Eckhard Bieger

Ich schreibe für explizit.net, weil es eine katholische Präsenz im Internet geben muss, die nicht Kirchenberichterstattung ist, weil die katholische Tradition die Philosophie und damit das Argument schätzt, weil eine weltweite Kirche zu wenig im Bewusstsein in Deutschland präsent ist, weil es Vieles gibt, was man in den Medien nicht findet, jedoch notwendig ist, um Vorgänge nicht nur von ihrer Oberfläche her zu verstehen. explizit.net will jungen Leuten helfen, als Journalisten im Internet ihr Auskommen zu finden.

Ich bin kurz vor dem II. Weltkrieg geboren, seit 1959 Mitglied des Jesuitenordens und habe mich mein Berufsleben lang mit Medien beschäftigt – bis 2003 mit dem Fernsehen und ab dann mit kath.de.

Beiträge von Eckhard Bieger

Die SPD, die Reinen - wer sind die Unreinen

Mit der AfD im Fernsehen auftreten: Die Ausladung der AFD zur Elefantenrunde und der Eklat, den Juliane Klöckner daraus gemacht hat, haben die Frage auf den Punkt gebracht: Wie gehen die etablierten Parteien und gleicherweise die Medien mit der AfD um? Gehören die Anhänger dieser Partei zu den Bundesbürgern, mit denen man spricht oder sind sie als Gesprächspartner auch nicht akzeptabel. Die SPD in Rheinland Pfalz bleibt bei ihrer Weigerung, sich mit Vertretern dieser Partei in eine Runde zu setzen. Aber wie will sie mit den Bürgern, die sich durch diese Partei vertreten fühlen, dann ins Gespräch kommen?

Boudgoust, Intendant des SWR, muss entlassen werden

Eine Partei, die zu Wahlen zugelassen ist, kann nicht von Wahlsendungen eines öffentlich-rechtlichen Senders ausgeschlossen werden. Das ist beim SWR geschehen. Damit ist die Verfassung, die Informationsfreiheit und Meinungsfreiheit im Artikel 5 des Grundgesetzes als Grundrecht festschreibt, verletzt. Besonders wenn Wahlen anstehen, muss der Bürger sich über die Positionen der Parteien informieren können. Das gelingt weniger gut durch Wahlspots, als wenn der Bürger die Auseinandersetzung um die Lösung gesellschaftlicher Probleme in Diskussionsrunden der Sprecher der Parteien verfolgen kann.

Warum entlasten wir die Golfstaaten und helfen nicht den Ukrainern?

Angenommen, in der Ukraine wäre Krieg wie in Syrien. Wie dort Persien und Saudi Arabien jeweils eine der Bürgerkriegsparteien unterstützen, würde auch in der Ukraine, z.B. durch Frankreich und Russland, der Krieg am Laufen gehalten. Im Nahen Osten wäre Friede, die Länder profitierten nicht mehr nur vom Erdölexport, sondern hätten Spanien und Italien als Urlaubsländer abgelöst, so dass die Ukrainer, die dem Krieg entkommen wollen, dorthin flüchten würden. Welche Veranlassung hätten die Golfstaaten, Saudi-Arabien, der Libanon und auch Israel, Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine aufzunehmen. Sie würden doch die Flüchtlingsströme nicht erst vor ihren Grenzen zum Stehen bringen, sondern Druck auf Europa ausüben, im eigenen Haus Platz zu schaffen. Man denke diese Umkehrung noch weiter: Persien und Saudi Arabien würden mit ihrer Luftwaffe in den Bürgerkrieg in Europa eingreifen. Von diesem Szenario aus gedacht, stellt sich uns die Frage ganz anders: Was machen wir eigentlich im Nahen Osten und warum interessieren uns die 1,5 Millionen Flüchtlinge von der Krim und dem Donbass, die in der Ukraine kaum Platz und vor allem keine Arbeit finden, so wenig. Agieren die Regierenden wie auch ihre Kritiker nicht in einem falschen Koordinatensystem, als lägen die Aufgaben Deutschlands im Mittleren Osten?

Pfarrer in einer Großpfarrei – Lernprogramm Gelassenheit

5.000 und oft mehr Katholiken sind jetzt in Pfarrverbünden, Seelsorgsbereichen, Gemeinschaft von Gemeinden zusammengefasst. Die meisten Katholiken merken nicht viel davon, denn die Kirchen mit ihren Gottesdiensten bleiben. Betroffen ist das Team der Hauptamtlichen, denn mit den Priestern sind Diakone, Gemeindereferentinnen und Pastoralreferenten in den neuen großen Einheiten unterwegs. Auch die Gremien mussten sich auf einen größeren Raum einstellen. Was macht das aus den für die großen Einheiten zuständigen Pfarrern? Das überraschende Ergebnis: Sie sind gelassener geworden. Ein Bericht aus Gesprächen mit Pfarrern aus dem Erzbistum Bamberg:

