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		<title>Aktuelles von explizit.net</title>
		<link>http://www.explizit.net</link>
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		<language>de-de</language>
		
			<copyright>explizit.net</copyright>
		
		<pubDate>Sat, 15 Aug 2026 17:31:05 +0200</pubDate>
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					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-2698</guid>
						<pubDate>Fri, 31 Jul 2026 10:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Enzyklika &quot;Magnificat humanitas&quot; als Broschüre und Hörbuch erschienen</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/enzyklika-magnificat-humanitas-als-broschuere-und-hoerbuch-erschienen/</link>
						<description>Wie die Deutsche Bischofskonferenz mitteilte, ist die Enzyklika &quot;Magnificat Humanitas&quot; von Papst Leo XIV. in deutscher Sprache als Broschüre über die DBK- Website verfügbar. Zudem bietet Vatican News das päpstliche Lehrschreiben zum Thema Künstliche Intelligenz als Hörbuch in deutscher Sprache als Podcast und als USB-Stick an. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p>&quot;Die am 25. Mai 2026 veröffentlichte erste Enzyklika von Papst Leo XIV. mit dem Titel <em>Magnifica humanitas – Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz</em>  ist ab sofort als gedruckte Broschüre in der Reihe „Verlautbarungen des  Apostolischen Stuhls“ des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz  verfügbar&quot;, so lautet die Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 29. Juli.&nbsp;<br /><br />Auf dieser <strong><a href="https://www.dbk-shop.de/de/publikationen/verlautbarungen-apostolischen-stuhls/enzyklika-magnifica-humanitas-papst-leo-xiv-bewahrung-menschen-zeitalter-kuenstlichen-intelligenz.html" target="_blank">DBK-Website</a> </strong>kann die autorisierte deutsche Übersetzung als PDF heruntergeladen oder als gedruckte Broschüre für eine kleine Gebühr zum Postversand über den Partner Butzon und Bercker bestellt werden.&nbsp;<br /><br /><strong>Papst-Enzyklika ist auch als deutsches Hörbuch verfügbar<br /><br /></strong>&quot;Die deutschsprachige Redaktion von Vatican News hat die erste Enzyklika  von Papst Leo XIV. mit dem Titel 'Magnifica humanitas' vollständig als  <strong>Audiobook </strong>produziert. Es steht auf der Podcast-Plattform von Vatican  News sowie auf den Streaming-Plattformen <strong><a href="https://open.spotify.com/show/033EYYn8OPS6ZUQxMoG6Ba" target="_blank">Spotify</a> </strong>und <strong><a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;source=web&amp;rct=j&amp;opi=89978449&amp;url=https://podcasts.apple.com/de/podcast/magnifica-humanitas-audiobook/id6784596570&amp;ved=2ahUKEwiU3dbE2_qVAxU3SfEDHZ6HIRcQFnoECBoQAQ&amp;usg=AOvVaw2nGUkR8guTi-19sHE5Ozs3" target="_blank">Apple-Podcast</a> </strong>zur  Verfügung. Der Freundeskreis von Radio Vatikan stellt das Hörbuch  außerdem auf einem <strong>USB-Stick</strong> zur Verfügung&quot;, dies teilte Vatican News bereits am 25. Juni 2026 mit.&nbsp;<br /><br />Zudem besteht über den Freudeskreis von Radio Vatikan die Möglichkeit, eine Doppel-CD zu bestellen, auf der die <strong>Radio-Akademien zur Enzyklika &quot;Magnificat Hmanitas&quot; </strong>aufgezeichnet sind. Beide Medien (USB-Stick und CD-ROM) können bei&nbsp;<a href="https://www.vaticannews.va/editor.html/content/vaticannews/de/papst/news/2026-06/cd@vaticannews.de" target="_blank">cd@vaticannews.de</a>&nbsp;bestellt werden. Die Bestellung ist kostenlos, eine Spende an den Freundeskreis von Radio Vatikan wird erbeten.&nbsp;<br /><br /><strong>In dieser Woche sind in der kath.de - Redaktion der USB-Stick und die CD-Rom eingetroffen. Eine Rezension dazu wird in einem separaten Beitrag auf <a href="https://explizit.net/monatsthema/">explizit.net</a> veröffentlicht werden.&nbsp;</strong><br /><br />Quellen:<br /><a href="https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/enzyklika-magnifica-humanitas-von-papst-leo-xiv-als-broschuere-erschienen" target="_blank">https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/enzyklika-magnifica-humanitas-von-papst-leo-xiv-als-broschuere-erschienen</a>&nbsp;<br /><br /><a href="https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-06/papst-leo-xiv-enzyklika-magnifica-humanitas-hoerbuch-audiobook.html" target="_blank">https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-06/papst-leo-xiv-enzyklika-magnifica-humanitas-hoerbuch-audiobook.html</a>&nbsp;<br /><br /><em>Christian Schnaubelt<br />(Chefredakteur und Herausgeber von explizit.net und kath.de)</em></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Monatsthema</category>
							
								<category>Medien</category>
							
						
						
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						<pubDate>Fri, 24 Jul 2026 10:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Apostolischer Nuntius in Deutschland hat seinen Dienst angetreten</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/apostolischer-nuntius-in-deutschland-hat-seinen-dienst-angetreten/</link>
						<description>Am 23. Juli überreichte Erzbischof Dr. Hubertus van Megen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin das Beglaubigungsschreiben von Papst Leo XIV. &quot;Mit diesem diplomatischen Akt hat Erzbischof van Megen sein Amt als Vertreter des Heiligen Stuhls in der Bundesrepublik Deutschland offiziell angetreten (...) und folgt damit auf Erzbischof Dr. Nikola Eterovic&quot;, wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) mitteilte.  </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><span dir="auto">Die Deutsche Bischofskonferenz teilte ferner mit:</span><br /><span dir="auto"><br />&quot;Erzbischof  van Megen war zuvor Apostolischer Nuntius in Kenia und im Südsudan  sowie Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten  Nationen in Nairobi. Bereits seit 1994 steht er im diplomatischen Dienst  des Heiligen Stuhls.&quot;<br /><br /></span><span dir="auto">Erzbischof Dr. Hubertus van Megen &quot;folgt auf Erzbischof  Dr. Nikola Eterovic, der den Heiligen Stuhl seit  2013 in Deutschland  vertreten hatte und im April in den Ruhestand  verabschiedet worden war.&quot;</span><br /><br />Weitere Informationen zum neuen Apostolischen Nuntius in Deutschland gibt es auf der <a href="http://www.nuntiatur.de/nuntius.html" target="_blank">Nuntiatur-Website</a>.&nbsp;<br /><br />Auf der <a href="https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/nuntius-van-megen-folgt-auf-nuntius-eterovic" target="_blank">DBK-Website</a> gibt es zudem ebenfalls weitere Informationen zum neuen Nuntius in Deutschland.&nbsp;<br /><br />Das Foto unseres Partnerportals <a href="http://www.kath.de" target="_blank">www.kath.de</a>&nbsp;ist am 21. Juni bei der Einführung vom Bischof Heiner SCJ Wilmer auf dem Platz vor dem St. Paulus-Dom in Münster entstanden. Das Portal Kath.de wird dem neuen Nuntius Erzbischof van Megen voraussichtlich im September - im Rahmen einer GKP - Journalistenreise - in Berlin begegnen.&nbsp;<br /><br /><em>Christian Schnaubelt<br />(Chefredakteur und Herausgeber von explizit.net und kath.de)</em></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Kirche</category>
							
						
						
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					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-2692</guid>
						<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 15:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Der Boomerang-Effekt zeigt, warum der Mensch trotz KI wichtig bleibt</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/der-boomerang-effekt-zeigt-warum-der-mensch-trotz-ki-wichtig-bleibt/</link>
						<description>Texte auf Knopfdruck, Bilder im Sekundentakt. Doch der KI-Boom erzeugt minderwertige Qualität. Warum Journalismus und tiefgründige Recherche unverzichtbar bleiben. Ein Gastbeitrag von Jenny Musall. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><em>– ein Beitrag im Rahmen des Monatsthemas Digitalisierung und Künstliche Intelligenz der Portale explizit.net und kath.de –</em><br /><br />Am Anfang war es vielversprechend: Texte auf Knopfdruck, Bilder und Videos im Sekundentakt und das weitestgehend zum Nulltarif. Als 2023 die ersten Sprachmodelle den Markt beinahe über Nacht revolutioniert haben, hat das auch vor Unternehmen und Redaktionen nicht Halt gemacht. Diese haben gedacht, sie könnten die Erstellung von Grafiken, Videos und Texten an eine Künstliche Intelligenz (KI) abgeben. Ein Trugschluss, der sich in den nächsten Monaten/Jahren rächen wird. Denn die Kündigung von externen Texterinnen und Textern und Journalistinnen und Journalisten sorgt nur für eines: eine sinkende Qualität der erstellten Produkte. Und genau das fordern Large Language Modelle (LLMs) ein: einen hohen Standard durch eine tiefgründige Recherche, menschliche Einordnung und eine kompromisslose Qualitätskontrolle.</p>
<h2 style="mso-list:l0 level2 lfo1"><span>Scheinbare Perfektion und das Erwachen im Netz</span></h2>
<p>Durch den Einsatz von KI-Modellen wie Gemini, Claude oder ChatGPT ist die Erstellung von Content deutlich einfacher und schneller geworden. Ein Fakt, der sich nicht abstreiten lässt. Moderne LLMs verfügen inzwischen über einen großen Wortschatz und anhand von Wahrscheinlichkeiten können sie auch die passende Formulierung finden. So ist der finale Output oftmals nicht von menschlichen Texten zu unterscheiden. Nur wer tagtäglich mit diesen Modellen arbeitet, kann unterscheiden, ob es sich um ein rein menschliches Erzeugnis handelt oder nicht. </p>
<p>Stimmt die Vorarbeit durch gezieltes Prompten und Training, klappt die Konditionierung des LLMs so gut, dass sie die sogenannte „Brand Voice“, also die Stimme des Unternehmens/Autors, zu etwa 80 % gut trifft. Hier liegt allerdings die Krux begraben. Aufgrund einer sprachlichen Eleganz erscheinen die Texte nicht oberflächlich, obwohl ihnen inhaltliche Tiefe fehlt.&nbsp;</p>
<h2 style="mso-list:l0 level2 lfo1"><span>Harte Daten: Die Quittung der großen Core-Updates</span></h2>
<p>Das haben auch Unternehmen nach der ersten Automatisierungswelle festgestellt. Plötzlich haben die Texte nicht mehr den gewünschten Tiefgang, obwohl sie sich gut lesen, und der Erfolg im Worldwideweb ist ausgeblieben. LLMs haben die Spielregeln bei Suchmaschinen und SEO-Tools verändert. Datenanalysen von großen Branchenplattformen bestätigen unabhängig voneinander einen klaren Trend:</p><ul><li style="margin-bottom:0cm" class="MsoBodyText">Ahrefs-Studie zur Sichtbarkeit: Rein KI-generierte Beiträge, die keinen Nutzwert (Information Gain) haben, sondern nur bestehende Webinhalte neu zusammenwürfeln, verlieren nach großen Core-Updates drastisch an Sichtbarkeit.</li><li style="margin-bottom:0cm" class="MsoBodyText">Semrush-Daten zu EEAT: Stabile Rankings erfordern eine strikte Erfüllung der Kriterien Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit (EEAT-Formel). KI kann ein theoretisches Wissen simulieren, aber keine Beobachtungen aus der Praxis einbringen.</li><li style="margin-bottom:0cm" class="MsoBodyText">Ubersuggest-Erkenntnisse zur Interaktion: Händisch optimierte und menschlich kuratierte Inhalte erzielen eine signifikant höhere Verweildauer (Dwell-Time) und deutlich bessere Interaktionsraten als ein ungefilterter KI-Content.</li></ul><p>Dass diese Entwicklungen nicht ohne Konsequenzen bleiben, ist logisch. Inzwischen rudern Unternehmen schrittweise zurück. Sie erkennen, dass ihre Inhalte einen menschlichen Experten oder Expertin benötigen, um weiterhin in Suchmaschinen sichtbar zu bleiben. Texterinnen und Texter und Spezialistinnen und Spezialisten, die KI als strategisches Werkzeug benutzen, gewinnen immer mehr an Relevanz auf dem Markt. Denn eine KI kann die besten Ergebnisse liefern, aber was soll getan werden, wenn diese nicht zum Unternehmen passen oder gar auf falschen Informationen beruhen?</p>
<p>Seit Google die „AI-Overwies“ im DACH-Raum im März 2025 ausgerollt hat, hat sich die Websuche auch verändert. Wobei der Konzern schon lange vor diesem großen Core-Update festgestellt hat, dass der User und die Userin immer konkreter und nicht mehr nur nach einzelnen Begriffen suchen. Entsprechend war das Update aus März 2025 nur ein logischer Schritt, um die Suche zu erleichtern und den User schneller ans Ziel zu bringen. Die Userin und der User suchen immer öfter über KI-Assistenten wie Gemini, ChatGPT und Claude. Oberflächlicher Content verliert daher an Bedeutung und wird gar nicht in den „AI-Overwies“ angezeigt.</p>
<h2 style="mso-list:l0 level2 lfo1"><span>Die Zeitenwende in der Websuche: Von SEO zu GEO</span></h2>
<p>Statt SEO (Search Engine Optimization) ist nun GEO (Generative Engine Optimization) das neue Gebot, um im Web gefunden zu werden. Für den Content-Creator und -Creatorin, egal, ob Texter und Texterin oder Unternehmen, hat das ebenfalls weitreichende Folgen. Inhalte dürfen nicht mehr als oberflächliches Massenprodukt erstellt werden. Gefragt ist qualifizierter Journalismus, der in die Tiefe geht, (exklusive) Daten liefert und strukturelle Analysen bietet.</p>
<p>Warum die menschliche Intelligenz in Form eines journalistischen Kurators bzw. Kuratorin unverzichtbar bleibt, zeigt ein Blick auf die technischen Grenzen. LLMs greifen oftmals auf statistische Wahrscheinlichkeitsdaten oder mit Verzögerung aktualisierte Trainingsdaten zurück. Fragt man beispielsweise Gemini nach dem aktuellen Oberhaupt der katholischen Kirche, ist die KI der festen Überzeugung, dass Papst Franziskus immer noch im Amt sei, was nachweislich nicht der Fall ist. Das System gewichtet die jüngsten Ereignisse im Live-Kontext also falsch. Hier ist also Vorsicht geboten und die KI muss händisch mit Belegen entsprechend korrigiert werden.</p>
<h2 style="margin-left:0cm;text-indent:0cm;mso-list:none;tab-stops:35.4pt"><span>Technische Grenzen und die Verantwortung der Journalistinnen und Journalisten</span></h2>
<p>Außerdem bewertet eine KI-Daten rein statistisch und nicht im Kontext. Ihr fehlen Empathie, moralisches Gespür und das Vermögen, komplexe, gesellschaftliche Themen ethisch einzuordnen. Eine gründliche, journalistische Recherche ist daher Pflicht und kein Relikt der Vergangenheit, sondern die wichtigste Lebensversicherung für Qualitätsmedien und Marken im KI-Zeitalter.</p>
<p>Das Berufsbild des Journalisten und der Journalistin sowie des Autors und der Autorin stirbt daher nicht aus, sondern es verändert sich. Auch wenn die Content-Erstellung einfacher und effizienter wird, verschiebt sich dennoch das Tätigkeitsfeld von der reinen Schreibarbeit hin zur strategischen Datenaufarbeitung, der investigativen Recherche und finalen Qualitätskontrolle. Eine KI ist ein hervorragender Assistent, aber die Deutungshoheit und die Verantwortung für die Wahrheit bleiben beim Menschen. </p>
<p>Quellen:&nbsp;<br /><br />Ahrefs: <a href="https://ahrefs.com/blog/websites-using-ai-content-grow-faster/" target="_blank">https://ahrefs.com/blog/websites-using-ai-content-grow-faster/</a> ; <a href="https://ahrefs.com/blog/ai-seo-statistics/" target="_blank">https://ahrefs.com/blog/ai-seo-statistics/</a>&nbsp;</p>
<p>Semrush: <a href="https://www.semrush.com/blog/ai-seo-statistics/" target="_blank">https://www.semrush.com/blog/ai-seo-statistics/</a> ; <a href="https://www.semrush.com/blog/ai-search-seo-traffic-study/" target="_blank">https://www.semrush.com/blog/ai-search-seo-traffic-study/</a>&nbsp;</p>
<p>Ubersuggest: <a href="https://neilpatel.com/marketing-stats/ai-vs-human-content-traffic/" target="_blank">https://neilpatel.com/marketing-stats/ai-vs-human-content-traffic/</a> ; <a href="https://neilpatel.com/marketing-stats/visitor-time-on-site-trends/" target="_blank">https://neilpatel.com/marketing-stats/visitor-time-on-site-trends/<br /></a><br /> <em>Jenny Musall<br /> (freie Journalistin aus Bochum)</em></p>
<p>Hinweis: Die Portale explizit.net und kath.de berichten in mehreren  Beiträgen über die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Rubrik Monatsthema&nbsp;<a href="https://explizit.net/monatsthema/" target="_blank">hier</a>.&nbsp;</p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Monatsthema</category>
							
								<category>Medien</category>
							
						
						
