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USA: Wie wählten Christinnen und Christen bei den Midterms?

Am 03. November fanden in den USA die mit Spannung erwarteten "Midterm"-Wahlen statt, bei denen das Repräsentantenhaus komplett und ein Teil des Senats neu gewählt wurden. Die dortigen Mehrheiten der Republikaner von Präsident Donald Trump wanderten dabei nach den bisherigen Prognosen beide an die Demokraten. Welche Bedeutung hatten dabei christliche Wählerinnen und Wähler? Eine vorläufige Analyse am Tag eins nach einer "historischen Wahlnacht" (US-Medien).

Ganz aktuell liegen Zahlen aus der Wählerbefragung „The Voter Poll by SSRS“ vor. Die Sender "ABC News" und "Fox News" veröffentlichen daraus übereinstimmend folgende Werte, die auch "CNN" verwendet: 

Prostestant or other Christian (40 Prozent der Befragten)
Democrat: 38 Prozent
Republican: 60 Prozent

Catholic (21 Prozent der Befragten)
Democrat: 48 Prozent
Republican: 50 Prozent

White evangelical or white born-again Christian (17 Prozent der Befragten)
Democrat: 16 Prozent
Republican: 82 Prozent

All others bezogen auf White evangelical or white born-again Christian (83 Prozent der Befragten)
Democrat: 62 Prozent
Republican: 36 Prozent

Hinweis: Bei diesem Zahlen stammen aus einer Wahlbefragung und nicht aus statistische Zahlen. Daher wird auf eine Ungenauigkeit hingewiesen. Zudem wurden nur die Wahlen zum Repräsentantenhaus und nicht die Wahlen zum Senat oder die Governeurs-Wahlen ausgewertet, die ebenfalls am 03.11.2026 stattfanden.

Mehrheit der Befragten sind Christinnen und Christen

Wenn man die Ergebnisse der Befragung auswertet. bekennen sich darin eine Mehrheit von 61 Prozent als Christinnen und Christen (Protestant / Christian / Catholic).

Auffällig ist dabei, dass sich bei den katholischen Wählerinnen und Wählern beide Parteien nahezu die Waage halten (nur 2 Prozent Vorsprung für die Republikaner). Anders sieht es dagegen bei den Protestanten (22 Prozent Vorsprung für die Republikaner) und noch gravierenden bei den "weißen Evangelikalen bzw. weiß geborenen Christen" aus (66 (!) Prozent Vorsprung für die Republikaner).

Francis Prevost wählte bei den Midterms

Wie Vatican News berichtet (https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-10/papst-leo-usa-xiv-brief-wahl-midterm-kongress-vatikan-chicago.html) hat Francis Prevost alias Papst Leo XIV. per Briefwahl an den US-Midterms teilgenommen. Für wen der Papst gestimmt hat, wurde natürlich nicht mitgeteilt, nur dass seine Wahlunterlagen nach Chicago geschickt wurden, wo der demokratische Kandidat Justin Ford mit 89 Prozent führt (75 Prozent ausgezählt zum Zeitpunkt der Onlinestellung dieses Artikels). Auch in seiner Zeit als Missionar in Peru habe der US-Bürger Francis Prevost an Wahlen teilgenommen, so die Meldung weiter. "Von Leos Vorgängern im Papstamt ist nicht bekannt, ob und in welcher Form sie an Wahlen teilgenommen haben", schrieb Vatican News.

Katholiken stellen ein Fünftel aller Wähler

Auch wenn US-Medien wie" ABC News" einen "wahlentscheidenden Einfluss katholischer Wähler" aufrund der Zahlen nicht feststellten konnten, stellten sich dennoch rund ein Füntel aller Wahlberechtigten (bei den Wahlen zum US-Repräsentantenhaus).

"ABC-News" berichtete ferner, "dass die vorliegenden Daten nicht den Nachweis erlauben, bischöfliche oder päpstliche Wortmeldungen hätten bestimmte Wahlentscheidungen verursacht."
 
Aus den Wahlerfolgen der Demokraten einen "katholischen Aufstand gegen Präsident Donald Trump" zu machen, wäre ebenso voreilig wie die Behauptung, "die Kirche habe ihre Gläubigen geschlossen hinter den Republikanern versammelt", betonte "ABC-News".   

"One Nation Under God"

Professor Benjamin Dahle von der Universität Eichstätt geht in seinem Buch "One Nation Under God" aus dem Herder-Verlag allerdings davon aus, dass der Einfluss katholischer Wählerinnen und Wähler bis zur Präsidentschaftwahl 2028 wachsen wird. "Bei den Katholikinnen und Katholiken handelt es sich um eine bedeutende Wählergruppe, auf deren Stimmen inzwischen jeder Kandidat im politischen Betrieb angewiesen ist." Die Portale explizit.net und kath.de werden eine Rezension seines lesenswerten Buches mit dem Untertitel "Der US-Katholizismus und die Politik" demnächst separat veröffentlichen. 

Fazit: Keine Partei darf sich die katholischen Stimmen als Besitzstand zurechnen.

Wie groß die Versuchung dennoch ist zeigte sich, als nach einem Treffen von katholischen Bischöfen am 22. Oktober im Weißen Haus anschließend das Medienteam von Präsident Donald Trump versuchte, dieses medial "auzuschlachten". Doch statt Unterstützung distanzierte sich Erzbischof Jeffrey Grob in einer Stellungnahme von den Bilden, die "ohne Zustimmung erfolgt seien". Und Erzbischof Shelton Fabre formulierte es so: „Unsere Identität in Christus muss vor jeder politischen Identität stehen.“ 

Trotzdem bezogen Bischöfe wie Brendan Cahill auch zu aktuellen Themem wie die Einwanderungspolitik eine andere Position als Donald Trump. Auch der Präsident kann in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit nicht damit rechnen, dass die die Bischöfe sowie die Katholikinnen und Katholiken ihm und seinen Republikanern mehrheitlich wie bisher unterstützen werden. Bei den Protestanten und inbesondere den Evangelikalen ist die Unterstüztzung für Trump (noch) besser. Aber das Blatt wendet sich, nicht nur bei den Katholikinnen und Katholiken, zu denen auch die als seine Nachfolger gehandelten JD Vance und Marco Rubio gehören. 

Quellen:
https://abcnews.com/Elections/polls-2026-us-house-election-results-analysis 
https://www.foxnews.com/elections/polls/voter-poll-results
https://www.nbcnews.com/politics/2026-elections/illinois-house-results#summary

Lesetipp zu den US-Midterms aus unserem Partnerportal hinsehen.net:
https://hinsehen.net/analysiert/artikel/was-wird-aus-trump/ 

Eine vorläufige Analyse am Tag nach einer "historischen Wahlnacht"(US - Medien) von: 

Christian Schnaubelt 
(Chefredakteur und Herausgeber der Portale explizit.net und kath.de)


Kategorie: Politik

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