Die Methodik des Papstes: Unauflöslichkeit und Barmherzigkeit

„Enttäuschung programmiert“, so die ARD. Aber warum sollen Papst und Synode nicht an der Unauflöslichkeit der Ehe festhalten. Verstanden wurde nicht die Maxime der Barmherzigkeit, die der Papst als oberste Orientierungslinie vorgab. Trotz Barmherzigkeit, die Unauflöslichkeit der Ehe bleibt bestimmend, das Scheitern ist nicht mehr alleine eine Frage des Rechts, sondern erweitert sich auf das Eingeständnis der Schuld. Eine generelle Freigabe des Kommunionempfangs gibt es nicht, sondern eine individuelle Beratung mit einem Priester. Nicht alle Fragen bzgl. der Ehe sind aufgearbeitet. Jedoch hat der Papst das Kirchenschiff aus dem Packeis der Unbeweglichkeit herauslösen können. Dieses Resümee findet sich nicht in den Kommentaren der selbsternannten Papstkenner. Auch die FAZ, der nicht wenige Katholiken den Status einer Kirchenzeitung zubilligen, kann nicht mehr in den großen Linien denken. Sie urteilt, die Synodenergebnisse seien allenfalls vage und der Papst müsse jetzt selber handeln. Er hat aber längst gehandelt: Wie hat der Papst die Koordinaten bereits verändert?

Basken und Spanier

Eine Liebesgeschichte treibt die Spanier ins Kino. Eine spröde Baskin und eine etwas unsicherer Andalusier verstricken sich in eine komplizierte Liebesgeschichte. Der Film funktioniert in Deutschland nur sehr mäßig, dafür wirkt er, wie man aus Spanien erfährt, dort wie eine Erleichterung. Wenn man eine Baskin mit einem jungen Mann aus dem Süden des Landes zusammenbringen kann, dann muss die heiße Zeit der Auseinandersetzung um die Unabhängigkeit des Baskenlandes vorbei sein.

Augustinum – die Ängste der Bewohner

Es geht um mehr als 750.000 Millionen Euro. Für die Summe wurden 14 der 23 Wohnstifte der Augustinum-Gruppe verkauft. Käufer war eine Nordic Kontor, gegen diender Konzern prozessiert. Es soll Betrug im Spiel sein. Die finanztechnischen Hintergründe hat Ulrich Spreitzer etwas ausgeleuchtet und darauf hingewiesen, dass die gesetzlichen Regelungen eigentlich ausreichen, um sich vor einem

 

Dubios ist, dass der inzwischen verstorbene Aufsichtsratschef den Deal einfädelte. Bei Arcandor, Karstadt-Quelle, war es der Vorstandsvorsitzende. Die Anspannung wächst, weil niemand sich vor das Unternehmen stellt und seinen Fortbestand sichert. explizit erhielt Hinweise, dass Briefe und Mails bzgl. der Vermögensfrage und der Sicherung des Wohnplatzes nicht beantwortet werden. Es geht auch um die Bareinlage, die jeder zukünftige Heimbewohner bei einer Bank einzahlt, um sich damit an der Finanzierung des Wohnplatzes zu beteiligen. Es ist nicht klar, ob diese Beträge mit in den Deal eingeflossen sind und damit verloren sein können. Die Leidtragenden sind die Bewohner und das Personal. Das Schweigen verstärkt nur die Befürchtungen, dass das Unternehmens höchst gefährdet ist. Geht das aber?

Blatter und mit ihm die FIFA können nur scheitern

Dieser Kommentar ist 24 Stunden vor dem Rücktritt Blatters geschrieben und war am Tag seines Rücktritts morgens online. Obwohl der Rücktritt Blatters am Tag seiner Wahl absehbar war, zeigen sich FAZ und Spiegel "völlig überrascht." Wer die Kommentare des deutschen Qualitätsjournalismus liest, kann zeitnah nachprüfen, was diese Kommentare mit der Wirklichkeit zu tun haben. Hier der Kommentar vor dem Rücktritt des gerade wiedergewählten Präsidenten.

Bahnstreik – ein klassischer Machtkampf

Deutschland hatte sich an die immer längeren Bahnstreiks gewöhnt, die auch immer kürzer aufeinander folgten. Aus der Sicht der Öffentlichkeit hätten sich die Bahn und die Lokführergewerkschaft schon längst einigen können. Der Dritte Mitspieler trat aber nicht in Erscheinung. Und die Opposition in Berlin hat offensichtlich nicht verstanden, Bewegung in die Sache zu bringen und den Erfolg auf ihre Fahnen zu schreiben. Es ist die Regierung, die dem Bahnvorstand das lange Gegenhalten erlauben musste und jetzt als Gewinner da steht. Herr Weselsky hat diesen Sieg berechenbar gemacht, die Bundeskanzlerin und ihre Minister mussten nur den Mund halten. Aber warum die Opposition auch? Im folgenden Kommentar geht es um mehrere Fragen: Warum erlaubt die Regierung der Bahn, der GDL nicht entgegenzukommen? Noch fraglicher ist, warum die Lokführer nicht für Rente mit 60 und die bessere Betreuung nach einem Zusammenstoß mit einem Selbstmörder streikten? Und warum gibt es die Grünen noch?

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