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					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-2690</guid>
						<pubDate>Sun, 28 Jun 2026 10:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Kommentar: Haltung zeigen!</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/kommentar-haltung-zeigen/</link>
						<description>In der letzten Woche ist die deutsche Übersetzung der Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV. zum Thema Künstliche Intelligenz erschienen, deren Nutzung in vielen Medien zum Alltagsgeschäft gehört. Doch ein „Experiment“ bei der italienischen Tageszeitung „Il Foglio“ zeigt: Im Journalismus sind Haltung und Empathie wichtiger als Perfektionismus und Effizienz. Doch was bedeutet dies für (katholische) Medien?</description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><em>– ein Beitrag im Rahmen des Monatsthemas Digitalisierung und Künstliche Intelligenz der Portale explizit.net und kath.de –<br /></em><br />Als das „Experiment“ der italienischen Tageszeitung „Il Foglio“ startete, berichteten Medien weltweit: Denn erstmals wurde eine Tageszeitung komplett von KI erstellt. Einen Monat lang erstellte die KI täglich einen vierseitigen Sonderteil. Das Team um Chefredakteur Claudio Cerasa fütterte die KI jeden Tag mit Prompts und übernahm die Ergebnisse der KI eins zu eins ins Blatt. „Es gab keine Überarbeitung, fehlerhafte Artikel flogen zwar raus, kleinere Fehler blieben jedoch bewusst stehen als ‚Lernmoment‘.“ Und die Ergebnisse der KI konnten sich sehen lassen, aber etwas fehlte. <br /> <br /> Denn nach der anfänglichen Euphorie, dass das Experiment mit „teilweise bestechend guten Ergebnissen“ – funktionierte, gab die Redaktion von „Il Foglio“ bereits nach einer Woche ein „ernüchterndes“ Statement ab (<a href="https://www.ilfoglio.it/il-foglio-ai/2025/03/22/news/a-first-assessment-of-foglio-ai-written-by-foglio-ai-with-a-scolding--109530" target="_blank">https://www.ilfoglio.it/il-foglio-ai/2025/03/22/news/a-first-assessment-of-foglio-ai-written-by-foglio-ai-with-a-scolding--109530</a>), welches übersetzt wie folgt lautete: <br /> <br /> <em>„Der Redaktionsgeruch fehlt, die Müdigkeit derer, die um Mitternacht abschließen, die Boshaftigkeit derer, die wissen, wo sie hinschauen müssen. Die Zeitung ist in erster Linie ein Ort. Eine zivile Auseinandersetzung. Eine Gruppe von Menschen, die sich über eine Schlagzeile streitet, sich im Chat wegen eines Nebensatzes gegenseitig beleidigt und ein Adverb verteidigt, als ginge es um die Ehre der Familie. Es ist Menschlichkeit in Spannung. Und das kann KI noch immer nicht abbilden.“<br /> <br /> </em><strong>Was war passiert?</strong> <br /> <br /> Das Problem der Redaktion von „Il Foglio“ war nicht, dass die KI nicht den besonderen Sprachstil oder die Inhalte der italienischen Tageszeitung beherrschte. Im Gegenteil: Die Texte waren zu gut, zu glatt, zu langweilig perfekt. Die „Unordnung“ in den Texten fehlte. <br /> <br /> <em>„Journalismus ist nicht nur die Kunst, gut zu schreiben, sondern es ist die Kunst zu wissen, wann man schreibt, warum man schreibt und gegen wen man schreibt. Das weiß die KI bisher nicht. Sie ist brillant, aber nicht rücksichtslos.“ (Il Foglio)</em><br /> <br /> <strong>Das KI-Experiment geht anders weiter…</strong><br /> <br /> Das Team um Chefredakteur Claudio Cerasa fasste eine spannende Entscheidung: Das Experiment wurde trotzdem als wöchentliche Beilage und auf der Zeitungs-Website als „Il Foglio AI“ fortgesetzt (<a href="https://www.ilfoglio.it/il-foglio-ai" target="_blank">https://www.ilfoglio.it/il-foglio-ai</a>), bis heute. Aber die Rolle der KI hat sich geändert: Die KI wurde vom „Content-Creator“ zum dauerhaften „Sparringspartner“ der Redaktion und ihre Inhalte fließen nun in den Redaktions-Workflow ein.&nbsp;<br /><br /> …<strong> aber spannender sind die Erkenntnisse für den Journalismus</strong><br /> <br /> Abseits der Frage der technischen Machbarkeit und der Lesbarkeit von KI-Texten hat das bis heute andauernde Experiment bei „Il Foglio“ spannende Erkenntnisse für den Journalismus erbracht, die auch in den Redaktionen von explizit.net, kath.de und hinsehen.net geteilt werden:<br /> <br /> <strong>Haltung und Empathie sind wichtiger als Perfektionismus und Effizienz<br /> <br /> </strong>Denn gerade in Zeiten, in denen KI auf Knopfdruck beliebig viele journalistische Inhalte produzieren kann, bleiben die Haltung und oftmals auch die Fakten auf der Strecke.<br /><br /> KI-Texte – auch wenn sie formal richtig sind – haben von sich aus keine eigene Meinung, keine Moral und können nicht deren Bedeutung für die Gesellschaft oder den Staat verstehen. Dadurch werden sie oft zu „Datenmüll“: austauschbar und nicht erinnerbar.<br /> <br /> <strong>Fazit: KI als „Sparringspartner“, aber nicht als Redakteur<br /> <br /> </strong>Daher bleibt es dabei: Artikel bei explizit.net – und bei unserem Partnerportalen kath.de und hinsehen.net– werden weiterhin von Menschen geschrieben, KI ist nur &quot;Assistent&quot; (z.&nbsp;B. bei Recherchen, Übersetzungen, Rechtschreibkontrolle). Dazu haben Redaktionsmitglieder und Autor:innen bereits im Frühjahr 2024 eine „Selbstverpflichtung“ beschlossen, die am 27. Juni 2026 von publicatio e.V. in Frankfurt bekräftigt wurde.&nbsp;&nbsp;<br /> <br /> Und dies machen wir nicht nur wegen der besseren Lesbarkeit der Texte. Denn wenn ausgebildete Journalist:innen Texte veröffentlichen, übernehmen sie – anders als die KI – eine rechtliche, ethische und moralische Verantwortung für die Texte und deren Quellen.<br /> <br /> Und noch entscheidender: Menschliche Autor:innen schreiben mit Empathie und nehmen eine Haltung ein – oder sollten dies zumindest nach dem beruflichen Ethos tun. &nbsp;Und gerade in Zeiten von „Fake News“ und „Deep Fakes“ ist Haltung zeigen angesagt!<br /> <br /> <strong>„Überlebenselixier“ für Qualitätsjournalismus<br /> <br /> </strong>Qualität und Transparenz werden nach Sicht des Autors zum „Überlebenselixier“ für den Qualitätsjournalismus werden. Künstliche Intelligenz kann dabei ein guter „Sparringspartner“ wie bei der Zeitung „Il Foglio“ sein, aber kein gleichwertiger Redakteur. <br /> <br /> Als (katholische) Medienschaffende sollten wir uns selbstkritisch die Fragen stellen: <br /> <br /> <strong>Nehmen wir eine Haltung ein und imitieren wir nur eine Haltung, die Klicks bringt?<br /> <br /> Bauen wir Brücken und rüsten wir unsere Sprache ab (Papst Franziskus)? <br /> <br /> Und inwieweit kann uns KI helfen, ohne dabei die Menschlichkeit zu verlieren (Papst Leo XIV.) und uns auch das „Unordentliche“ (Il Foglio) zu bewahren?</strong> <strong><br /> <br /> </strong>Lesetipp:<br /> <a href="https://www.kath.de/kommentar/2026-01-01-2026-ki-als-chancenbringer-aber-kein-heilsbringer" target="_blank">https://www.kath.de/kommentar/2026-01-01-2026-ki-als-chancenbringer-aber-kein-heilsbringer</a><em> <br /> <br />Ein Kommentar von Christian Schnaubelt (Chefredakteur und Herausgeber von explizit.net und kath.de).&nbsp;</em></p>
<p>Hinweis: Die Portale explizit.net und kath.de berichten in mehreren Beiträgen über die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in den Monaten Mai / Juni 2026 <a href="https://explizit.net/monatsthema/" target="_blank">hier</a>.&nbsp;</p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Monatsthema</category>
							
								<category>Medien</category>
							
						
						
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					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-2689</guid>
						<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 10:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Sievert: &quot;Künstliche Intelligenz ist im kirchlichen Alltag angekommen&quot;</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/sievert-kuenstliche-intelligenz-ist-im-kirchlichen-alltag-angekommen/</link>
						<description>Prof. Dr. Holger Sievert von der Macromedia-University stellt in diesem explizit.net / kath.de - Interview die Ergebnisse der Studie „DiRK 2026 – Digitalisierung im Raum der Kirchen“ vor und geht dabei insbesondere auf das Thema &quot;Künstliche Intelligenz&quot; und die Verbindungen zur Enzyklika &quot;Magnificat Humanitas&quot; von Papst Leo XIV. ein. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><em>– ein Beitrag im Rahmen des Monatsthemas Digitalisierung und Künstliche Intelligenz der Portale explizit.net und kath.de –</em><br /><strong><br />Frage: Herr Prof. Sievert, auf dem Katholikentag 2026 in Würzburg  haben Sie die <a href="https://www.vrk.de/vrk/kirche-caritas-diakonie/sponsorings/digitalisierung-im-raum-der-kirchen.html" target="_blank">Studie „DiRK 2026 – Digitalisierung im Raum der Kirchen“</a>  vorgestellt. Was sind die Kernergebnisse, auch im Vergleich zur  Vorgängerstudie?</strong>   </p>
<p>    <strong>Prof. Dr. Holger Sievert:</strong>&nbsp;Die Daten unserer aktuellen  Untersuchung liefern in der Tat sehr viele und differenzierte  Erkenntnisse. Ein wesentliche Kernergebnis lässt sich so zusammenfassen:  Die Kirchenmitglieder agieren in ihrer Lebensrealität deutlich  digitaler als die Kirche als Institution. Die Menschen nutzen das  Internet und soziale Medien heute ganz selbstverständlich – und zwar  flächendeckend über alle Altersgruppen hinweg. Im Vergleich zur  Vorgängerstudie von 2024 zeigt sich, dass sich diese Schere weiter  geöffnet hat. Die Gläubigen in den Gemeinden sind der offiziellen Kirche  beim Thema Digitalisierung oft weit voraus. Die kirchliche Institution  hinkt mit ihren eigenen Angeboten hinterher. Zudem fehlt es laut Aussage  der Befragten vielerorts an einer klaren Digitalstrategie, weshalb  viele digitale Projekte eher zufällig oder rein durch das persönliche  Engagement Einzelner entstehen.   </p>
<p>    <strong>Frage: Papst Leo XIV. hat am Pfingstmontag seine <a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html" target="_blank">Enzyklika  „Magnifica Humanitas“</a> zum Thema Künstliche Intelligenz veröffentlicht.  Was sind die Ergebnisse zu DiRK 2026 in diesem Bereich?</strong>   </p>
<p>    <strong>Prof. Dr. Holger Sievert:</strong>&nbsp;Die neue Enzyklika spricht viele  wichtige Themen in verantwortungsvoller Weise an. Letztlich belegt  unsere Studie aber auch genau die Bruchlinie, die der Papst in seiner  Enzyklika indirekt anspricht. Auf der einen Seite haben die Gläubigen  und die Mitarbeitenden in den Kirchen extrem hohe ethische Ansprüche an  den Einsatz von KI. Sie fordern im Einklang mit dem Papst, dass der  Mensch immer die letzte Kontrollinstanz bleiben muss („Human in the  loop“) und dass Kernbereiche wie die Seelsorge nicht an Maschinen  ausgelagert werden dürfen. Auf der anderen Seite sehen wir eine  Diskrepanz zur Praxis: Viele kirchliche Mitarbeitende nutzen generative  KI-Tools im Arbeitsalltag längst intensiv&nbsp;– oft jedoch im luftleeren  Raum, also ohne offizielle Richtlinien, Schulungen oder den Segen des  Arbeitgebers. Jede fünfte Person sagt sogar explizit, sie würde ihr  präferiertes Tool auch dann Weiternutzen, wenn es offiziell verboten  wäre. Es gibt hier eine klare Lücke zwischen dem Wunsch nach ethischen  Leitlinien und der gelebten Realität - nicht nur am Schreibtisch.   </p>
<p>    <strong>Frage: Welche Entwicklungen nehmen Sie bei der katholischen und  der evangelischen Kirche in Deutschland in den Bereichen Digitalisierung  und insbesondere Künstliche Intelligenz wahr?</strong>   </p>
<p>    <strong>Prof. Dr. Holger Sievert:</strong>&nbsp;Beide großen Konfessionen stehen vor  der identischen Herausforderung: Sie müssen den Sprung von einer  intuitiven „Bauchgefühl-Kommunikation“ hin zu echten, evidenzbasierten  Digitalstrategien&nbsp;schaffen. Bei der Nutzung von Social Media ist  Instagram aktuell der wichtigste Kanal, um Menschen zu erreichen. Doch  auch hier wird das Potenzial von den offiziellen Stellen noch nicht voll  ausgeschöpft. </p>
<p>Was die Künstliche Intelligenz angeht, ist die Technik im  kirchlichen Alltag angekommen. Das Problem ist die Struktur: Es wird  meistens nur punktuell und von Einzelnen genutzt. Nur rund 20 Prozent  der Mitarbeitenden haben bisher eine fundierte KI-Schulung erhalten,  obwohl der Bedarf riesig ist. Beide Kirchen müssen jetzt dringend in die  Weiterbildung investieren und klare Leitplanken setzen, um den  Mitarbeitenden Sicherheit zu geben. Es geht einerseits darum, ethische  Standards durchzusetzen, aber andererseits auch darum, dabei den Einsatz  neuer Technologie nicht auszubremsen. Eine durchaus schwierige Balance!   </p>
<p>    <strong>Frage: Wo können sich die Leserinnen und Leser von explizit.net und kath.de mehr über DiRK 2026 informieren?</strong>   </p>
<p>    <strong>Prof. Dr. Holger Sievert:</strong>&nbsp;Wer tiefer in die detaillierten  Zahlen eintauchen möchte, findet alle Ergebnisse, Pressemitteilungen und  Infografiken <a href="https://www.vrk.de/vrk/kirche-caritas-diakonie/sponsorings/digitalisierung-im-raum-der-kirchen.html" target="_blank">hier</a> online verfügbar. Zur Vorgängerstudie sind  dort jetzt schon viele Videos, Podcast, Fachartikel etc. zu finden. Für  die neue Studie sind es aktuell erste Unterlagen, doch wir werden das  wie schon für DiRK 2023 weiterhin ausbauen. Der „Versicherer im Raum der  Kirchen“ (VRK) hat die Studie gemeinsam mit der Macromedia University  durchgeführt und finanziert. </p>
<p>Hilfreich war für die Verbreitung des  Fragebogens u. a. auch die Unterstützung von Dr. Matthias Kopp, dem  Leiter der Pressestelle und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen  Bischofskonferenz. Ein Blick auf die noch weiteren, anstehenden  Detailauswertungen, die wir jeweils anlassbezogen für Vorträge und  Fachartikel machen werden, lohnt sich zudem für alle, die an der Zukunft  der kirchlichen Kommunikation interessiert sind.&nbsp;<br /><br /><em>Das Interview führte Christian Schnaubelt, Chefredakteur und Herausgeber der Portale explizit.net und kath.de.&nbsp;<br /><br /></em><strong>Hinweis: Die Portale explizit.net und kath.de werden in mehreren  Beiträgen über die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im  Mai/Juni 2026 <a href="https://explizit.net/monatsthema/" target="_blank">hier</a> berichten.&nbsp;</strong></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Monatsthema</category>
							
								<category>Medien</category>
							
						
						
