosophie und damit das Argument schätzt, weil eine weltweite Kirche zu wenig im Bewusstsein in Deutschland präsent ist, weil es Vieles gibt, was man in den Medien nicht findet, jedoch notwendig ist, um Vorgänge nicht nur von ihrer Oberfläche her zu verstehen. explizit.net will jungen Leuten helfen, als Journalisten im Internet ihr Auskommen zu finden.

Ich bin kurz vor dem II. Weltkrieg geboren, seit 1959 Mitglied des Jesuitenordens und habe mich mein Berufsleben lang mit Medien beschäftigt – bis 2003 mit dem Fernsehen und ab dann mit kath.de.

Beiträge von Eckhard Bieger

Kath.de-Kommentar: Die Studentengeneration der Zögernden

(explizit.net/ Kath.de) Unentschiedenheit und Elternfürsorge

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Das Wintersemester hat begonnen. Noch mehr Studenten kommen an die Universität. Mit etwa 500.000 Neuanfängern kann man rechnen. Da in den meisten Bundesländern die Abiturprüfungen zeitlich so liegen, dass die Abiturienten nicht mehr den Einstieg in das Sommersemester schaffen, gibt es im Herbst sehr viel mehr Erstsemester. Welche Generation kommt zum Studium, welche Erwartungen können an die künftigen Lehrer, Ärzte, Geschäftsführer, Pfarrer gestellt werden? Das hier aus vielen Beobachtungen zusammengestellte Mosaik zeigt wenige Konturen.

Limburger Medien-Hype

(explizit.net) Medien-Kolumne: Wie man die Aufmerksamkeit für ein 31. Millionen-Projekt immer mehr steigern konnte

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Ganz Deutschland ist über ein Bauvorhaben erregt, das bei weitem nicht den Umfang des Berliner Flughafens oder von Stuttgart 21 erreicht. Es ist im Unterschied zu diesen Projekten sogar fertiggestellt und hat ganze 31 Millionen gekostet. Wie schafft man es, mit einem solchen vergleichsweise harmlosen Projekt zu einem ARD-Brennpunkt und einer ZDF-Sondersendung in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu den Nachrichten zu kommen? Kirchliche Würdenträger vermuten eine abgekartete Medienstrategie gegen die Katholische Kirche. Aber können die Medien, ohne Mithilfe der Limburger Akteure, eine solche Aufmerksamkeit erzwingen, die die Bauten auf dem Domberg nicht nur unter den Angehörigen dieses Bistums, sondern unter den Katholiken der Republik zu einem Dauerthema werden ließ. Die Medien, vor allem die FAZ, befeuern mit immer neuen Informationen, "Enthüllungen" das Gespräch.

Strukturwandel der Kirche in Frankreich

Bei einem internationalen Treffen europäischer Länder, das sich mit dem missionarischen Gebet befasste, wurde deutlich, dass sich auch die bisher noch von einer katholischen Kultur geprägten Länder wie Malta und Portugal große Schwierigkeiten haben, die Jungend in die bisherige kirchliche Kultur, die religiöse Sprache und die Liturgie der Pfarreien zu integrieren. Nicht zuletzt die Auslandsaufenthalte lassen eine Jugend zurückkehren, die auf der Suche nach einer anderen Spiritualität ist. Fast alle Länder finden daher zu wenig junge Menschen, die die bisherige Seelsorge fortführen wollen. Das führt wie in Deutschland zur Anpassung der bisherigen Seelsorgsstrukturen an die veränderte Personalsituation. Während die deutsche Kirche das noch durch ihre finanzielle Situation abfedern kann, ist die Situation in Frankreich noch kritischer.

Frédéric

Fornos, Leiter des "Apostolate de la Prière", sieht drei Reaktionsmuster in der französischen Kirche.

Religiöser Ort: Kloster Arnstein

(explizit.net) Hoch über der Lahn

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Aus der Burg wurde ein Prämonstratenser-Kloster, als 1139 Ludwig III., Graf von Arnstein, seinen Herrschaftssitz aufgab, das Kloster gründete und dort selbst eintrat. Erst um 1360 wurde die Kirche vollendet, seine Frau wurde Einsiedlerin und lebte in der Nähe des Klosters. 1803 kam es zur Auflösung der Klostergemeinschaft.

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1919 bezogen es die in Deutschland nach dem Kloster genannten Arnsteiner Patres, ein französischer Orden, der sich selbst Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens nennt.

Reue, Schmerz, Umkehr: Volkes Stimme verlangt es

(explizit.net/ Kath.de)Die Bundestagswahl hat wie eine Weltmeisterschaft Sieger und Besiegte hinterlassen. Vor den Augen aller führen die Partien ihre Freudentänze wie auch ihre Selbstreinigungsprozesse vor. Ehe man mit Häme über die FDP herfällt, sollte man sich abschauen, wie die Protagonisten es machen. Denn wie die Spitzenpolitiker muss jeder Bürger mit Fehlern, versäumten Entwicklungen, falschen Koalitionen und Vergleichbarem umgehen. Auch hat jeder von uns wie die Parteien Zuschauer, die beobachten, wie wir mit Niederlagen fertig werden. Anders als die Fußballklubs können wir nicht einfach die Trainer auswechseln oder meist auch nicht Geld aus der Schatulle holen, um neue Spieler einzukaufen.

Scharia – Zwangssystem oder Idee einer Gesellschaftsordnung

Mit dem Begriff „Scharia“ verbindet sich im Westen die Vorstellung, dass eine Gesellschaft nach einem im 7. Jahrhundert entstandenen Gesetzeswerk geordnet und zugleich der religiösen Autorität unterworfen werden soll. Wenn dem so wäre, dann könnte es mit Muslimen nur schwer einen Dialog über die Ordnung der Gesellschaft geben, denn, so wird befürchtet, werden diese jeweils auf eine Rechtsnorm verweisen, die unmittelbar von Gott erlassen und damit nicht diskutierbar ist. Die Entwicklung in den arabischen Staaten nach der Arabellion scheint diesem Verständnis Recht zu geben. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die islamischen Staaten toleranter waren als die christlichen.

Dialog mit dem Islam

Das Gottesbild ist anders

(explizit.net) Der Dialog mit dem Islam wird auf vielen Ebenen geführt, auch vom Vatikan selbst. Ziel des Dialogs, so hat es Benedikt XVI. in seiner letzten Weihnachtsansprache 2012 vor der römischen Kurie gesagt, ist nicht nur gegenseitiges Verstehen, sondern auch die Reinigung der eigenen Glaubensvorstellungen. Dabei findet der Dialog zwischen Partnern statt, die sich beide zu einem Gott bekennen. Wie aber sehen sie das Verhältnis zwischen Gott und Mensch:

Bestrafung der Gotteslästerer

Blasphemie zwischen liberaler Meinungsfreiheit und den Ansprüchen des Islam

Wenn eine Gesellschaft sich als säkular versteht, das Heilige aus der Öffentlichkeit in das Private abgeschoben wird, dann gibt es kaum noch Gerichtsverfahren wegen Gotteslästerung oder religiöser Verunglimpfung. Jedoch fordert der Islam die Unantastbarkeit des Heiligen. Es stehen religiöse Vorstellungen dahinter, die das Christentum überwunden hat. Im Rahmen eines juristischen Fachgesprächs legten der Mediävist Prof. Arnold Angenendt und der Jurist, Prof. Fabian Wittreck im Haus am Domin Frankfurt die Grundzüge dar, wie religiös und juristisch mit Gotteslästerung umgegangen wurde.

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