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						<pubDate>Thu, 25 Jun 2026 12:26:20 +0200</pubDate>
						<title>Söding: &quot;Es braucht glaubwürdige Verkündigung&quot;</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/soeding-es-braucht-glaubwuerdige-verkuendigung/</link>
						<description>Der Gastbeitrag &quot;Rom sagt wieder „Nein“ – und wer sagt „Ja“?&quot; von Prof. Thomas Söding, Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Neues Testament an der Ruhr Universität Bochum (RUB), zur Ablehnung des von der Deutschen Bischofskonferenz beantragten „Predigt-Indult“ durch das Dikasterium für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung des Heiligen Stuhls. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Rom sagt wieder „Nein“ – und wer sagt „Ja“?</strong></p>
<p>Als ich Diplomtheologe war, durfte ich predigen – sonntags in der Eucharistiefeier nach dem Evangelium, mit offizieller Erlaubnis. Dann durfte ich es nicht mehr, weil die Ausnahmegenehmigung für Deutschland, die nach der Würzburger Synode erteilt worden war, zurückgezogen wurde – und ich habe mich, um niemanden in die Bredouille zu bringen, an die Richtlinie gehalten, obschon sie mich theologisch nicht überzeugt hat. (Ich hatte es auch leicht, weil ich in die Universität gegangen bin und nicht in den Gemeindedienst.) Zwischendurch durfte ich wieder sonntags predigen, für ein halbes Jahr, mit bischöflicher Lizenz, weil der Pfarrer meiner Gemeinde krank war und der Aushilfsgeistliche kaum Deutsch sprach. Danach durfte ich wieder nicht. Was ich immer durfte: Kommentare schreiben, in denen die biblischen Texte ausgelegt werden, um die Homilie zu unterstützen; Priesteramtskandidaten im Studium unterrichten, zu dem als Hauptfach die Exegese gehört, um sie auf den Predigtdienst vorzubereiten; Priesterfortbildungskurse halten, in denen der Stand der Wissenschaft vermittelt wurde, um die Predigtpastoral zu fördern – und ich durfte bei Andachten, bei Wort-Gottes-Feiern, bei Gedenkveranstaltungen und liturgischen Festen das Wort Gottes auslegen, auch ein Evangelium. Ich habe das alles sehr gerne getan und tue es weiter gerne.&nbsp;<br /><br />Es geht aber nicht um mich.&nbsp;</p>
<p><strong>Die Kirche braucht gute Predigten</strong></p>
<p>Es geht um die Qualität, um die Farben und Töne, die Stimmen und Gesichter der Verkündigung – und zwar keineswegs nur, aber auch dort, wo die Gemeinde zusammenkommt: in erster Linie beim Mahl des Herrn. Es geht um die Frage, ob die theologischen, die rhetorischen, die pastoralen und die spirituellen Kompetenzen, die es in der katholischen Kirche gibt, auch so genutzt werden, dass die „Evangelisierung“ – die Verbreitung der Frohen Botschaft – so gut gefördert wird, wie es geht. </p>
<p>Deshalb habe ich mich auf dem Synodalen Weg in Deutschland von Anfang an dafür eingesetzt, dass eine Partikularnorm eingerichtet wird, die Predigtmöglichkeiten regelt. Die Bischofskonferenz hatte nun die Bitte um ein „Indult“, eine Sondergenehmigung, dem Dikasterium für Liturgie vorgelegt – sie ist abschlägig beschieden worden. Die Aufgabe, in der Sonntagsliturgie alles zu tun, um das Evangelium verständlich und verbindlich auszulegen, bleibt aber bestehen – und ist nach dem „Nein“ drängender denn je. Es braucht ein entschiedenes „Ja“. Wer sagt es? Und wie sieht es aus?</p>
<p>Um nicht missverstanden zu werden: Ich habe schon viele gute Predigten von Diakonen, Priestern und Bischöfen gehört – und einige sehr gute. Ich denke nicht, dass jede Predigt aus dem Mund von „Laien“ – ein absurdes Wort in diesem Kontext – höchste Qualität erreichen wird. Aber ich denke schon, dass die Erwartungen derer, die – Gott sei Dank – die Messe besuchen, berechtigt sind, eine Predigt zu hören, die ihnen das Evangelium „heute“ erschließt. Von einer Person, die für die Pastoral vor Ort verantwortlich ist – also die Leute und die Lage kennt. Und ich denke auch, dass der Schatz an Begabungen, den die katholische Kirche birgt, sehr groß ist – größer als die Ressourcen, die durch das Weiheamt erschlossen werden. Wo bleiben die Stimmen von Frauen? Wo die von Männern, die Familie haben, aber nicht geweiht sind? Die katholische Kirche braucht mehr als die Homilie von Klerikern. Sie kann auch mehr – oder könnte es, wenn die Oberen wollten. </p>
<p><strong>Die Einheit von Wortgottesdienst und Eucharistiefeier ist vielgliedrig</strong></p>
<p>Die abschlägige Antwort aus Rom – höflich im Ton, hart in der Sache – verweist auf die Einheit der sonntäglichen Feier. Der Tisch des Wortes und der Tisch des Brotes sind <em>ein </em>Tisch des Herrn. Das bestreitet allerdings niemand. Die Frage ist nur, ob die Einheit von Wort und Sakrament zwingend verlangt, dass nur der Kleriker – Priester oder Diakon – die Homilie halten darf. </p>
<p>Mit dem Vorsitz der Eucharistiefeier, der die Aufgabe und das Recht zur Predigt einschließt, kann nicht argumentiert werden. Sonst dürfte kein Diakon predigen. Und die praktische Unsitte müsste sofort unterbunden werden, dass ein geweihter Prediger sonntags von Messe zu Messe springt, ohne sie mitzufeiern, geschweige denn ihr vorzustehen. </p>
<p>Jesus Christus selbst feiert die Eucharistie – mit dem Volk Gottes, das sich versammelt. Der Priester, der dieser Feier <em>in persona Christi capitis </em>vorsteht, hat die Aufgabe, die aktive Teilhabe zu fördern. Auch bei der Predigt. Nur dadurch, dass er redet und alle anderen schweigen, um zu hören? </p>
<p><strong>Das entscheidende Argument für das Vorrecht des Klerikers trägt nicht. </strong></p>
<p>Erstens: Die Verkündigung der Lesungen – „Wort des lebendigen Gottes“ – ist nicht minderen liturgischen Ranges als die Homilie, aber nicht an die Weihe gebunden. Warum ist es dann die Predigt? </p>
<p>Zweitens: Der einschlägige Canon 767 § 1, der die Homilie dem Priester oder Diakon vorbehält, muss unter dem Vorzeichen von Canon 762 gelesen werden, dass die Verkündigung des Wortes Gottes die vornehmste Aufgabe des Priesters und Diakons ist. Es kann aber nicht sein, dass die positive Leitaussage durch einen späteren Canon eingeschränkt – sie muss vielmehr durch ihn unterstützt werden. Deshalb ist der Vorbehalt den Canon 767 § 1 beschreibt, nicht so zu verstehen, dass ausschließlich der Priester oder der Diakon nach dem Evangelium das Wort ergreifen dürfen. Der Rahmen ist weiter. </p>
<p>Der Hauptzelebrant hat die Gesamtverantwortung für die Liturgie – und muss entscheiden, wie er sie bei der Homilie wahrnimmt. In der Regel so, dass er selbst spricht. Aber er hat auch die Möglichkeit, einer anderen Person das Wort zu erteilen. Der Bischof setzt im Rahmen seiner Leitungsverantwortung den Rahmen, am besten synodal abgestimmt. Dies zu unterstützen, war das Ziel des Vorstoßes aus dem Synodalen Weg. Die Kurie lässt sich darauf nicht ein, wiederholt aber bislang nur die Argumente, die alle beim Beschluss des Synodalen Weges bekannt waren (den 90 % der Bischöfe mitgetragen haben). </p>
<p><strong>Eine synodale Kirche ist eine Kirche der wechselseitigen Teilhabe.</strong> </p>
<p>Ein synodales Priestertum pocht nicht auf Privilegien, sondern fragt, wie die Gemeinschaft am besten gefördert werden kann. Eine synodale Homilie nutzt die Charismen des Volkes Gottes in der Feier der Eucharistie, die dem Aufbau der Kirche dient. Das Wort „synodal“ kommt im Brief aus Rom gar nicht vor – ein Zeichen, wie viel noch zu tun ist, um die Impulse aufzunehmen, die „Mission“ der Kirche auf viele Schultern zu verteilen, also synodale Kirche zu werden. </p>
<p><strong>Die pastorale Aufgabe bleibt bestehen</strong></p>
<p>Was ist zu tun? Ein schlechter Rat wäre es, sich damit abzufinden, dass die Praxis einfach in einer Grauzone weiterläuft, wie sie sich entwickelt hat: mit dem sonntäglichen Predigtdienst von Beauftragten, die es können. Es wird zu Denunziationen kommen, zu Restriktionen, zu Enttäuschungen. Der Brief leistet der Umkehr und Erneuerung der Kirche einen Bärendienst. </p>
<p>Eine bedauerliche Reaktion wäre die Resignation, gar der Rückzug. Die Weltsynode hat nicht Nein, sondern Ja gesagt: zu qualifizierten Leitungs- und Predigtdiensten, auch in sakramentalen Feiern wie der Trauung. Sie hat nicht zuletzt an den Dienst von Frauen gedacht, aber unabhängig vom Geschlecht argumentiert. Die Öffnung der Predigt in der Eucharistiefeier hat sie allerdings nicht thematisiert – so wichtig sie wäre. Aber die Weltsynode hat gefordert, das Kirchenrecht – noch ist es nicht geschehen – dort zu ändern, wo es eine lediglich beratende Stimme der „Laien“ festschreibt. Den Predigtdienst neu zu ordnen, um den priesterlichen und diakonalen Dienst zu stärken, den Klerikalismus aber zu überwinden, ist überfällig. Das Argument des Kardinals im Brief an den neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, wo Eucharistie gefeiert werde, stehe ja ein Priester zur Verfügung, der dann auch die Homilie halten könne, ist lebensfremd – und nicht an der Gemeinde als Hörerin des Wortes orientiert, nicht an der Qualität der Verkündigung, sondern an den Vorrechten des geweihten Amtes.</p>
<p><strong>Gefragt ist jetzt dreierlei</strong><em></em></p>
<p><em>Erstens:</em> Die Bischöfe bleiben in der Pflicht. Bei jedem <em>ad-limina-</em>Besuch – und nicht nur dann – muss das ungelöste Problem angesprochen und auf eine Lösung im Sinn des Synodalbeschlusses gedrungen werden. Sie sollten es öffentlich sagen – und entschieden tun. </p>
<p><em>Zweitens:</em> Mit den bestehenden Regeln muss so flexibel umgegangen werden, wie sie es erlauben. Sie sind weniger starr, als es manchmal scheint. Dialogpredigten sind möglich. Der leitende Priester kann seine homiletische Verantwortung dadurch wahrnehmen, dass er transparent macht, wer das Wort zur Predigt nach dem Evangelium erhält. Der Brief aus Rom verbietet das nicht – er weist zwischen den Zeilen auf diese Möglichkeit hin. </p>
<p><em>Drittens: </em>Wo es aus pastoraler Verantwortung richtig scheint, an der bewährten Praxis festzuhalten, dass Beauftragte nach dem Evangelium predigen, brauchen sie Rückendeckung: durch Pfarrer, durch Bischöfe. Die Schweiz ist darin lange geübt. Deutschland kann und muss es ihr nachtun. </p>
<p>Rom hat „Nein“ gesagt – einmal mehr. Die spannende Frage lautet. Wann wird Rom endlich einmal „Ja“ sagen zur katholischen Kirche in Deutschland, die wie kaum eine andere weltkirchliche Solidarität übt? Viele Hoffnungen weltweit richten sich auf eine positive Botschaft. Papst und Kurie sollten sie nicht enttäuschen.<br /><br /><em>Ein Gastbeitrag von Prof. Thomas Söding.&nbsp;<br /><br /></em><em>Prof. Dr. Thomas Söding ist Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und war von 2008-2026 Inhaber des Lehrstuhls für Neues Testament an der Ruhr Universität Bochum (RUB).</em><br /><em><br /></em><strong>Hinweis: Auf der <a href="https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/vatikan-antwortet-auf-den-antrag-der-bischofskonferenz-auf-predigt-indult" target="_blank">Website der Deutschen Bischofskonferenz</a> werden der Antrag der DBK und die Antwort des Vatikans dokumentiert.&nbsp;&nbsp;</strong></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Kirche</category>
							
						
						
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					<item>
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						<pubDate>Sun, 21 Jun 2026 20:00:00 +0200</pubDate>
						<title>&quot;Seid nicht bange!&quot;: Bischof Dr. Heiner Wilmer in Münster eingeführt</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/seid-nicht-bange-bischof-dr-heiner-wilmer-in-muenster-eingefuehrt/</link>
						<description>Am heutigen Nachmittag wurde Bischof Dr. Heiner Wilmer als 76. Nachfolger der Heiligen Liudger in das Amt des Bischofs von Münster eingeführt. Über 1.000 Gäste im voll besetzten St. Paulus-Dom und eine etwa gleichgroße Zahl an Menschen auf dem Platz vor dem Dom verfolgten die Feier der Amtseinführung durch Metropolit Rainer Maria Kardinal Woelki. Auch die Redaktionen von kath.de und explizit.net waren vor Ort. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einem Festhochamt wurde Dr. Heiner Wilmer heute in das Amt des 77. Bischofs von Münster eingeführt. Den Bischofsstab des Heiligen Liudger überreichte sein Vorgänger, der em. Bischof Dr. Felix Genn, an Bischof Heiner Wilmer, der unter Leitung des Metropoliten Rainer Maria Kardinal Woelki die Kathedra im St. Paulus - Dom in Münster in Besitz nahm (s. Aufmacherbild). Im Dom verfolgten rund 1.000 Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft die Einführung, auf dem Platz vor dem Dom eine etwa gleichgroße Anzahl. Aus dem Ausland waren Delegationen aus den Partnerbistümern in Ghana und in Mexiko angereist, weitere Delegationen kamen aus den Ländern Niederlande, Luxemburg, Belgien, Polen, Frankreich und Italien.&nbsp;<br /><br />Die Kathedra des Bistums Münster war zuvor 15 Monate lang verwaist gewesen, als der Rücktritt des em. Bischofs Dr. Felix Genn vom Heiligen Stuhl anerkannt worden. Dessen zukünfttiger Vertreter in Deutschland, der ernannte Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. Hubertus von Megen nahm an den heutigen Feierlichkeiten in Münster teil. </p>
<p>Bis zur Wahl von Dr. Heiner Wilmer durch das Domkapitel am 17. März 2026 und die Bestätigung durch Papst Leo XIV. am 26. Mai 2026 hatte Domkapitular Dr. Antonius Hamerts als Diözesanadministrator vorrübergehend das Bistum Münster geleitet. Dafür gab es viel Applaus im St. Paulus-Dom.&nbsp;<br /><br /><strong>&quot;Seid nicht bange!&quot;</strong><br /><br />In seiner Predigt (<a href="https://explizit.net/(https://www.bistum-muenster.de/bischof_wilmer/predigt_zur_amtseinfuehrung)">https://www.bistum-muenster.de/bischof_wilmer/predigt_zur_amtseinfuehrung</a>) und in seinen mehrsprachigen und viel beklatschen Dankesworten (<a href="https://explizit.net/(https://www.bistum-muenster.de/bischof_wilmer/dankwort_von_bischof_wilmer)">https://www.bistum-muenster.de/bischof_wilmer/dankwort_von_bischof_wilmer</a>) verwies Bischof Heiner Wilmer auf das Jesus-Wort <strong>&quot;Seid nicht bange!&quot;</strong>, die ihm auch auf seinem Pilgerweg durch Teile des Bistums Münster begleitet haben. Dort habe er die Menschen gefragt, welche Glaubens- und Gotteserfahrungen sie gemacht haben und der neue Münsteraner Bischof ermutugte dazu, &quot;sich zu bekennen&quot;. Denn bekennnen zeichne sich dadurch aus, dass beten und handeln zusammenkomme.&nbsp;<br /><br /><strong>&quot;Kirche ist attraktiv&quot;<br /><br /></strong>Bischof Heiner Wilmer führte weiterhin aus: &quot;Kirche ist attraktiv&quot;. Aber dazu sei das gemeinsame Wirken aller Getauften notwendig, denn &quot;Kirche lebt nicht von Zuschauen&quot; und &quot;die Kirche spricht viele Sprachen, aber es verbindet uns ein Herz.&quot; Dabei dankte Bischof Wilmer vor allem auch den Laiinnen und Laien in den Gemeinden, Pfarreien und Verbänden.&nbsp;<br /><br /><strong>&quot;Brückenbauer benötigt&quot;</strong><br /><br />Im Anschluss an die feierliche Amtseinführung gab es Grußworte (<a href="https://explizit.net/(https://www.bistum-muenster.de/bischof_wilmer/grussworte_zur_amtseinfuehrung)">https://www.bistum-muenster.de/bischof_wilmer/grussworte_zur_amtseinfuehrung</a>) von Ministerpräsident Hendrik Wüst, dem stellvertenden Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Dr. Michael Gerber, dem Oberbürgermeister der Stadt Münster Tilmann Fuchs (Grüne) und der Vertretung des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster Brigitte Lehmann und Ulrich Vollmer. Darin wurde von Seiten der Politik darauf verwiesen, dass den Kirchen eine wichtige Funktion als &quot;Brückenbauer&quot; (Ministerpräsident Wüst) zukomme, dabei aber auch Unterstützung habe: &quot;Sie sind nicht alleine&quot; (Oberbürgermeister Fuchs).&nbsp;&nbsp;<br /><strong><br />Linktipp: Die Sonderseite des Bistum Münster zur Amtseinführung:<br /><a href="https://www.bistum-muenster.de/bischof_wilmer" target="_blank">https://www.bistum-muenster.de/bischof_wilmer</a>.</strong><br /><em><br />Christian Schnaubelt<br />(Chefredakteur und Herausgeber der Portale kath.de und explizit.net)</em></p>]]></content:encoded>
						
						
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					</item>
				
					<item>
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						<pubDate>Sat, 20 Jun 2026 16:30:58 +0200</pubDate>
						<title>Rezension: „Die großartige Menschheit“ (Papst Leo XIV.)</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/rezension-die-grossartige-menschheit-papst-leo-xiv/</link>
						<description>Vor kurzem ist die deutsche Übersetzung der Enzyklika „Magnifica Humanitas“ im Buchhandel erschienen. In dieser Rezension schauen wir uns mehrere Bücher an und beschreiben, warum die Veröffentlichung im Patmos-Verlag dabei einen &quot;Mehrwert&quot; bietet. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><em>– ein Beitrag im Rahmen des Monatsthemas Digitalisierung und Künstliche Intelligenz der Portale explizit.net und kath.de –</em><br /><br />Bereits am 10. Juni wurde die erste deutschsprachige Version von „Magnifica Humanitas“ von <strong>epubli </strong>geliefert. Die „Book-on-Demand“-Produktion von Amazon beinhaltet den reinen Text der Enzyklika. Das Cover und die Rückseite zieren das Vatikan-Wappen. Die Veröffentlichung im A5-Format hat ein schlichtes Layout. Die Quellen sind am Ende chronologisch aufgeführt, weitere Zusatztexte oder Informationen gibt es nicht.&nbsp;<br /><br />Am 17. Juni erschien dann im <strong>St. Benno-Verlag </strong>unter dem Titel &quot;Papst Leo XIV. Magnifica Humanitas&quot; die Enzyklika. Diese über &quot;Vivat&quot; vertriebene Version ist derzeiit auf dem Postweg in die kath.de-Redaktion. Daher kann der Autor aktuell nur die Leseprobe bewerten. Das gebunde Buch des St. Benno-Verlags enthält demnach nur den reinen Enzyklika Text in einem ordentlichen, aber schlichten, Layout - ohne Zusatztexte.&nbsp;<br /><br />Auch im&nbsp;<strong>Herder-Verlag&nbsp;</strong>ist das Buch &quot;Magnifica Humanitas&quot; frisch erschienen, ist aber bisher auch noch nicht in der kath.de - Redaktion eingetroffen. Die Leseprobe zeigt, dass das Buch den deutschen Text der Enzyklika in einem sauberen Satz mit Kapitälchen und Fußnoten am Ende jedes Kapitels zeigt. Zudem ist dort ein Zusatztext &quot;Über das Buch: Die Kultur der Macht und die Zivlisation der Liebe&quot; benannt. Darüber hinaus wird es eine zweite Version des Buches &quot;Magnifica Humanitas&quot; geben, die&nbsp;eime Kommentierung von Peter Dabrock, Ursula Nothelle-Wildfeuer, Eva Maria Weiskop-Deffaa und Martin Werlen beinhalten wird.&nbsp;<br /> <br />Bereits frisch in dieser Woche eingetroffen ist das Buch „Papst Leo XIV. Die großartige Menschheit“, welches im <strong>Patmos-Verlag</strong> erschienen ist. Das Besondere an dieser Buchversion der Enzyklika sind die Einführung von Pater Godehard Büntrüp SJ sowie der Anhang mit einer Übersicht der zitierten Werke und Personen.</p>
<p>Prof. Dr. habil. Godehard Brüntrup, Jesuitenpater, ist em. Professor für Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München und Visiting Professor an der Saint Louis University, USA. Er beschäftigt sich nach Verlagsangaben seit 30 Jahren mit dem Thema Künstliche Intelligenz, sowohl in der Forschung als auch philosophisch/theologisch.</p>
<p><em>„Nicht die Technik als solche steht zur Debatte, sondern die Machtverhältnisse, unter denen sie entworfen und eingesetzt wird. Damit begleitet dieser päpstliche Text die Menschheit an einer wirklichen Zeitenwende.“ (Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ</em>)<br /> <br /> Pater Godehard Büntrüp SJ stellt sich in seiner 21-seitigen Einführung nicht nur als sachkundiger Kenner von „Magnifica Humanitas“ und seiner (innerkirchlichen) Bezüge dar. Er beschreibt nicht nur die Kernaussagen der Enzyklika und würdigt diese, sondern legt auch deren „verdeckten Bezüge“ sowie „inneren Spannungen“ und „offenen Antworten“ auf. Dem Autor dieser Rezension hat die meisten neuen Einsichten aber bei der Lektüre von Pater Brüntrops Analyse der 224 Fußnoten von „Magnifica Humanitas“ erhalten. <br /> <br /> <em>„Die starke Anlehnung an den Vorgänger Franziskus ist selbst eine Botschaft. Sie ist ein Bekenntnis zu Kontinuität, das an jene gerichtet ist, die sich von Leo einen Bruch mit dem vorherigen Pontifikat erhofft hatten. (Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ)<br /> <br /></em>Leseempfehlung: Besonders die Einführung, aber auch das gut lesbare Layout mit den jeweiligen Fußnoten direkt am Text sowie der erweiterte Anhang, sind ein echter „Mehrwert“ der Patmos-Verlag – Version der deutschen Ausgabe von „Magnifica Humanitas“, deren Text auch auf der Website des <a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html" target="_blank">Vatikan</a> verfügbar ist.&nbsp;<br /><br /><strong>Hinweis: Die Inhalte der Enzyklika &quot;Magnifica Humanitas&quot; fasst dieser <a href="https://explizit.net/monatsthema/artikel/magnifica-humanitas-der-mensch-ist-unersetzbar/" target="_top">Beitrag</a> des Autors zusammen, einen <a href="https://explizit.net/monatsthema/artikel/papst-leo-scheuen-wir-uns-nicht-uns-auf-der-baustelle-unserer-zeit-die-haende-schmutzig-zu-machen/" target="_top">Kommentar zur Enzyklika</a> ist ebenfalls vom Autor auf explizit.net verfügbar.&nbsp;<br /></strong><br />Informationen zum Buch:<br /> <em><br /> Papst Leo XIV. <br /> „Die großartige Menschheit“<br /> Mit einer Einführung von Godehard Brüntrup SJ<br /> Patmos-Verlag<br /> ISBN: 978-3-8436-1686-7</em></p>
<p>Weitere Informationen zum Buch gibt es auf der Website des Patmos-Verlags:<br /> <a href="https://shop.verlagsgruppe-patmos.de/die-grossartige-menschheit-011686.html" target="_blank">https://shop.verlagsgruppe-patmos.de/die-grossartige-menschheit-011686.html</a> <br /> <br /><em>Christian Schnaubelt<br /> (Chefredakteur und Herausgeber der Portale kath.de und explizit.net)<br /><br /></em><strong>Hinweis: Die Portale explizit.net und kath.de werden in mehreren  Beiträgen über die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im  Mai/Juni 2026 <a href="https://explizit.net/monatsthema/" target="_blank">hier</a> berichten.&nbsp;</strong></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Monatsthema</category>
							
								<category>Medien</category>
							
						
						
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					</item>
				
					<item>
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						<pubDate>Sun, 31 May 2026 20:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Papst Leo: „Scheuen wir uns nicht, uns auf der Baustelle unserer Zeit die Hände schmutzig zu machen.“</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/papst-leo-scheuen-wir-uns-nicht-uns-auf-der-baustelle-unserer-zeit-die-haende-schmutzig-zu-machen/</link>
						<description>Am Pfingstmontag wurde die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ im Vatikan vorgestellt. Das päpstliche Lehrschreiben beschäftigt sich mit der &quot;Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz&quot; und Papst Leo XIV. ruft darin dazu auf, sich auch mal die Hände schmutzig zu machen, um zu einer „großartigen Menschlichkeit“, wie der deutsche Titel des Textes heißt, beizutragen. Und dahinter steckt weit mehr als Rhetorik. Ein Kommentar von Chefredakteur Christian Schnaubelt. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><em>– ein Beitrag im Rahmen des Monatsthemas Digitalisierung und Künstliche Intelligenz der Portale explizit.net und kath.de –</em></p>
<p>Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV., veröffentlicht am 15. Mai 2026 aus Anlass des 135. Jahrestags der Enzyklika <em>Rerum novarum</em> von Leos XIII., stellt die Menschheit vor eine Grundsatzentscheidung: „Entweder sie errichtet einen neuen Turm zu Babel oder sie erbaut die Stadt, in der Gott und die Menschheit gemeinsam wohnen&quot;. Dabei verweist der Heilige Vater auf die biblische Geschichte des Wiederaufbaus der Mauern Jerusalems durch Nehemia (Neh 2–6) anstelle des Turmbaus zu Babel (Gen 11,1–9). <br /> <br /> Papst Leo diagnostiziert zu Beginn von Magnifica Humanitas dabei ein fatales gesellschaftliches Muster: Während einige um die Zukunft der neuen Technologien wetteifern und andere sich intensiv damit auseinandersetzen, „verharren die meisten Menschen in einer Art Wartestellung, beobachten aus der Ferne und hoffen einfach, dass alles gut gehen wird&quot; . Genau dieses passive Zuschauen ist es, dem Papst Leo XIV. mit seinem Appell entgegenwirkt, aktiv zu Baumeister:innen zu werden. <br /> <br /> <strong>Anpacken statt Verwalten</strong></p>
<p>Der entscheidende Satz steht in Absatz 16 von Magnifica Humanitas und lautet wörtlich: </p>
<p><em>„An alle katholischen Gläubigen, an alle Christen, an alle Männer und Frauen guten Willens richte ich einen eindringlichen Appell: Scheuen wir uns nicht, uns auf der Baustelle unserer Zeit die Hände schmutzig zu machen. Wie Nehemia wollen wir beten, weise planen und beharrlich arbeiten, indem wir unser Handeln an Gott ausrichten und den Menschen in den Mittelpunkt unserer Entscheidungen stellen.&quot;</em><em></em></p>
<p>Papst Leo XIV. beschreibt damit einen Appell zum Anpacken und damit einen Gegenpol zum passiven Verharren und Bewahren des Gewesenen. „Baumeister der Gemeinschaft zu sein, keine Architekten von Babel; Diener des kommenden Reiches, keine Herren von Türmen, die einzustürzen bestimmt sind.&quot;<br /><br />Als konkrete Handlungsempfehlungen benennt Papst Leo XIV. &quot;fünf  Ansätze für die Verantwortung im Alltag und im öffentlichen Leben&quot;. Diese sind:&nbsp;<br /><strong><br /></strong><em>&quot;Worte  entwaffnen, Frieden in Gerechtigkeit aufbauen, die Perspektive der  Opfer einnehmen, einen gesunden Realismius pflegen sowie den Dialog und  den Multilaterialismus wiederbeleben.&quot;<strong>&nbsp;</strong></em><br /><br />- Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 213 </p>
<p>Der Appell, sich die Hände schmutzig zu machen, ist dabei nicht naiv. Im Gegenteil. &nbsp;Der Heilige Vater ist realistisch genug, auf die Gefahr einer „grenzenlosen Selbstbestätigung&quot; hinzuweisen und einen „gesunden Realismus&quot; einzufordern. Was Papst Leo ablehnt, ist die bequeme Zuschauer:innen-Position&nbsp;– das Warten, dass andere schon die richtigen Entscheidungen treffen werden oder alles irgendwie gut gehen wird.<br /><br /><strong>Die Linie von Franziskus' „verbeulter Kirche&quot; zu Leos XIV. „Baumeister der Gemeinschaft“</strong><br /><br />Denn das Bild der schmutzigen Hände, das Papst Leo&nbsp;XIV&nbsp;–&nbsp;ebenso wie ein Verweis auf Tolkiens „Herr der Ringe“&nbsp;– in der Enzyklika verwendet, scheint auf den ersten Blick überraschend. Aber auf den zweiten Blick überführt Papst Leo, die bei Papst Franziskus noch pastoral-seelsorgerlich ausgerichteten Appelle in eine sozialethische und technikpolitische Form: Wer sich die Hände nicht schmutzig macht auf der „Baustelle unserer Zeit&quot;, überlässt Algorithmen und Technologiekonzernen die Gestaltung der menschlichen Zukunft. Die Linie geht von Franziskus' „verbeulter Kirche&quot; zu Leos XIV. „Baumeister der Gemeinschaft“. Dabei zeigt sich Paralleles: Beide Päpste lehnen die bequeme Zuschauerposition als unvereinbar mit christlicher Sendung ab. Während Papst Franziskus neuen Techniken eher skeptisch gegenüberstand, stellt Papst Leo allerdings klar. Es geht ihm beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz nicht, um das Ja oder Nein, sondern um die Frage: Wie wird KI angewendet, wer erschafft diese und wer kann diese (frei) verwenden? <br /> <br /> <em>Technologie kann heilen, verbinden, bilden und unser gemeinsames Haus schützen, aber sie kann auch spalten, ausgrenzen und neue Ungerechtigkeiten hervorbringen. Abstrakt betrachtet ist sie per se weder eine Lösung für die Probleme der Menschheit noch ein Übel. Konkret betrachtet aber ist sie nicht neutral, weil sie die Züge derer annimmt, die sie konzipieren, finanzieren, regulieren und nutzen. Daher ist die erste Entscheidung nicht die zwischen einem „Ja“ oder einem „Nein“ zur Technologie, sondern die zwischen der Konstruktion von Babel oder dem Wiederaufbau Jerusalems, zwischen einer Macht, die sich anmaßt, den Himmel zu beherrschen, und einem Volk, das sich in Gottes Gegenwart vereint ans Werk macht, die Mauern des geschwisterlichen Zusammenlebens wiederaufzubauen</em>. (Enzyklika Magnifica Humanitas – 9)<br /> <br /> <strong>Fazit: Sozialenzyklika für das digitale Zeitalter - Ethikcodex für Künstliche Intelligenz</strong><br /> <br /> „Magnifica Humanitas“ ist mehr als eine Neuauflage von<em> „</em>Rerum novarum“<em>, sondern</em> eine Sozialenzyklika für das digitale Zeitalter. Ohne erhobenen Zeigefinger aber dennoch als seine Vorgänger beschreibt Papst Leo XIV. einen Ethik-Codex für die Schaffung und Nutzung von Künstliche Intelligenz. Aber das Spannendeste: Im Kern der Enzyklika&nbsp; steckt ein uralter Ruf, der bereits im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1–16) deutlich wird:&nbsp; Werde Baumeister:in und scheue Dich nicht davor, Dir die Hände schmutzig zu machen. Denn die Hände untätig in den Schoß zu legen, war nie die Berufung von uns Christ:innen. Damals wie heute.&nbsp;<br /><br />Papst Leo XIV. hat in seiner ersten Enzyklika deutlich gemacht, worum dies gerade auch im Zeitalter des Digitalen und der KI so wichtig ist und zugleich die Hände zur Zusammenarbeit ausgestreckt: Mit der Bildung, mit der Wissenschaft, mit den Medien, mit der Politik und der von ihm stark kritisierten KI-Industrie. Rechtliche und ethische Leitplanken verhindern nicht die (technische) Zukunft, sie erschaffen sie erst.&quot;Denn Technik ist an sich nicht als menschenfeindliche Kraft zu betrachten&quot;, formuliert Papst Leo optimistisch.&nbsp;<br /> <br /> Lesetipp: Die fünf wichtigsten Aussagen der Enzyklika Magnifica Humanitas vorgestellt:<br /> <a href="https://explizit.net/monatsthema/artikel/magnifica-humanitas-der-mensch-ist-unersetzbar/">https://explizit.net/monatsthema/artikel/magnifica-humanitas-der-mensch-ist-unersetzbar/</a> <br /> <br /> Hinweis: Die Enzyklika ist in deutscher Sprache auf der Vatikan-Website (<a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html" target="_blank">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html</a>) verfügbar. Zudem kann das Dokument als Broschüre auf der DBK-Website (<a href="https://www.dbk.de/vatikan/dokumente-der-paepste/enzyklika-magnifica-humanitas" target="_blank">https://www.dbk.de/vatikan/dokumente-der-paepste/enzyklika-magnifica-humanitas</a>) vorbestellt werden. <br /> <br /> <em>Ein Kommentar von Christian Schnaubelt<br /> (Chefredakteur und Herausgeber der Portale explizit.net und kath.de)</em> </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hinweis: Die Portale explizit.net und kath.de werden in mehreren Beiträgen über die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Mai/Juni 2026 <a href="https://explizit.net/monatsthema/" target="_blank">hier</a> berichten.&nbsp;</strong></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Monatsthema</category>
							
								<category>Medien</category>
							
						
						
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					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-2677</guid>
						<pubDate>Sat, 30 May 2026 19:00:00 +0200</pubDate>
						<title>&quot;Magnifica Humanitas&quot;: Der Mensch ist unersetzbar</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/magnifica-humanitas-der-mensch-ist-unersetzbar/</link>
						<description>Mit &quot;Magnifica Humanitas&quot; hat Papst Leo XIV. am Pfingstmontag eine neue Enzyklika veröffentlicht. Das Dokument, unterschrieben am 15. Mai 2026 - zum 135. Jahrestag der Sozialenzyklika &quot;Rerum novarum&quot; von Leo XIII. - beschäftigt sich mit dem Thema &quot;Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz&quot;. Die Portale explizit.net und kath.de fassen dessen fünf zentralen Aussagen zusammen. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><strong></strong><em>-ein Beitrag im Rahmen des Monatsthemas Digitalisierung und Künstliche Intelligenz der Portale explizit.net und kath.de-<br /></em><br /><strong>1. Der Mensch ist unersetzbar — KI ist kein Ebenbild des Menschen</strong></p>
<p>Die vielleicht grundlegendste Aussage der Enzyklika &quot;Magnifica Humanitas&quot; betrifft das Wesen des Menschen gegenüber der Maschine. Papst Leo XIV. verweist darauf, dass KI-Systeme zwar bestimmte Funktionen der menschlichen Intelligenz nachahmen, dabei aber fundamental anders geartet sind:</p>
<p><em>„Sogenannte Künstliche Intelligenzen machen keine Erfahrungen, besitzen keinen Leib, empfinden weder Freude noch Schmerz, reifen nicht in Beziehungen, wissen nicht von ihrem Inneren her, was Liebe, Arbeit, Freundschaft und Verantwortung bedeutet. Sie haben auch kein moralisches Gewissen: Sie unterscheiden nicht zwischen Gut und Böse, sie erkennen nicht den eigentlichen Sinn von Situationen und sie nehmen die Last der Konsequenzen nicht auf sich.&quot;</em><br /><br />— Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 99</p>
<p>Papst Leo warnt ausdrücklich vor dem Missverständnis, diese Systeme mit menschlicher Intelligenz gleichzusetzen. Ihre Leistungsfähigkeit sei ausschließlich eine Frage der Datenverarbeitung — kein inneres Wachstum, kein Gewissen, keine Liebe. In der Einleitung des Dokuments heißt es zudem: </p>
<p><em>„In der Zeit der Künstlichen Intelligenz, in der die Menschenwürde aufgrund neuer Formen von Entmenschlichung in den Hintergrund zu treten droht, haben wir die dringende Pflicht, zutiefst menschlich zu bleiben und liebevoll jenes großartige Menschsein zu bewahren, das uns geschenkt ist und das in Christus in seiner ganzen Fülle offenbar wurde, und das keine Maschine in seiner Pracht jemals ersetzen kann.&quot;</em>&nbsp;<br /><br />— Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 15</p>
<p><strong>2. Technologie ist nicht neutral</strong></p>
<p>Leo XIV. weist nachdrücklich darauf hin, dass Technologie zwar an sich weder gut noch böse ist, in der Praxis aber niemals neutral bleibt. Im Bild der zwei biblischen Geschichten — Turmbau zu Babel und Wiederaufbau Jerusalems im Geiste Neremiahs — fasst der Pontifex die zentrale Entscheidung zusammen, vor der die Menschheit steht:</p>
<p><em>„Abstrakt betrachtet ist sie per se weder eine Lösung für die Probleme der Menschheit noch ein Übel. Konkret betrachtet aber ist sie nicht neutral, weil sie die Züge derer annimmt, die sie konzipieren, finanzieren, regulieren und nutzen.&quot;</em><br /><br />— Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 9</p>
<p>Besondere Sorge gilt dem Heiligen Vater der Frage nach der Machtkonzentration: Während früher Staaten Innovationen lenkten, sind es heute private, oft transnationale Akteure, die über Ressourcen verfügen, die denen vieler Regierungen überlegen sind. <em>„Die technologische Macht nimmt somit eine beispiellose, vorwiegend ‚private' Gestalt an und ist aus diesem Grund noch schwieriger zu erkennen, zu steuern und auf das Gemeinwohl auszurichten.&quot;</em> (Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 5).<br /><br />Deshalb ruft das päsptliche Lehrschreiben zur Unterscheidung auf: die Grundprinzipien der Soziallehre — Würde, Gemeinwohl, Subsidiarität, Solidarität, Gerechtigkeit — sollen Maßstab sein, um zu beurteilen, ob Künstliche Intelliigenz tatsächlich der Menschheit dient oder sie unterwirft.</p>
<p><strong>3. KI braucht Verantwortung, Transparenz und demokratische Kontrolle</strong></p>
<p>Ein drittes Leitmotiv von&nbsp;Enzyklika Magnifica Humanitas<em>&nbsp;</em>betrifft die Forderung nach klaren Regelungen, Transparenz und Rechenschaftspflichten. Die Enzyklika betont, dass der Einsatz von KI niemals eine rein technische Angelegenheit sei, weil sie mit Rechten, Chancen, Ruf und Freiheit in Berührung komme.</p>
<p><em>„Damit KI die Menschenwürde achtet und wirklich dem Gemeinwohl dient, müssen die Verantwortlichkeiten jederzeit klar sein — angefangen bei jenen, die die Systeme entwerfen und trainieren, bis hin zu jenen, die sie nutzen und ihnen konkrete Entscheidungen anvertrauen.&quot;<br /></em><br /> — Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 105</p>
<p>Explizit wendet sich Papst Leo gegen eine vollständig automatisierte Entscheidungsfindung in sensiblen Bereichen wie Kreditvergabe, Personalauswahl oder Rechtsprechung — da Algorithmen Mitleid, Barmherzigkeit, Vergebung und die Offenheit für Veränderung nicht kennen. Einem Algorithmus die Macht zu übertragen, ohne dass noch jemand die Last der Entscheidung trage, bedeute, <em>„ihm die Aufgabe zu übertragen, die Grenzen menschlicher Möglichkeiten neu zu definieren&quot;</em> (Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 103). Die Enzyklika fordert daher angemessene rechtliche Rahmenbedingungen, unabhängige Aufsicht, Aufklärung der Nutzer und eine Politik, die sich ihrer Aufgabe nicht entzieht.</p>
<p><strong>4. Wahrheit, Arbeit und Freiheit müssen im digitalen Wandel geschützt werden</strong></p>
<p>Das vierte Kapitel der Enzyklika&nbsp;Magnifica Humanitas<em>&nbsp;</em>wendet sich den konkreten Lebensbereichen zu, in denen KI besonders tiefgreifende Veränderungen bewirkt. Unter den Titeln „Wahrheit als Gemeingut&quot;, „Würde der Arbeit&quot; und „Freiheit vor Abhängigkeit&quot; werden drei Bedrohungsszenarien entfaltet.</p>
<p>Zur Wahrheit heißt es: <em>„Desinformation hat nicht erst mit der KI begonnen, findet in ihr jedoch einen wirkungsvollen Verstärker. Die Möglichkeit, Inhalte, Bilder und Videos zu manipulieren, setzt die Bürger einseitigen oder irreführenden Sichtweisen aus.&quot;</em> (Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 132) Für die Demokratie sei dies eine ernsthafte Gefahr, denn <em>„die Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit führt zu einem langsamen, aber unaufhaltsamen Abgleiten zum Totalitarismus&quot;</em> (Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 134), wie die Enzyklika unter Berufung auf Hannah Arendt festhält.</p>
<p>Zur Arbeit warnt Leo XIV., dass durch Automatisierung und KI neue Formen der Prekarität entstehen: <em>„Während die KI verspricht, die Produktivität zu steigern, indem sie gewöhnliche Aufgaben übernimmt, sind die Arbeitnehmer oft gezwungen, sich an die Geschwindigkeit und die Anforderungen der Automaten anzupassen.&quot;</em> (Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 150) Das Streben nach höheren Gewinnen rechtfertige keine Entscheidungen, die systematisch Arbeitsplätze opfern: <em>„Der Mensch ist Ziel und nicht Mittel.&quot;</em> (Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 152)</p>
<p>Zur Freiheit betont der Papst die Gefahr digitaler Abhängigkeit und sozialer Kontrolle durch Datenerhebung: <em>„Wenn jede Handlung — Bewegungen, Käufe, Beziehungen, Vorlieben — Spuren hinterlässt, dann entsteht eine neue Macht: Jene, Profile zu erstellen, Vorhersagen zu treffen und Verhalten zu beeinflussen, oft ohne dass sich die Menschen dessen voll bewusst sind.&quot;</em> (Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 171)</p>
<p><strong>5. Gegen Transhumanismus: Das christliche Menschenbild als Gegenentwurf</strong></p>
<p>Die fünfte Kernaussage <em>von&nbsp;</em>Magnifica Humanitas, ist anthropologischer und theologischer Natur. Leo XIV. wendet sich gegen transhumanistische und posthumanistische Strömungen, die in der technischen Überwindung menschlicher Begrenztheit das eigentliche Heil erblicken. Diese Ideologien bildeten, so das Dokument, den <em>„ideologischen Hintergrund, der in einigen technologischen Machtzentren anzutreffen ist&quot;</em> (Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>,&nbsp;Nr. 115).</p>
<p>Der Papst entgegnet mit dem christlichen Humanismus:</p>
<p><em>„In Christus verstehen wir, dass der Mensch dazu berufen ist, am Werk der Schöpfung mitzuwirken, statt resigniert den technologischen Entwicklungen zuzusehen, die unsere Freiheit und Verantwortung einschränken. Die Würde, die der Heilige Geist jedem von uns verleiht, zeigt sich auch in der Fähigkeit, kritisch zu reflektieren, frei zu wählen, selbstlos zu lieben und echte Beziehungen einzugehen. Kein noch so ausgeklügeltes Computersystem erschafft ein Herz, das sich hingibt, oder ein Gewissen, das das Gute erkennt.&quot;</em><br /><br />— Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 233</p>
<p>Menschliche Begrenztheit sei kein Fehler, der korrigiert werden müsse, sondern der Raum, in dem Mitgefühl, echte Fürsorge, Gebet und Gottesbeziehung erst möglich werden. Das wahre <em>„more than human&quot;</em> komme nicht aus der Technologie, sondern aus der Gnade Gottes — eine Unterscheidung, die Leo XIV. als <em>„radikal&quot;</em> gegenüber den <em>„prometheischen Träumen&quot;</em> des Transhumanismus bezeichnet. (Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>,&nbsp;Nr. 128)&nbsp;</p>
<p><strong>Fazit: Kein neuer Turmbau zu Babel&nbsp;</strong></p>
<p>Die Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em> ist kein technikfeindliches Lehrschreiben. Es stellt nicht die Frage ja oder nein zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz, sondern die Frage nach dem wie diese gestaltet wird und nach dem wer? Also wer die KI erstellt und wer sie frei nutzen kann.&nbsp;<em><br /><br /></em>Die Enzyklika <em>&quot;Großartige Menschheit&quot;, </em>wie der Titel in deutscher Übersetzung heißt, begrüßt, dass KI heilen, bilden und verbinden kann. Ihr leitender Gedanke aber ist ein ethischer Imperativ: Technologie muss stets an der Frage gemessen werden, ob sie das Leben tatsächlich menschlicher macht. </p>
<p><em>„Macht KI das menschliche Leben auf dieser Erde wirklich in jeder Hinsicht menschlicher? Macht sie das Leben menschenwürdiger?&quot;</em>&nbsp;<br /><br />- Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 129<br /><br />Diese Frage, die Leo XIV. im Geiste von Leo XIII. stellt, ist der eigentliche Prüfstein der ganzen Enzyklika.<br /><br />Als konkrete <strong>Handlungsempfehlungen</strong> benennt Papst Leo XIV. &quot;fünf  Ansätze für die Verantwortung im Alltag und im öffentlichen Leben&quot;. Diese sind:&nbsp;<br /><strong><br />&quot;Worte entwaffnen, Frieden in Gerechtigkeit aufbauen, die Perspektive der Opfer einnehmen, einen gesunden Realismius pflegen sowie den Dialog und den Multilaterialismus wiederbeleben.&quot;&nbsp;</strong><br /><br />- Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 213</p>
<p>Papst Leo XIV: legt den Leser:innen ans Herz, nicht den Turm zu Babel zu bauen, sondern — nach dem Vorbild Nehemias — gemeinsam und verantwortungsbewusst zu handeln: <em>„<br /><br />Baumeister der Gemeinschaft zu sein, keine Architekten von Babel; Diener des kommenden Reiches, keine Herren von Türmen, die einzustürzen bestimmt sind.&quot;</em>&nbsp;<br /><br />- Enzyklika <em>Magnifica Humanitas</em>, Nr. 16<br /><strong><br />Die Enzyklika&nbsp;</strong><strong>&quot;Magnifica Humanitas&quot;&nbsp;</strong><strong>ist in deutscher Sprache auf der <a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html" target="_blank">Vatikan-Website </a>verfügbar. Zudem kann sie auf der <a href="https://www.dbk.de/vatikan/dokumente-der-paepste/enzyklika-magnifica-humanitas" target="_blank">DBK - Website </a>als Broschüre in deutscher Sprache vorbestellt werden.&nbsp;&nbsp;</strong></p>
<p><em>Lesetipp: Der Beitrag von Eckhard Bieger SJ zu&nbsp;</em>Magnifica Humanitas<em>&nbsp;</em><em>bei unserem Partnerportal <a href="https://hinsehen.net/digitalisiert/artikel/leo-xiv-die-ideologie-der-ki/" target="_blank">hinsehen.net</a>.&nbsp;<br /><br />Christian Schnaubelt<br />(Chefredakteur und Herausgeber der Portale explizit.net und kath.de)<br /><br /></em><strong>Hinweis: Die Portale explizit.net und kath.de werden in mehreren     Beiträgen über die Themen Digitalisierung und Künstliche Intellgenz   im   Mai / Juni 2026 <a href="https://explizit.net/monatsthema/" target="_blank">hier</a> berichten.&nbsp;</strong></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Monatsthema</category>
							
								<category>Medien</category>
							
						
						
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					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-2676</guid>
						<pubDate>Fri, 29 May 2026 10:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Kommentar: Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt wird Topthema</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/kommentar-kuenstliche-intelligenz-in-der-arbeitswelt-wird-topthema/</link>
						<description>Immer öfter wird Künstliche Intelligenz im Zusammenhang mit Unternehmens- Ergebnissen als bestimmender Faktor genannt. So bei der Präsentation der Unternehmensdaten der Deutschen Bank und bei der Bilanzpressekonferenz der Commerzbank. Aber zwischen Euphorie und Alarmismus zeichnet sich zunehmend ein differenzierteres Bild ab. Ein Kommentar des Finanzexperten Ulrich Lehmann. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><em>-ein Beitrag im Rahmen des Monatsthemas Digitalisierung und Künstliche Intelligenz der Portale explizit.net und kath.de-</em><br /><br />Gerade auch der Wirtschaftsnobelpreisträger 2024 und Institutsprofessor am MIT (Massachusetts Institute of Technology)<span lang="IT"> Daron Acemoglu </span>weist in seinem Buch „Macht und Fortschritt“ auf interessante Aspekte hin, die bisher weniger beachtet wurden.</p>
<p><strong>Die Produktivitätsrevolution ist zurzeit nur eine Wunschprognose</strong></p>
<p>Während Technologieunternehmen häufig von einer bevorstehenden Produktivitätsrevolution sprechen, warnt Acemoglu vor überzogenen Erwartungen. In mehreren Studien argumentiert er, dass der wirtschaftliche Nutzen von KI kurzfristig begrenzter ausfallen dürfte als angenommen. Nur ein kleiner Teil aller Tätigkeiten lasse sich tatsächlich kostengünstig automatisieren. <span lang="IT">Acemoglu sch</span>ätzt, dass in den kommenden zehn Jahren lediglich rund fünf Prozent aller Arbeitsaufgaben wirtschaftlich sinnvoll durch KI ersetzt werden k<span lang="SV">ö</span>nnten.&nbsp; Der Grund liegt in der Realität vieler Arbeitsprozesse: Die meisten Berufe bestehen nicht aus einer einzigen standardisierten Tätigkeit, sondern aus komplexen Kombinationen sozialer, organisatorischer und kreativer Aufgaben. Selbst dort, wo KI einzelne Schritte übernehmen kann, bleibt menschliche Kontrolle oft unverzichtbar.</p>
<p>Diese Thesen haben zumindest für große, international tätige Großbanken eine gewisse Stichhaltigkeit, da hier bereits viele Tätigkeiten durch den Einsatz von Maschinen automatisiert wurden und immer dieselben Tätigkeiten in erheblichem Maße in andere Länder wie Indien oder Polen ausgelagert werden.Die verbleibenden Stellen sind in der Regel recht gemischt, das heißt, es müssen im Tagesablauf viele unterschiedliche Tätigkeiten ausgeführt werden und nicht immer nur sogenannte wissensintensive Routinetätigkeiten. In der Regel gilt, dass Tätigkeiten, die man leicht überwachen kann, auch leicht automatisiert werden können. Die Anstrengung für kreatives Arbeiten kann hingegen schlechter beobachtet und überwacht werden.</p>
<p>Zurzeit wird im Banksektor allerdings versucht, auf europäischer Ebene eine weitgehende Homogenisierung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und einen erleichterten Marktzutritt gerade auch von Verwahrstellen von Wertpapieren in alle Länder der EuropäischenUnion zu erreichen. Das zielt aber darauf ab, Arbeitsprozesse zu homogenisieren und dann automatisieren zu können,und hat so direkt nichts mit der KI zu tun.</p>
<p>Acemoglu warnt zudem vor einer weiteren problematischen Entwicklung, die er als „so-la-la-Automation“ bezeichnet&nbsp;– eine mittelmäßige Automatisierung, die zwar Arbeitskräfte ersetzt, aber kaum echte Produktivitätsgewinne schafft. Unternehmen k<span lang="SV">ö</span>nnten versucht sein, Menschen durch billigere KI-Systeme zu ersetzen, selbst wenn die Qualität leidet. Beispiele dafür finden sich bereits im automatisierten Kundendienst oder bei algorithmisch erzeugten Online-Inhalten. Die Folge wären sinkende L<span lang="SV">ö</span>hne und schlechtere Dienstleistungen, ohne dass die Gesamtwirtschaft spürbar effizienter würde. </p>
<p><strong>Soziale Intelligenz als Wettbewerbsvorteil</strong></p>
<p>Auch hier kann man ihm teilweise recht geben. Wohl jeder hatte schon mit KI-Systemen zu tun, wenn man versucht, den Kundendienst einer Bank oder anderer Dienstleister zu erreichen, und viele werden mit dem Ergebnis nicht zufrieden gewesen sein. Es zeichnet sich ab, dass es bei vielen Dienstleistungen zu einem billigen Basisprogramm, etwa bei Bankdienstleistungen und der Gastronomie (‚Self Service‘ und Lieferdienste), kommt. Hier ist der Wettbewerbsdruck dann recht hoch und die Margen entsprechend gering. Geld kann man hier dann vor allem durch einen exzellenten Service verdienen, für den die Kunden bereit sind, zu bezahlen. Also eher soziale Intelligenz als artifizielle Intelligenz.&nbsp; Die Edelgastronomie lebt gerade auch von der persönlichen Zuwendung des Personals an die Kunden. Auch im Handel gilt, dass ein positives Einkaufserlebnis und gute Beratung zu einem höheren Umsatz und mehr Rendite führen. Mit reiner Bedürfnisbefriedigungim Massengeschäftist kaum Geld zu verdienen. Nur mit einem Service, der höhere Preise rechtfertigt, lassen sich gute Margen bei Dienstleistungen erzielen. Noch deutlicher ist die Wichtigkeit von sozialer Intelligenz in der Altenpflege und im Gesundheitswesen. Hier kann menschliche Zuwendung nur sehr bedingt durch KI ersetzt werden.</p>
<p><strong>KI kann nicht überall gut eingesetzt werden.</strong></p>
<p>In vielen Tätigkeitsfeldern ist es kaum möglich,KI als Ersatz für menschliche Arbeitskraft einzusetzen. Etwa in den meisten handwerklichen Berufen, der Landwirtschaft oder der Medizin. Auch im Bereich der inneren und äußerenSicherheit wird die KI den Menschen nicht ersetzen können, sondern seine Fähigkeiten erweitern und unterstützen. KI wäre hier ein weiteres Instrument, das den Menschen unterstützt, wie etwa der Taschenrechner oder der Personal Computer. Auch dürfte die KI langfristig neue Beschäftigungsfelder hervorbringen&nbsp;– etwa in der Datenanalyse, der KI-Überwachung, der digitalen Bildung oder im Bereich menschlicher Dienstleistungen, die sich kaum automatisieren lassen.</p>
<p><strong>Technologische Innovation bedeutet nicht automatisch gesellschaftlichen Fortschritt</strong></p>
<p>Daron Acemoglu erinnert daran, dass es den meisten Menschen auf der Erde heute besser geht als ihren Vorfahren. Sie haben sich in den frühen Industriegesellschaften Bürger und Arbeiter zusammenschlossen, um die von den Eliten bestimmten Entscheidungen über Technologie und Arbeitsbedingungen anzufechten sowie eine gleichmäßigereAufteilung der Erträge technischer Verbesserungen zu erzwingen. &nbsp;Entscheidend wird daher die politische Gestaltung des Wandels sein. Bildungssysteme, Weiterbildung und soziale Sicherung gewinnen an Bedeutung. Wenn Beschäftigte frühzeitig für neue Anforderungen qualifiziert werden, k<span lang="SV">ö</span>nnte KI tatsächlich denWohlstand erh<span lang="SV">ö</span>hen, ohne massive Arbeitslosigkeit auszul<span lang="SV">ö</span>sen. Unterbleiben solche Investitionen, drohen soziale Spannungen und eine weitere Polarisierung des Arbeitsmarktes. Wichtig ist daher nicht nur, was Maschinen k<span lang="SV">ö</span>nnen, sondern auch, wie Gesellschaften entscheiden, sie einzusetzen.</p>
<p>Die<span lang="NL">Europ</span>äische Union versucht, die <span lang="EN-US">KI st</span>ärker zu regulieren. Datenschutz, Transparenz und Arbeitnehmerrechte spielen dabei eine größere Rolle. Kritiker befürchten Wettbewerbsnachteile gegenüber den USA und China. Befürworter argumentieren dagegen, dass gerade Vertrauen und Verlässlichkeit langfristig wirtschaftliche Stärke schaffen k<span lang="SV">ö</span>nnten.</p>
<p>Acemoglu und Simon Johnson betonen auch die Notwendigkeit des Eigentumsrechts der Nutzer an ihren Daten und einen wirksamen Schutz der Privatsphäre. Auch eine Automatisierungssteuer und die Zerschlagung von Monopolen der Tech-Konzerne sollten nicht außer Betracht gelassen werden, um die technologische Entwicklung weg von Automatisierung, Überwachung, Datensammlung und digitaler Werbung zu lenken.</p>
<p>Man darf also gespannt die weitere Entwicklung betrachten. Wird die KI hauptsächlich dazu verwendet, Arbeitnehmer zu überwachen und als Ersatz für menschliche Arbeitskräfte zu dienen? Oder wird sie die Fähigkeiten der Menschen erweitern und damit einen Produktivitätsschub auslösen, den wir angesichts des weltweiten Rückgangs des Arbeitskräftepotenzials, insbesondere bei gut ausgebildeten Menschen, dringend brauchen?</p>
<p><em>Ein Kommentar von Ulrich Lehmann</em></p>
<p>Literatur u.&nbsp;a.: Daron Acemoglu und Simon Johnson: Macht und Fortschritt, unser 1000-jähriges Ringen um Technologie und Wohlstand. </p>
<p><strong>Hinweis: Die Portale explizit.net und kath.de werden in mehreren    Beiträgen über die Themen Digitalisierung und Künstliche Intellgenz  im   Mai / Juni 2026 <a href="https://explizit.net/monatsthema/" target="_blank">hier</a> berichten.&nbsp;</strong></p>]]></content:encoded>
						
							
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						<pubDate>Thu, 28 May 2026 10:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Lagoda: &quot;Es ist wichtig nachzudenken, dann mutig aufzustehen und sich persönlich einzubringen&quot;</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/lagoda-es-ist-wichtig-nachzudenken-dann-mutig-aufzustehen-und-sich-persoenlich-einzubringen/</link>
						<description>Der 104. Deutsche Katholikentag endete am 17. Mai. Aber das Katholik:innen-Treffen in Würzburg hat Spuren hinterlassen. Die Portale explizit.net und kath.de befragen daher Organisationen und Verbände nach ihrem Fazit. Heute Teil 4: Lucia Lagoda, stellvertretende Bundesvorsitzende des katholischen Frauenverbandes kfd. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage 1: Frau Lagoda, der 104. Deutsche Katholikentag ist beendet. Welches Fazit ziehen Sie?</strong></p>
<p>Der Katholikentag in Würzburg hat gut getan und gezeigt, dass es weiterhin eine Sehnsucht nach persönlicher Begegnung und persönlichem Austausch unter katholischen Christen gibt. Aber das nicht nur innerhalb der „katholischen Blase“, sondern weit darüber hinaus. Das hat man daran gemerkt, dass es auf der Kirchenmeile Stände auch nicht katholischer Akteure z.B. der evangelischen Kirche, der Bertelsmann Stiftung, der Rosa-Luxemburg Stiftung und weiterer namhafter Institutionen gab.&nbsp; </p>
<p>Das Motto: „Hab Mut, steh auf“ hat darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, nachzudenken und dann mutig aufzustehen und sich persönlich einzubringen, sowohl in der Kirche als auch in der Gesellschaft um die Demokratie zu erhalten, die Menschenwürde immer wieder einzufordern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. </p>
<p>Der Katholikentag in Würzburg war abwechslungsreich: er war fröhlich, fromm, gemeinschaftlich, nachdenklich und ermutigend.&nbsp;</p>
<p><strong>Frage  2: ZdK und DBK haben betont, dass der Katholikentag 2026 politische  Zeichen in Kirche und Gesellschaft gesetzt hat. Welche waren dies aus  Ihrer Sicht und gibt es aus Ihrer Sicht auch Themen, die in Würzburg zu  kurz gekommen sind?&nbsp;</strong></p>
<p>Natürlich spielt auf Katholikentagen das ganze Spektrum der katholischen Themen eine große Rolle, also Themen wie z.B. Spiritualität, Gebet, Mediation, Gottesdienste, Glaubensfragen und Fragen nach dem Sinn des Lebens usw. Aber die Katholikentage waren schon immer politisch. Dieser Katholikentag hat m.E. die Politik noch einmal stärker in den Vordergrund gerückt.</p>
<p>Obwohl die Kirche sich innerhalb ihrer Strukturen schwer tut, hat sie sich doch klar zur Demokratie bekannt und sich&nbsp; vehement gegen rechtsextremes Gedankengut gestellt. Veranstaltungen zum&nbsp; Demokratieverständnis, einer Gesellschaft die wieder zusammenhalten und -wachsen muss, nahmen einen großen Raum ein.</p>
<p>In einer eigens eingerichteten „Demokratie-Kirche“ wurden&nbsp; Workshops zu den Themen: Menschenwürde, Teilhabe und Verständigung angeboten.</p>
<p>Weitere politische Themen wie „Krieg, Frieden, Aufrüstung und Sicherheit“ waren Inhalt in vielen gut besuchten Podien, Gesprächskreisen und Workshops. Man merkte in allen Veranstaltungen die Aktualität und die große Relevanz dieser Themen für alle Teilnehmenden.</p>
<p>Das Thema der Missbrauchs-Aufarbeitung war präsent, aber es hätte angesichts seiner gesamtgesellschaftlichen Tragweite wesentlich zentraler platziert sein können. Für viele Betroffene und Menschen, die die Kirche deswegen verlassen haben, ist dies für sie die Glaubwürdigkeitsfrage der Kirche.</p>
<p>Auch das Thema „Kirchenaustritte“ hätte m.E. mehr Beachtung verdient.<br /><br />        <strong>Frage 3: Hat der Katholikentag aus Sicht der kfd  &quot;Rückenwind&quot; oder &quot;Gegenwind&quot; in die Debatte um ein &quot;Frauendiakonat&quot; in  Deutschland gegeben?</strong>&nbsp;</p>
<p>Ich denke, es hat&nbsp; „Rückenwind“ für die Debatte des Frauendiakonates gegeben.</p>
<p>Die kfd hat den Katholikentag in Würzburg genutzt, um wieder einmal gezielt die Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche und hier besonders die Predigterlaubnis für Frauen innerhalb von Eucharistiefeiern und den Diakonat der Frau einzufordern.</p>
<p>Besonders deutlich sehe ich dies beim gemeinsamen Aufruf katholischer Reformkräfte, den auch die kfd mit unterzeichnet hat. Hier haben wir ausdrücklich die „dringend notwendige Erneuerung aller priesterlichen, diakonischen und leitungs-Dienste“ gefordert.</p>
<p>Dies kam bei den&nbsp; Diskussionen im kfd-Zelt sehr stark zum Ausdruck und wurde durch unsere öffentlichen Aktionen unterstützt.</p>
<p>Ganz besonders die Preacher-Slams, als Highlight des Predigerinnentages der kfd, haben sehr großen Anklang unter den Besucher*innen gefunden. Damit hat die kfd gezeigt, dass wir Frauen bereits geistliche Verantwortung übernehmen und unsere Stimmen in der Kirche zu diesen Themen gehört und beachtet werden sollten.</p>
<p>Die kfd hat auf dem Katholikentag einerseits Bestärkung und Unterstützung erfahren und konnte andererseits unserem berechtigten Anliegen öffentliche Sichtbarkeit verschaffen. All&nbsp; das werten wir als „Rückenwind“ für uns.</p>
<p><strong>Zusatzfrage: Beim Katholikentag in Würzburg wurde der Ruf nach einem Ökumenischen Kirchentag wieder lauter. Wie stehen Sie dazu?&nbsp;</strong></p>
<p>Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland haben viele gemeinsame Fragen zu beantworten wie z.B. die Glaubwürdigkeit der Kirchen, der Umgang mit Macht und Missbrauch, Fragen sozialer Gerechtigkeit, Frieden, Sicherheit und den Klimaschutz. </p>
<p>Aber man darf nicht verkennen, dass es auch große Unterschiede gibt, die sich so schnell nicht verändern lassen, so zur Frage des gemeinsamen Abendmahls bzw. der Eucharistie oder das unterschiedliche Amtsverständnis.</p>
<p>Der Katholikentag in Würzburg hatte schon viele ökumenische Ansätze, so etwa die Beteiligung der ACK. Ferner gab viele konfessionsübergreifende Angebote. Ich denke da z.B. an den ökumenischen Frauengottesdienst im Kiliansdom mit 1450 Besucher*innen.</p>
<p>Ich denke auch, dass die Basis vor Ort in vielen Pfarrgemeinden weiter ist als unsere Kirchenleitungen vermuten. Das christliche Miteinander im Alltag funktioniert vielerorts unproblematisch. </p>
<p>Ich würde die Tradition der ökumenischen Kirchentage, die alle sehr erfolgreich waren, gerne fortgeführt sehen.</p>
<p><em>Das Interview mit Lucia Lagoda, stellvertretende Bundesvorsitzende der kfd, führte Christian Schnaubelt, Chefredakteur und Herausgeber von explizit.net.&nbsp;</em></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Kirche</category>
							
						
						
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						<pubDate>Wed, 27 May 2026 17:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Weisner: &quot;notwendige Reformen in allen Bereichen, kirchlich wie gesellschaftlich&quot;</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/weisner-notwendige-reformen-in-allen-bereichen-kirchlich-wie-gesellschaftlich/</link>
						<description>Der 104. Deutsche Katholikentag endete am 17. Mai. Aber das Katholik:innen-Treffen in Würzburg hat Spuren hinterlassen. Die Portale explizit.net und kath.de befragen daher Organisationen und Verbände nach ihrem Fazit. Heute Teil 3: Christian Weisner vom &quot;Wir sind Kirche&quot; - Bundesteam. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage 1: Herr Weisner, der 104. Deutsche Katholikentag ist beendet. Welches Fazit ziehen Sie?</strong> </p>
<p>Es  war ein Katholikentag der Begegnungen, bis auf die Regenschauer hat  alles sehr gut gepasst. Sehr gut, dass die großen Gottesdienste und auch  die vielfältige Kirchenmeile offen zugänglich waren. Das hat sicher  dazu beigetragen, dass dieser Katholikentag so gut besucht war. Wir  Reformkräfte haben sehr viel Zuspruch erfahren. Der Aufruf von 30  Organisationen hat deutlich gemacht, wie notwendig Reformen in allen  Bereichen sind, kirchlich wie gesellschaftlich. Mit der Menschenkette  für Frauengerechtigkeit zwischen Dom und Augustinerkirche haben wir auch  nach außen ein wichtiges Zeichen gesetzt.<br />         <br />         <strong>Frage  2: ZdK und DBK haben betont, dass der Katholikentag 2026 politische  Zeichen in Kirche und Gesellschaft gesetzt hat. Welche waren dies aus  Ihrer Sicht und gibt es aus Ihrer Sicht auch Themen, die in Würzburg zu  kurz gekommen sind?&nbsp;</strong><br /><br />        Ja,  Katholiken- wie Kirchentage sind wichtige Diskursräume nicht nur für  kirchliche, sondern für gesellschaftliche und selbstverständlich auch  politische Themen. Die haben wir derzeit wahrlich genug. Katholiken- wie  Kirchentage bieten Raum für solche Debatten einerseits auf der großen  Bühne mit Prominenten, aber auch in den vielen kleinen Gesprächsgruppen  und Begegnungen. Gesellschaft lebt vom Miteinander und vom Austausch.  Diese persönlichen Begegnungen sind tausendmal besser als die  sogenannten „sozialen Medien“, die in Wahrheit sehr unsozial sind. Ich  fand diesen Katholikentag im guten Sinne politisch wie z.B. die Predigt  des neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr.  Heiner Wilmer, im Schlussgottesdienst. Aber natürlich konnten nicht alle  Themen angesprochen werden. Die Problematik Israel-Palästina ist leider  ein so sensibles Thema für uns in Deutschland, das nur sehr schwer  anzugehen ist.<br />         <br />         <strong>Frage  3: Hat der Katholikentag aus Sicht von &quot;Wir sind Kirche&quot; eher  &quot;Rückenwind&quot; oder eher &quot;Gegenwind&quot; für den Reformprozess &quot;Synodaler Weg&quot;  oder die Debatte um das Frauendiakonat in Deutschland gegeben?&nbsp;</strong>        <strong></strong></p>
<p>Der  Synodale Weg ist aus Deutschland nicht mehr wegzudenken, er ist  notwendig wie das Amen in der Kirche. Anstoß war die 2018  veröffentlichte MHG-Studie, die Missbrauchsstudie im Auftrag der  Deutschen Bischofskonferenz. Das darf nie vergessen werden. Die von der  MHG-Studie erkannten systemischen Ursachen sexualisierter und auch  geistlicher Gewalt sind in den letzten sechs Jahren intensiv behandelt  worden. Da ist viel geleistet worden. Jetzt gilt es, diese Ergebnisse in  den weltweiten Synodalen Prozess einzubringen, den Papst Franziskus  2021 eröffnet hat. Die Veranstaltung mit Kardinal Mario Grech, dem  Generalsekretär der römischen Bischofssynode hat gezeigt, dass das  Verständnis von Synodalität in Rom und in Deutschland noch  unterschiedlich ist. Das erfordert weitere Kommunikation. Kurz nach dem  Katholikentag kam wieder ein Dokument des Vatikan, das die Kirchen  weltweit daran erinnert, konkrete Vorschläge für Reformen zu machen, die  dann 2028 in Rom zusammengetragen werden. Sehr bemerkenswert war, was Weihbischof Ludger Schepers aus Essen in  einer Veranstaltung zur Frauenweihe gesagt hat. Die „Frauenfrage“, die  ja eigentlich ein Männerproblem ist, entscheidet über die Zukunft  unserer Kirche.</p>
<p><strong>Zusatzfrage:  Beim Katholikentag in Würzburg wurde der Ruf nach einem Ökumenischen  Kirchentag wieder lauter. Wie stehen Sie dazu?&nbsp;</strong> </p>
<p>Es  scheint schwierig zu sein, die Jahresrhythmen beider Großereignisse  aufeinander abzustimmen. Mein Rat: Jeder Katholikentag und jeder  Evangelischer Kirchentag sollte wesentliche ökumenische Anteile  enthalten. Das ist Einheit in Vielfalt, das schärft einerseits die  Profile, macht aber auch deutlich, wie wichtig diese Treffen von  Christinnen und Christen für unsere Kirchen und auch für unser Land  sind. Unsere Demokratie braucht Katholiken- wie Kirchentage, denn ohne  Werte ist Demokratie nichts wert. </p>
<p><em>Das Interview mit Christian Weisner aus dem &quot;Wir sind Kirche&quot;-Bundesteam führte Christian Schnaubelt, Chefredakteur und Herausgeber von explizit.net.&nbsp;</em></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Kirche</category>
							
						
						
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						<pubDate>Mon, 25 May 2026 19:05:00 +0200</pubDate>
						<title>Papst-Enzyklika &quot;magnifica humanitas&quot;: Positive Reaktionen in Deutschland </title>
						<link>https://explizit.net/artikel/papst-enzyklika-magnifica-humanitas-positive-reaktionen-in-deutschland/</link>
						<description>Die Enzyklika &quot;Magnifica humanitas – über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz&quot; wurde von Papst Leo XIV. am 15. Mai unterzeichnet und am Pfingstmontag (25. Mai) im Vatikan - mit Ansprache des Heiligen Vaters - der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Portale explizit.net und kath.de fassen die Reaktionen aus Deutschland zusammen (der Beitrag wird regelmäßig aktualisiert). </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><em>-ein Beitrag im Rahmen des Monatsthemas Digitalisierung und Künstliche Intelligenz der Portale explizit.net und kath.de-<br /><br /></em>Im Rahmen einer Pressekonferenz würdigte die Deutsche Bischofskonferenz am 25. Mai 2026 in Bonn das Erscheinen der Papst-Enzyklika &quot;Magnifica humanitas&quot;:<br /><br />„Papst Leo XIV. legt sein erstes eigenes Lehrschreiben vor, unterzeichnet am 135. Jahrestag der ersten Sozialenzyklika <em>Rerum novarum</em> seines Namensvorgängers, Papst Leo XIII. <em>Magnifica humanitas</em>  („Großartige Menschheit“ (1)) lautet der Name dieser neuen  Sozialenzyklika. (…) Ich bin dem Heiligen Vater sehr dankbar für dieses  wegweisende Dokument, das mit dem Maßstab der katholischen Soziallehre  pointiert die Gegenwart analysiert und Leitplanken für die Zukunft  bietet. Wenngleich eine umfassende und gründliche Lektüre dieses Textes  unbedingt erforderlich ist, möchte ich bereits am Tag seiner  Veröffentlichung einige erste Anmerkungen machen: <em>Magnifica humanitas</em> kommt zur rechten Zeit in eine Welt im tiefgreifenden Umbruch“ (…)<br /><br />sagte dabei <strong>DBK-Vorsitzender Dr. Heiner Wilmer</strong>.&nbsp;<br /><br />„Mit diesem Schreiben legt der Papst die erste umfassende Antwort der  katholischen Kirche auf die Herausforderungen Künstlicher Intelligenz  (KI) vor. Er tut dies in einer Sprache, die weit über kirchliche Kreise  hinaus verstanden werden will. Schon der Titel ist ein Statement. In  einer Zeit, in der im Zusammenhang mit KI oft vom Untergang der  Menschheit gesprochen wird, spricht der Papst von der großartigen  Menschheit“ (…)<br /><br />ergänzte bei der Pressekonferenz in Bonn&nbsp;<strong>Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer</strong>&nbsp;vom Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre an der Albert-Ludwig-Universität in Freiburg.&nbsp;<br /><br />Als „starkes Zeichen für eine Kirche, die die Herausforderungen der  Gegenwart erkennt und sich konstruktiv einmischt“ würdigte die  Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), <strong>Dr. Irme  Stetter-Karp</strong>, die Enzyklika „Magnifica  Humanitas“ und führte weiter aus:&nbsp;<br /><br />&quot;Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz geht es mehr denn  je um den Menschen. Das sagt Papst Leo XIV. mit jedem Satz. Der Mensch  muss Verantwortung für die Entwicklung, Nutzung und Zukunft der KI  übernehmen. Das technisch Mögliche einfach zu tun, es nicht zu bewerten,  betrachtet er als eine der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts. Für  mich ist eine seiner stärksten Aussagen: ‚Wir können KI nicht als  moralisch neutral betrachten.‘“ (...)<br /><br />Die ZdK - Präsidentdin zeigt sich zugleich dankbar dafür, „dass der Papst mit  diesem Schreiben die katholische Soziallehre als zukunftsweisend  markiert. Wir als Vertretung der katholischen Zivilgesellschaft in  Deutschland fühlen uns von Leo XIV. damit gestützt. Und wir sehen uns  vor der Aufgabe, die Art des durch ihn nun weltweit angestoßenen  Diskurses über Künstliche Intelligenz mitzutragen und in seinem Sinne  voranzutreiben.“&nbsp;<br /><br />Nach Ansicht der Reformbewegung&nbsp;<strong><em>&quot;Wir sind Kirche&quot; </em></strong>bietet die Enzyklika &quot;Magnifica Humanitas&quot; angesichts  der aktuellen Herausforderungen von Globalisierung, Technisierung,  sozialer Ungerechtigkeit &nbsp;und „Künstlicher Intelligenz“ eine große  Chance zu einem ethischen Leitbild zu werden, das weltweit Beachtung  finden kann, wie dies die bisherigen Sozialenzykliken geworden sind, schrieb Pressesprecher <strong>Christian Weisner.&nbsp;<br /><br />Ergänzung 26. Mai 2026 (9 Uhr):<br /></strong><br />Die <strong>Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten Deutschlands (GKP) </strong>freut sich über den Stellenwert, den der Papst dem Journalismus in einer „Ökologie der Kommunikation” beimisst. „In einer Welt, in der falsche Informationen und Lügen als Waffe verwendet und Journalistinnen und Journalisten bedroht, gegängelt und getötet werden, steht der Papst ein für die Freiheit der Presse als wesentliche Bedingung für die Demokratie und eine offene Gesellschaft“, sagt der GKP-Vorsitzende <strong>Joachim Frank</strong>. „Konsequent nimmt die Enzyklika den Akzent auf, den der Papst in Ton und Inhalt bereits in einer seiner ersten Ansprachen nach seiner Wahl im Mai 2025 gesetzt hat. Er zeigt damit, wie wichtig ihm das Thema Pressefreiheit ist.“&nbsp;<br /><br /> Besonders würdigt die GKP auch die kritischen Töne des Papstes zu kirchlichen Versuchen der Kommunikationskontrolle. &quot;Leo XIV. betont hier, dass auch christliche Gemeinschaften 'an einer transparenten Kommunikation und ehrlichen Suche nach Fakten mitwirken' müssten und räumt ein, dass das nicht immer der Fall gewesen sei.&nbsp;(...) Diese selbstkritischen Aussagen über die Verantwortung der Kirche beschreiben zugleich eine eigene Verantwortung kirchlicher Medien und bestimmen ihren Auftrag.&quot;<br /><br />Hinweise:</p>
<p>Die Enzyklika &quot;Magnifica Humanitas&quot; ist auf der <a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html" target="_blank">Vatikan-Website</a> verfügbar und kann auf der Website der Deutschen Bischofskonferenz als <a href="https://www.dbk-shop.de/de/publikationen/verlautbarungen-apostolischen-stuhls/enzyklika-magnifica-humanitas-papst-leo-xiv-schutz-menschen-zeitalter-kuenstlichen-intelligenz" target="_blank">Broschüre&nbsp;in deutscher Sprache</a>&nbsp;vorbestellt werden. Zudem hat die DBK eine <a href="https://www.dbk.de/vatikan/dokumente-der-paepste/enzyklika-magnifica-humanitas" target="_blank">Sonderseite</a> mit weiteren Informationen eingerichtet.&nbsp;<br /><br /><strong>Dieser Beitrag wird regelmäßig mit weiteren Reaktionen in Deutschland ergänzt werden</strong>.&nbsp;<br /><br /><em>Christian Schnaubelt<br />(Chefredakteur und Herausgeber der Portale explizit.net und kath.de)<br /><br /></em><strong>Hinweis: Die Portale explizit.net und kath.de werden in mehreren   Beiträgen über die Themen Digitalisierung und Künstliche Intellgenz im   Mai / Juni 2026 <a href="https://explizit.net/monatsthema/" target="_blank">hier</a> berichten.&nbsp;</strong></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Monatsthema</category>
							
								<category>Medien</category>
							
						
						
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					</item>
				
					<item>
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						<pubDate>Mon, 25 May 2026 15:00:00 +0200</pubDate>
						<title>&quot;Magnifica Humanitas&quot;: Papst Leo's Enzyklika zu Künstlicher Intelligenz</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/magnifica-humanitas-papst-leos-enzyklika-zu-kuenstlicher-intelligenz/</link>
						<description>Die Enzyklika &quot;Magnifica humanitas – über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz&quot; wurde von Papst Leo XIV. am 15. Mai unterzeichnet und am Pfingstmontag (25. Mai) - mit Ansprache des Heiligen Vaters - der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Portale explizit.net und kath.de dokumentieren die Vorstellung des päpstlichen Lehrschreibens im Vatikan. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><em>-ein Beitrag im Rahmen des Monatsthemas Digitalisierung und Künstliche Intelligenz der Portale explizit.net und kath.de-<br /><br /></em>Die Präsentation der Enzyklika &quot;Magnifica Humanitas&quot; fand am Pfingstmontag, 25. Mai in der Aula des Vatikans statt. Erstmals nahm an der Vorstellung eines päpstlichen Lehrscheibens ein Pontifex persönlich teil und richtete auch die Worte an die Vertreter:innen aus Kurie, Diplomatie und Medien.&nbsp;<br /><br />Im Vorfeld der Ansprache von Papst Leo XIV. kündigte in der Synodenaula <strong>Christopher Olah</strong> (Mitbegründer KI-Unternehmens Anthropic aus den USA) &quot;eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und moralischen Instanzen wie dem Vatikan an&quot;. Wie Vatican News berichtete hat Olah auch an der Erstellung der Enzyklika mitgewirkt (<a href="https://explizit.net/(https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-05/enzyklika-magnifica-humanitas-parolin-fernandez-czerny-rowlands.html).">https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-05/enzyklika-magnifica-humanitas-parolin-fernandez-czerny-rowlands.html</a>).<br /><br />Zudem gabe zwei Theologinnen Statements an:<strong>&nbsp;Anna  Rowlands </strong>aus Großbritannien &quot;ordnete die Enzyklika als eine neue Synthese der kirchlichen Soziallehre ein&quot; und <strong>Leocadie Lushombo</strong> aus dem Kongo formulierte &quot;eine deutliche Warnung vor den Schattenseiten der Technologie für den Globalen Süden.&quot;<br /><br />Aus der vatikanischen Kurie sprachen bei der Vorstellung der Enzyklika &quot;Magnifica Humanitas&quot; <strong>Kardinalstaatssekretär  Pietro Parolin</strong>. Dieser &quot;warnte vor den weitreichenden gesellschaftlichen Konsequenzen einer ungesteuerten technologischen Entwicklung&quot;. <strong>Glaubenspräfekt Kardinal Víctor Manuel Fernández</strong> &quot;hob den theologischen Kern des Sozialdokuments hervor&quot; und der <strong>Präfekt des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen Kardinal Michael Czerny</strong>, &quot;würdigte KI als ein bemerkenswertes Produkt der menschlichen  Erfindungskraft und als Ausdruck der Teilhabe an der göttlichen  Kreativität.&quot;<br /><em><br /></em><strong>Ansprache von Papst Leo XIV. am 25. Mai 2026 im Vatikan<br /></strong>(übersetzt aus dem Englischen und redaktionell zusammengefasst)&nbsp;<strong><br /></strong><br />Papst Leo XIV. dankte den Anwesenden und den Organisatoren der Vorstellung der Enzyklika <strong>„</strong>Magnifica Humanitas“. Der Heilige Vater beschrieb die künstliche Intelligenz als eine epochale Umwälzung, vergleichbar mit der industriellen Transformation, auf die Leo XIII. mit „Rerum Novarum“ reagierte. Die Kirche dürfe auch heute nicht abseitsstehen, weil KI Entscheidungen beeinflusse, menschliches Zusammenleben präge und sogar die Kriegsführung verändere.</p>
<p>Aus dem Zuhören auf Wissenschaftler, politische Verantwortliche, Eltern, Lehrkräfte und besonders auf Menschen ohne Stimme sei die Überzeugung gewachsen, dass künstliche Intelligenz „entwaffnet“ werden müsse: Sie solle von Logiken der Herrschaft, Ausgrenzung und des Todes befreit werden. Wie andere mächtige Technologien müsse sie dem Gemeinwohl dienen und unter Gewissen, Verantwortung und öffentlicher Kontrolle stehen.</p>
<p>Der Papst betonte, dass Entwaffnung allein nicht genügt. Es müsse auch gebaut werden: Vertrauen, Hoffnung, gerechte Strukturen und eine solidarische Zukunft. Er verweist auf seine Erfahrungen in Peru nach Überschwemmungen sowie auf den Propheten Nehemia als Bild dafür, dass Wiederaufbau gemeinschaftlich geschieht. KI könne nur dann dem Menschen dienen, wenn sie in eine umfassende Vision menschlicher Würde eingebettet werde.</p>
<p>Wahrer Fortschritt betreffe jeden Menschen und den ganzen Menschen. Niemand dürfe an den Rand der digitalen Transformation gedrängt oder auf Daten, Leistung oder Produktivität reduziert werden. Die Kirche wolle sich dem Gespräch über KI demütig und offen anschließen, nicht mit technischen Lösungen, sondern mit einer Weisheit über den Menschen: Jede Person sei einzigartig, frei, vernunftbegabt, gewissensfähig und zur Liebe berufen.</p>
<p>Am Ende rief Papst Leo XIV. dazu auf, wachsam zu bleiben, als „Handwerker der Hoffnung“ weiterzubauen und gemeinsam an einer menschlicheren und geschwisterlicheren Gesellschaft zu arbeiten. Er stellt dieses Anliegen unter den Schutz Mariens und erteilt seinen apostolischen Segen.<br /><br />Die Ansprache des Heiligen Vaters dokumentiert der Heilige Stuhl in englischer Sprache: <a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/en/speeches/2026/may/documents/20260525-presentazione-enciclica.html" target="_blank">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/en/speeches/2026/may/documents/20260525-presentazione-enciclica.html</a>.<br /><br />Die gesamte Präsentation der Enzyklika am 25. Mai im Vatikan kann bei  Vatican    News - mit deutschsprachigen Kommentar - angeschaut werden: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=s97Pc0FUPsg." target="_blank">https://www.youtube.com/watch?v=s97Pc0FUPsg.</a>&nbsp;<br /><br /><strong>Unterzeichnung bereits am 15. Mai 2026 im Vatikan:</strong><br /><br />Zur Unterzeichnung der Enzyklika am 15. Mai steht zudem ein Video bei Vatican News zur Verfügung: <a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/events/event.dir.html/content/vaticanevents/de/2026/5/25/enciclica-magnifica-humanitas.html" target="_blank">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/events/event.dir.html/content/vaticanevents/de/2026/5/25/enciclica-magnifica-humanitas.html</a>.&nbsp;&nbsp;<br /><br />Mit dem Datum der Unterzeichnung sowie der Enzyklika &quot;Magnifica Humanitas&quot; greift Papst Leo XIV. die Tradition seines Vorgängers Leo XIII. auf, der als &quot;Begründer der modernen katholischen Soziallehre&quot; (Vatican News) angesehen wird und die Sozialenzyklika „<a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiii/en/encyclicals/documents/hf_l-xiii_enc_15051891_rerum-novarum.html" rel="external">Rerum novarum</a>&quot; (englische Fassung) verfasst hat.&nbsp;</p>
<p>Hinweise:</p>
<p>Die Enzyklika &quot;Magnifica Humanitas&quot; ist auf der <a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html" target="_blank">Vatikan-Website</a> verfügbar und kann auf der Website der Deutschen Bischofskonferenz als <a href="https://www.dbk-shop.de/de/publikationen/verlautbarungen-apostolischen-stuhls/enzyklika-magnifica-humanitas-papst-leo-xiv-schutz-menschen-zeitalter-kuenstlichen-intelligenz" target="_blank">Broschüre&nbsp;in deutscher Sprache</a>&nbsp;vorbestellt werden. Zudem hat die DBK eine <a href="https://www.dbk.de/vatikan/dokumente-der-paepste/enzyklika-magnifica-humanitas" target="_blank">Sonderseite</a> mit weiteren Informationen eingerichtet.&nbsp;</p>
<p><em>Christian Schnaubelt<br />(Chefredakteur und Herausgeber der Portale explizit.net und kath.de)<br /><br /></em><strong>Hinweis: Die Portale explizit.net und kath.de  werden in mehreren   Beiträgen über die Themen Digitalisierung und  Künstliche Intellgenz im   Mai / Juni 2026 <a href="https://explizit.net/monatsthema/" target="_blank">hier</a> berichten.&nbsp;</strong></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Monatsthema</category>
							
								<category>Medien</category>
							
						
						
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						<pubDate>Fri, 22 May 2026 19:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Pfingsten: Gemeinschaft am Lagerfeuer</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/pfingsten-gemeinschaft-am-lagerfeuer/</link>
						<description>„Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder&quot; (Apg 2,2–3). Feuer und Gemeinschaft. Kein Bild trifft das Pfingstfest so gut wie das Bild des Lagerfeuers. Pfingsten ist dabei nicht nur Erinnerung, sondern auch eine Einladung: Hütet das Feuer! Ein Kommentar von Christian Schnaubelt. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p> <strong>Das Feuer, das anzieht<br /></strong>&nbsp;<br />Wer je an einem Lagerfeuer gesessen hat, kennt diese fast magnetische Kraft: Das Feuer zieht an. Menschen, die sich vielleicht kaum kennen, rücken zusammen, schauen in dieselbe Flamme, schweigen gemeinsam oder beginnen zu reden. Die <a href="https://www.dpsg.de/de" target="_blank">Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) </a>hat dieses Erlebnis&nbsp;theologisch in einem ihrer Kirchenbilder festgehalten: „Ein Feuer lockt Menschen an und lässt Gemeinschaft rund um das Feuer entstehen. Hier kommen wir ins Gespräch und in Beziehung, feiern und trauern gemeinsam, kommen ans Nachdenken und Fragen (...) So faszinierend wie ein Feuer, so faszinierend kann auch Gott sein.&quot;&nbsp;<br />&nbsp;<br /><strong>Feuer steckt an<br /><br /></strong> Das vielleicht kräftigste Element im Lagerfeuer-Kirchenbild der DPSG ist die Aussage: „Feuer steckt an.&quot; Wer am Feuer sitzt, trägt unweigerlich den Rauch, die Wärme, den Geruch des Feuers mit sich. So ist es auch mit dem Heiligen Geist: Die Jünger können an Pfingsten nicht schweigen. „Wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden&quot; (Apg 1,8), hatte Jesus versprochen. Und tatsächlich: Sie gehen hinaus, reden, verkünden – in fremden Sprachen, sodass Menschen aus aller Welt sie verstehen. <br /><strong><br />Feuer muss gehütet werden</strong>&nbsp;<br /><br />Im Kirchenbild der DPSG heißt es weiterhin: „Feuer muss gehütet und gepflegt werden.&quot; Wie war. Der Glaube ist kein Selbstläufer oder Automatismus.&nbsp;Weder in der frühen Kirche, noch heute. Daher ist die Gemeinschaft am Lagerfeuer wichtiger denn je. Aber es gelingt nur, wenn alle mitmachen. Und dies gelingt am besten in chrislicher Gemeinschaft. Denn auch dies zeichnet Pfadfinden aus: Die Gemeinschaft verbndet, egal ob gläubig oder nicht, evangelisch oder katholisch, jung oder alt, aus Westen, Norden, Süden oder Osten.&nbsp;<br /><strong><br />Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche – und dieser Geburtstag beginnt am Feuer&nbsp; &nbsp;&nbsp;<br /></strong><br />„Feuer bringt zum Glühen, es setzt Energie frei. Jemand kann ‚Feuer und Flamme' für eine Sache sein, so wie die Apostel damals. Von ihrer Begeisterung haben sich auch andere anstecken lassen. Das war der Anfang – der ‚Geburtstag' – der Kirche&quot;, schrieb die <a href="https://www.dioezese-linz.at/pfingsten" target="_blank">Diözese Linz</a> zum Pfingstfest und formulierte die schöne Schlußfolgerung: &quot;Wer wirklich am Feuer sitzt, kann nicht kalt bleiben.&quot;&nbsp;<br /><br />An Pfingsten lohnt es sich, etwas tiefer auf dieses Lagerfeuer-Bild zu schauen. Kommt das Feuer bei uns noch zum Leuchten? Ziehen wir in unseren Gemeinden oder Verbänden Menschen an, oder schrecken wir sie ab? Hüten wir die Glut des Geistes, oder lassen wir ihn veräschern? Stecken wir andere an – oder sind wir längst erkaltet? Hüten wir die Aschee oder entzünden wir neue Feuer?&nbsp;</p>
<p><strong>&quot;Hütet das Feuer!&quot;&nbsp;</strong><br /><br />Am Lagerfeuer gilt:&nbsp;Wer kommt, ist willkommen. Es gibt keine reservierten Plätze und nie zu wenig Platz. Vielleicht ist dies eine der stärksten Aussage des Lagerfeuer-Bildes von Pfingsten.&nbsp;Denn die Jünger:innen in Jerusalem haben am Pfingstmorgen nicht eine Sitzung abgehalten. Sie haben Feuer gefangen.&nbsp;<br /><br />Das wünsche ich mir auch für unsere Kirche: Wir brauchen eine Kirche, die wärmt, leuchtet, anzieht und ansteckt. Und vor allen, die einädt:&nbsp;&quot;Setzt euch ans Feuer und hütet das Feuer!&quot;&nbsp;<br /><br /><strong>In diesem Sinne wünsche ich allen Leser:innen ein frohes und gesegnetes Pfingstfest 2026.&nbsp;</strong><br /><em><br />Ein Kommentar vorn Christian Schnaubelt (Chefredakteur und Herausgeber von explizit.net).<br /><br /></em>Hinweis: Im DPSG-Bundeszentrum Westernohe im Westerwald  (Rheinland-Pfalz) treffen sich an diesem Pfingstwochenende rund 4.000  Pfadfinder:innen aus ganz Deutschland. Weitere Informationen gibt es im Web auf: <a href="https://www.dpsg.de/de/pfingsten." target="_blank">https://www.dpsg.de/de/pfingsten.</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Kirche</category>
							
						
						
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					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-2668</guid>
						<pubDate>Wed, 20 May 2026 17:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Andres: &quot;Gemeinsam um gute Wege für die Gegenwart und Zukunft ringen&quot;</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/andres-gemeinsam-um-gute-wege-fuer-die-gegenwart-und-zukunft-ringen/</link>
						<description>Vom 13.-17. Mai fand der 104. Deutsche Katholikentag statt. Unter dem Motto &quot;Hab Mut, steh auf!&quot; kamen dabei rund 74.000 Teilnehmer:innen und Besucher:innen in Würzburg zusammen. Darunter waren auch viele junge Menschen und Helfer:innen. explizit.net und kath.de befragten BDKJ-Bundesvorsitzenden Volker Andres nach seinem Fazit. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage 1: Herr Andres, der 104. Deutsche Katholikentag ist beendet. Welches Fazit zieht der BDKJ-Bundesverband?&nbsp;</strong>&nbsp;</p>
<p>Andres: Als BDKJ ziehen wir ein positives Fazit. Wir  haben&nbsp;den Katholik*innentag&nbsp;als einen Ort erlebt, bei dem&nbsp;wir&nbsp;und die  Jugendverbände gut über&nbsp;die eigene Arbeit informieren&nbsp;konnten und die  Anliegen und Sichtweisen junger Menschen gut in Gesprächen an  Entscheidungsträger*innen aus Politik und Kirche transportieren  konnten.&nbsp;Ebenso&nbsp;haben wir es geschafft mit unseren eigenen  Veranstaltungen Themen zu setzen, die für junge Menschen&nbsp;wichtig sind.  Hierdurch können wir einen Beitrag für gesellschaftliche Debatten  leisten.&nbsp;&nbsp;      <br /> &nbsp;      <br />       <strong>Frage 2: Die Veranstalter haben betont, dass der Katholikentag  2026 politische Zeichen in Kirche und Gesellschaft gesetzt hat. Welche  waren dies aus Ihrer Sicht und gibt es aus Ihrer Sicht auch Themen, die  in Würzburg zu kurz gekommen sind?&nbsp;</strong>&nbsp;</p>
<p>Andres: Der Katholik*innentag&nbsp;hat für uns vor allem  gezeigt, dass auch in Zeiten, in der im politischen Diskurs der&nbsp;Ton  zunehmend rauer wird und oft Diskussionen kaum mehr möglich sind, eben  doch Menschen mit unterschiedlichen Positionen&nbsp;zusammenkommen&nbsp;und  gemeinsam um gute Wege&nbsp;für die Gegenwart und&nbsp;Zukunft ringen können.&nbsp;Aus  unserer Sicht&nbsp;ist der Katholik*innentag&nbsp;ein wichtiger Ort, aus den  Impulse in aktuelle Debatten in Politik, Gesellschaft und  Kirche&nbsp;strahlen können. Wir würden uns allerdings wünschen, hier noch  aktueller zu werden und auch mehr Diskurse aus der Popkultur und dem  digitalen Raum aufzugreifen.&nbsp;      <br /> &nbsp;      <br />       <strong>Frage 3: Der BDKJ hat im Rahmen des Katholikentages den  Countdown zur &quot;72-Stunden-Aktion 2027&quot; gestartet. Welche (kirchen-)  politischen Zeichen möchten der BDKJ und seine Jugendverbände damit  setzen?&nbsp;</strong>&nbsp;</p>
<p>Andres: Die <a href="https://72stunden.de/" target="_blank">72-Stunden-Aktion</a> zeigt&nbsp;eindrücklich,  dass&nbsp;junge Menschen bereit sind, sich für andere zu engagieren&nbsp;und&nbsp;so  die Welt ein Stück besser zu machen. Die Engagierten in den  Jugendverbänden tun dies nicht nur im Rahmen der 72-Stunden-Aktion,  sondern&nbsp;alltäglich&nbsp;in ihrem verbandlichen Alltag: in Ferienfreizeiten,  in Zeltlagern, in Gruppenstunden, in Versammlungen und in allem, was  noch dazu gehört.&nbsp;Sie setzen sich&nbsp;immer wieder&nbsp;für Belange junger  Menschen in&nbsp;Kirche, Politik und Gesellschaft ein.&nbsp;<br /><br />Für uns gehört  dieses&nbsp;(kirchen-) politische Engagement&nbsp;zum Kern&nbsp;des  Christ*in sein  dazu.&nbsp;Als Christ*in müssen wir uns gerade für die  schwächeren in unserer  Gesellschaft&nbsp;und eine Lebenswerte Zukunft&nbsp;stark machen, auch wenn wir  dadurch in den Augen&nbsp;von politischen und&nbsp;kirchlichen&nbsp;Entscheidungsträger*innen&nbsp;unbequem&nbsp;wirken.&nbsp;<br /><br />Und mit  dieser Einschätzung sind wir nicht allein. Dies wurde auch an vielen  anderen Stellen&nbsp;des Katholik*innentags&nbsp;bei Veranstaltungen und  Gesprächen deutlich.&nbsp;Die 72-Stunden-Aktion richtet sich dabei nicht  nur&nbsp;an&nbsp;Jugendverbandler*innen, sondern auch Messdiener*innen,  Schulklassen,&nbsp;Sportvereine&nbsp;und alle anderen  Formen&nbsp;der&nbsp;Zusammenschlüssen&nbsp;von jungen Menschen sind herzlich  willkommen.&nbsp;      <br /> &nbsp;      <br />       <strong>Zusatzfrage: Beim Katholikentag in Würzburg wurde der Ruf nach  einem Ökumenischen Kirchentag wieder lauter. Wie stehen Sie dazu?&nbsp;</strong>&nbsp;</p>
<p>Andres: Wir würden es begrüßen, wenn auch wieder mit der  Planung eines&nbsp;Ökumenischen&nbsp;Kirchentages gestartet werden wird. Wenn wir  als Christ*innen uns in die&nbsp;Gesellschaft&nbsp;und Politik einbringen wollen,  können wir das wirksamer gemeinsam tun. Bei vielen Themen&nbsp;sind auch  unsere Positionen ähnlich und bei den anderen lohnt es sich, miteinander  im&nbsp;Gespäch&nbsp;zu sein. Und auch für Impulse in die Kirche können wir  voneinander lernen.&nbsp;Daher glauben wir, dass es sich lohnt, zukünftig  regelmäßig ökumenische Kirchentage zu&nbsp;veranstalten.&nbsp;<br /><br /><strong>Volker Andres ist Bundesvorsitzender des <a href="https://www.bdkj.de/" target="_blank">Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)</a>.&nbsp;</strong></p>
<p><em>Das Interview führte Christian Schnaubelt (Chefredakteur und Herausgeber der Portale explizit.net und kath.de, die vom 11.-17. Mai vom Katholikentag in Würzburg berichtet haben).&nbsp;</em></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Kirche</category>
							
						
						
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					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-2664</guid>
						<pubDate>Tue, 19 May 2026 12:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Söding: &quot;Der Katholikentag war ein Fest des Glaubens. Und deshalb politisch.&quot;</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/soeding-der-katholikentag-war-ein-fest-des-glaubens-und-deshalb-politisch/</link>
						<description>Vom 13.-17. Mai fand der 104. Deutsche Katholikentag statt. Unter dem Motto &quot;Hab Mut, steh auf!&quot; kamen dabei rund 74.000 Teilnehmer:innen und Besucher:innen in Würzburg zusammen. Zudem wurden die Gottesdienste live im Fernsehen übertragen. explizit.net und kath.de befragten ZdK-Vizepräsident Prof. Thomas Söding nach seinem Fazit.  </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage 1: Herr Prof. Söding, der 104. Deutsche Katholikentag ist beendet. Welches Fazit ziehen Sie?</strong>&nbsp;</p>
<p>Söding: Es  war ein starker Katholikentag. Er kam zur richtigen Zeit, er war am  richtigen Ort. Nicht nur die Stimmung war gut, auch der Spirit. Die  katholische Kirche kann Feste feiern. Der Katholikentag war ein Fest des  Glaubens. Und deshalb politisch. Volle Kirchen, volle Hallen, ein  überbuchtes Zentrum für Bibel und Spiritualität, stille Momente der  Andacht und starke Positionen christlicher Hoffnung, bis in den  Schlussgottesdienst hinein, die Kirchenmeile als Corso der katholischen  Kirche mit vielen Verbündeten und abends die ganze Innenstadt als  Lichtermeer des Segens: Es hat sehr vieles gepasst. Einziges Manko: dass  viele Kirchen und Hallen wegen Überfüllung für diejenigen gesperrt  werden mussten, die zu spät gekommen waren. Aber das zeigt im  Umkehrschluss, wie wichtig dieser Katholikentag den mehr als 70.000  Menschen war, die ihn besucht und genossen haben.<br />        <br /><strong>Frage 2:  ZdK und DBK haben betont, dass der Katholikentag 2026 politische  Zeichen in Kirche und Gesellschaft gesetzt hat. Welche waren dies aus  Ihrer Sicht und gibt es aus Ihrer Sicht auch Themen, die in Würzburg zu  kurz gekommen sind?&nbsp;</strong>&nbsp;</p>
<p>Söding: Der  Katholikentag war immer politisch und wird es immer bleiben – so wie er  immer geistlich war und immer geistlich bleiben wird. Allerdings immer  so, wie es der Zeit gemäß ist. </p>
<p>Was diesmal auffiel: Wie intensiv die  Beteiligung war, quantitativ und qualitativ. Relevante Themen mit  Respekt besprechen, Argumente wägen, Hinhören und Mitreden, erst  Nachdenken, dann Sprechen – ja, es gab Ausnahmen, aber in der Regel hat  diese Kultur die diskursiven Veranstaltungen geprägt. Ich habe gedacht:  Das ist das Gegenprogramm zu der Kommunikation in Schnipseln und Blasen,  von der die digitale Welt verseucht ist. Das ist die Alternative zu den  Eskalationsspiralen, die nur auf Klickzahlen zielen, nicht auf echten  Austausch. Früher gingen viele auf Katholikentage, um die Revolution  auszurufen. Heute findet man dort Glaube und Vernunft. Das ist der  Treiber für Reformen, in Kirche und Gesellschaft. </p>
<p>Die  politischen Themen waren antizyklisch gesetzt: Die Klimakrise  verschärft sich, die soziale Frage auch. Der Populismus scheint obenauf  zu sein, auch wenn er alles runterzieht. Was künftig noch mehr gebraucht  wird: wirtschaftlicher Sachverstand, reflektierte Verwaltungspraxis –  die Expertise für jenen Realismus, der die Umsetzung verantworten muss.  Und: Der Katholikentag hat die politische Mitte bestärkt. Sie hat die  strukturelle Mehrheit – aber die ist nicht selbstverständlich, sondern  muss erarbeitet werden. Das hat der Katholikentag getan. Die  AfD-Funktionäre bekommen keine Bühne. Alle, die zu der Partei neigen,  sind – wenn sie Augen und Ohren nicht komplett verschlossen haben –  unsicherer geworden, egal, ob sie in Würzburg vor Ort waren oder aus den  Medien vom Katholikentag erfahren haben.<br /><br />        <strong>Frage 3:  Beim Katholikentag fand ein Treffen sowie eine Podiumsdiskussion mit  Mario Kardinal Grech aus dem Vatikan statt. Hat es dadurch &quot;Rückenwind&quot;  oder &quot;Gegenwind&quot; für den &quot;Gemeinsamen Rat&quot; in Deutschland gegeben?</strong>&nbsp;</p>
<p>Dass  Kardinal Grech, der Chef des vatikanischen Synodensekretariates, nach  Würzburg gekommen ist, war ein wichtiges Signal. Die Sprachlosigkeit ist  vorbei. Grüße vom Papst hat er ausgerichtet. Ihm ist deutlich geworden,  wie lebendig, wie erwartungsstark, wie sprachkräftig die katholische  Kirche in Deutschland ist, nicht zuletzt bei jungen Leuten. Wer genau  hingehört hat, was der Kardinal gesagt hat, konnte verstehen: Für  Synodalität braucht es einen langen Artem. Verbotsschilder werden nicht  aufgestellt. Der Synodale Weg in Deutschland geht weiter. Er ist Teil  eines weltweiten Aufbruchs. Unterschiedliche Länder und Kulturen  brauchen unterschiedliche Formen. Gemeinsam ist: mehr Teilhabe, mehr  Rechenschaft, mehr Geist, mehr Glaube, mehr Liebe, mehr Hoffnung.<br /><br />        <strong>Zusatzfrage:  Beim Katholikentag in Würzburg wurde der Ruf nach einem Ökumenischen  Kirchentag wieder lauter. Wie stehen Sie dazu?&nbsp;</strong>         <br /><br />Zu  einem Ökumenischen Kirchentag braucht es immer mindestens zwei Partner.  Der Katholikentag selbst ist ökumenisch wie nie: durch die enge  Freundschaft mit dem Evangelischen Kirchentag, durch eine Fülle von  ökumenischen Begegnungen, Themen, Gottesdiensten, nicht zuletzt durch  die Art, katholisch sein. Das ist entscheidend: nicht gegen andere zu  glauben, sondern mit ihnen, kein Profil auf Kosten anderer zu suchen,  sondern Bündnisse zu schmieden und gemeinsam in einer aufgewühlten Welt Hoffnung auf Gott zu machen, der den Menschen nahe ist, auch wenn sie  ihn nicht erkennen.<br /><br /><strong>Prof. Dr. Thomas Söding ist Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und </strong><strong>war von 2008-2026 </strong><strong>Inhaber des Lehrstuhls für Neues Testament an der Ruhr Universität Bochum (RUB).</strong><br /><br /><em>Das Interview führte Christian Schnaubelt, Chefredakteur und Herausgeber der Portale explizit.net und kath.de, die den Katholikentag 2026 in Würzburg vom 11.-17. Mai vor Ort begleitet haben.&nbsp;</em></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Kirche</category>
							
						
						
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					</item>
				
					<item>
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						<pubDate>Mon, 18 May 2026 12:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Papst Leo setzt Künstliche Intelligenz auf die Agenda</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/papst-leo-setzt-kuenstliche-intelligenz-auf-die-agenda/</link>
						<description>Papst Leo XIV. hat in der letzten Woche das Thema Künstliche Intelligenz (KI) auf die Agenda gesetzt: Einerseits unterzeichnete der Pontifex am 15. Mai die Enzyklika mit dem Titel &quot;Magnifica Humanitas – Über den Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz&quot;. Und andererseits wurde am 16. Mai die Gründung einer KI-Kommission im Vatikan mitgeteilt.  </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p><em>-ein Beitrag im Rahmen des Monatsthemas Digitalisierung und Künstliche Intelligenz der Portale explizit.net und kath.de-</em><br /><br />(Vatikan, 18. Mai 2026) Wie der Vatikan heute mitgeteilt hat, wird die Enzyklika „Magnifica humanitas - Über den Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz&quot; von Papst Leo XIV. am Pfingstmontag, 25. Mai vor Pressevertretern im Vatikan vorgestellt werden. Erstmals wird der Pontifex an der Präsentation teilnehmen und zu den Pressevertreter:innen sprechen (<a href="https://explizit.net/(https://press.vatican.va/content/salastampa/it/comunicazioni/2026/05/18/presentazione-della-lettera-enciclica--magnifica-humanitas--di-p.html).">https://press.vatican.va/content/salastampa/it/comunicazioni/2026/05/18/presentazione-della-lettera-enciclica--magnifica-humanitas--di-p.html</a>).<br /><br />&quot;Das Lehrschreiben trägt das Datum 15. Mai 2026 - an diesem Tag jährte  sich zum 135. Mal die Veröffentlichung der wegweisenden Sozialenzyklika  „Rerum novarum“ von Leo XIII. aus dem Jahr 1891&quot;, wie Vatican News mitteilte (<a href="https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-05/enzyklika-papst-leo-xiv-magnifica-humanitas-soziallehre-kirche.html" target="_blank">https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-05/enzyklika-papst-leo-xiv-magnifica-humanitas-soziallehre-kirche.html</a>). Weitere Einzelheiten zur Enzyklika sind noch nicht bekannt.&nbsp;<br /><br /><strong>Der Vatikan richtet eine Kommission zum Thema Künstliche Intelligenz ein</strong></p>
<p>Wie Kurienkardinal Michael Czerny, Präfekt des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, am 16. Mai im Vatikan mitteilte wird eine Kommission zum Thema Künstliche Intelligenz eingerichtet. Papst Leo XIV. habe dem Resprikt zur Einrichtung der Kommission am 3. Mai zugestimmt. </p>
<p>Wie Vatican News berichtete (<a href="https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-05/vatikan-kommission-ki-kuenstliche-intelligenz-papst-leo-czerny.html" target="_blank">https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-05/vatikan-kommission-ki-kuenstliche-intelligenz-papst-leo-czerny.html</a>) &quot;soll die Kommission mit Vertretern mehrerer vatikanischer Behörden und  Akademien bestückt sein und, unter anderem, über die Folgen von KI „für  Menschen und für die Menschheit im Ganzen“ nachdenken. Auch die „Sorge  der Kirche um die Würde eines jeden Menschen“ sowie der vatikaninterne  Umgang mit KI sollen ein Thema sein.&quot;&nbsp;<br /><br /><strong>Hinweis: Die Portale explizit.net und kath.de werden in mehreren  Beiträgen über die Themen Digitalisierung und Künstliche Intellgenz im  Mai / Juni 2026 <a href="https://explizit.net/monatsthema/" target="_blank">hier</a> berichten.&nbsp;<br /></strong><br /><em>Christian Schnaubelt<br />(Chefredakteur und Herausgeber von explizit.net und kath.de)</em></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Monatsthema</category>
							
								<category>Medien</category>
							
						
						
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					</item>
				
					<item>
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						<pubDate>Sun, 17 May 2026 18:00:00 +0200</pubDate>
						<title>Kommentar: &quot;Hab Mut, steh auf!&quot;</title>
						<link>https://explizit.net/artikel/kommentar-hab-mut-steh-auf/</link>
						<description>Unter diesem Motto stand der 104. Deutsche Katholikentag in dieser Woche in Würzburg. Das mit rund 74.000 Teilnehmer:innen und Besucher:innen wieder deutlich größere Katholik:innen-Treffen hat den positiven Trend vom Katholikentag in Erfurt fortgesetzt und war durch eine deutlich positivere und hoffnungsvollere Stimmung geprägt. Ein Kommentar von Chefredakteur und Herausgeber Christian Schnaubelt. </description>
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						<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ausgangslage vor dem Katholikentag 2026 war „angespannt“. Bei der ZdK-Vollversammlung, die am 12./13. Mai aus Anlass des Katholikentages zuvor in Würzburg tagte, war die Ungeduld, mit der Lai:innen und Verbände auf Reformen in der katholischen Kirche setzen, deutlich spürbar. Aber anders als zuvor war auch eine Hoffnung spürbar, dass unter Papst Leo XIV. die unter seinem Vorgänger Papst Franziskus benannte Ablehnung des „Synodalen Weges“ in Deutschland durch Dialog mit dem Vatikan abgewandelt werden kann. Das Katholikentagsmotto <strong>„Hab Mut, steh auf!“ </strong>wirkte als Antrieb.<br /> <br /> Und noch eins war in Würzburg spürbar: Während bei den Katholikentagen in Stuttgart und in Erfurt die Blicke vor allem „nach innen“ auf die Reformen in der katholischen Kirche gerichtet waren, war beim Katholikentag 2026 der Blick wieder mehr „nach außen“ in die Gesellschaft gerichtet. Trotzdem wurden in Würzburg die großen innerkirchlichen Themen (Missbrauch, Synodaler Weg, Frauendiakonat) nicht ausgeklammert, aber sie standen nicht mehr so stark im Fokus bzw. ließen genügend Raum für weitere Themen.&nbsp;&nbsp;</p>
<p><strong>Trend: Der Katholikentag wird politischer, spiritueller und ökumenischer<br /> <br /> </strong>Nachdem der „Tanker“-Katholikentag in Stuttgart – inhaltlich, strukturell und stimmungstechnisch&nbsp;– auf Grund gelaufen war, gab es beim Katholikentag in Erfurt einen „Neustart“. Mit einem kleineren und flexibleren Boot (nur 500 Veranstaltungen und kurzen Wegen). Der Versuch war erfolgreich (Lesetipp: <a href="https://www.kath.de/kommentar/2024-06-22-der-ruf-nach-oekumene-wird-lauter" target="_blank">https://www.kath.de/kommentar/2024-06-22-der-ruf-nach-oekumene-wird-lauter),</a> und auch wenn das Boot jetzt beim Katholikentag in Würzburg wieder größer war (900 Veranstaltungen), ist das Konzept des Katholik:innen-Treffens aufgegangen: politischer, spiritueller und ökumenischer. <br /> <br /> Und vielleicht noch wichtiger als die politischen Signale in Richtung Kirche und Gesellschaft, die beim Katholikentag 2026 gesetzt wurden, war der Stimmungswechsel. Egal, wen man in Würzburg sprach, überall wurde die entspannte und hoffnungsvolle Stimmung betont. Das lag nicht daran, dass im Programm des Katholikentages die strittigen Themen oder die streitbaren Diskutant:innen fehlten (im Gegenteil!), sondern an einem Mentalitätswandel, den das Katholikentagsmotto <strong>„Hab Mut, steh auf!“</strong> perfekt ausdrückte. Auch wenn die Herausforderungen weiter groß sind, so war in Würzburg dennoch der Wunsch, dass man diese gemeinsam angehen kann: sowohl bei den Bischöfen (DBK), den Lai:innen und den Verbänden (ZdK) als auch bei den Besucher:innen. Und auch auf der Kirchenmeile, die erstmals 300 Stände umfasste, standen „Reformer:innen“ und „Bewahrer:innen“ friedlich nebeneinander. Auch dies ist ein Fortschritt. <br /> <br /> Wenn sich dieser Wunsch in Realität manifestieren sollte, wäre dies ein großer Fortschritt für die katholische Kirche in Deutschland, die den vorherigen „Gegenwind“ aus dem Vatikan in einen „Rückenwind“ drehen will. Die Teilnahme und die Worte von Mario Kardinal Grech in Würzburg zeigten, dass der Vatikan das Bemühen von DBK und ZdK nach einem „einvernehmlichen Weg mit Rom“ honoriert. Aber zugleich wurde in den letzten Tagen auch deutlich: Es wird noch viel Geduld nötig sein, vor allem in Deutschland. Aber wenn der intensive Dialog mit dem Vatikan anhält, kann es mit dem „Gemeinsamen Rat“ funktionieren. Wenn auch nicht im November 2026, dann im April 2027. <br /> <br /> <strong>Fazit: Der Katholikentag ist wieder auf Kurs</strong><br /> <br /> Der nächste Katholikentag wird 2028 in Paderborn stattfinden und hat durch die Entwicklungen bei den Katholikentagen in Erfurt und Würzburg deutlich „Rückenwind“ bekommen. Und der Stellenwert des bisher alle zwei Jahre stattfindenden Events ist – sowohl kirchenintern als auch in der Politik und in den Medien – gestiegen. Es ist wieder von Interesse, wenn sich Katholik:innen (die sich in den letzten Jahren mehr mit Kirchenthemen als mit gesellschaftlichen Themen beschäftigt haben) zu Wort melden. So wie beim Abschlussgottesdienst, bei dem ein starkes politisches Zeichen gegen Antisemitismus in Deutschland gesetzt wurde (gemeinsam mit dem Zentralrat der Juden). <br /> <br /> Dies ist vielleicht ein weiteres Zeichen für die Zukunft: die stärkere Zusammenarbeit der Kirchen. Vielleicht wird im Jahr 2030 die Zeit für den nächsten ökumenischen Kirchentag reif sein. In den Tagen in Würzburg war der Ruf danach wieder deutlich lauter geworden. Es mangelt nicht am Willen, aber an Ideen, den „gordischen Knoten“ zu zerschlagen. Aber vielleicht werden im nächsten Jahr beim Evangelischen Kirchentag 2027 in Düsseldorf und dann 2028 beim Katholikentag in Paderborn weitere Schritte zur Ökumene folgen. Die Zeit für ein nächstes ökumenisches Kirchentreffen ist auf jeden Fall „reif“. Und auch hier passt das Motto des Katholikentages 2026 wieder: <strong>„Hab Mut, steh auf!“</strong> <em><br /> <br /> Christian Schnaubelt<br /> (Chefredakteur und Herausgeber von explizit.net und kath.de)<br /><br /></em><strong>Hinweis: Dieser Kommentar erscheint gemeinsam mit unserem Partnerportal <a href="https://www.kath.de/kommentar/2026-05-20-hab-mut-steh-auf" target="_blank">kath.de</a>.&nbsp;</strong></p>]]></content:encoded>
						
							
								<category>Kirche</category>
							
						
						
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