KI-generiert von der Katholischen Akademie Bayern

Dr. Martin Dabrowski - Foto: Katholische Akademie Bayern

"Vernetzung unplugged": Interview mit Dr. Martin Dabrowski

Am 05./06. März fand die Tagung "Kirche im Web 2026" in der Katholischen Akademie in Bayern statt. Dessen Studienleiter Dr. Martin Dabrowski spricht im "3 Fragen an" - Interview über das Themenfeld "Vernetzung unplugged - Community Building, Einsamkeit und echte Begegnung im Spannungsfeld", das in München beraten wurde.

Ein Beitrag im Rahmen des Monatsthemas März 2026 "Digitalität, Künstlche Intelligenz und Kirche" der Portale explizit.net und kath.de.*

1.Vernetzung unplugged" lautete der Titel der Tagung "Kirche im Web 2026". Wer kam in der Katholischen Akadamie in Bayern dazu in München zusammen? 

Die ökumenische Studientagung „Kirche im Web“ findet jährlich statt und richtet sich an Entscheidungsträger:innen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und der Digitalen Medien in der katholischen und evangelischen Kirche. Ziel der Tagungen ist es, jeweils zu einem Schwerpunktthema theoretische und praktische Inputs zu vermitteln, die dann in der Arbeit in den Bistümern und Landeskirchen umgesetzt werden können.

In diesem Jahr ging es um das Thema „Vernetzung unplugged. Community Building, Einsamkeit und echte Begegnung im Spannungsfeld“. Gut 50 Medienschaffende der beiden Kirchen waren aus ganz Deutschland und z.T. auch aus Österreich und der Schweiz angereist, um in Vorträgen, Podiumsgesprächen, Exkursionen und Masterclasses Informationen zur Thematik zu erhalten und kontrovers zu diskutieren. Außerdem diente KIW26 – wie in jedem Jahr – der Vernetzung und dem Austausch der Teilnehmenden untereinander.

2.Bei #kiw26 wurde über das Themenfeld "Community Building, Einsamkeit und echte Begegnung im Spannungsfeld" diskutiert. Was sind die Ergebnisse? 

In der großen Anzahl von Diskussionen im Rahmen der Podiumsgespräche, Exkursionen und Masterclasses wurden sehr unterschiedliche Aspekte der Tagungsthematik behandelt. Aus diesem Grund können hier nicht „die Ergebnisse“ von KIW26 aufgezählt werden. Als ein allgemeines Ergebnis in Bezug auf die Fragestellung der Veranstaltung kann aber festgehalten werden, dass „echte“ Begegnung, Vernetzung und Community Building sowohl im virtuellen Raum, als auch – natürlich – im „realen“ Leben stattfinden können. Bei der Beurteilung, welche Form menschlicher Begegnung (plugged oder unplugged) jeweils sinnvoll(er) ist, kommt es immer darauf an, um welche Art von Kommunikation und Vernetzung es geht. Oft können aber auch beide Formen sinnvoll und angemessen sein. 

3.Die Tagung #kiw26 war bewusst so geplant, um Networking und Austausch in Präsenz zu ermöglichen. Wie wurde das Konzept angenommen? 

In den letzten Jahren wurde die Tagung Kirche im Web auch live gestreamt und Teilnehmer:innen konnten an den Vorträgen und Workshops auch online per ZOOM partizipieren. Dieses Konzept haben wir in diesem Jahr verändert und nur noch den Eröffnungsvortrag und das Abschlusspodium gestreamt. Aus unserer Sicht hatte das hybride Angebot von Masterclasses den Nachteil, dass sowohl die Teilnehmenden vor Ort als auch die Online-Teilnehmer:innen mit der Kommunikation untereinander und der Vernetzung nicht zufrieden waren. Hier zeigten sich immer noch Nachteile, die auch durch größeren technischen Aufwand nicht beseitigt werden konnten.

Da bei der Tagung Kirche im Web die Vernetzung und der kollegiale Austausch im Mittelpunkt stehen, haben wir darum den Schwerpunkt wieder zu einer Vor-Ort-Veranstaltung verschoben. Die Rückmeldungen, die wir während der Tagung erhalten haben, bestätigen aus unserer Sicht diese Veränderung. Insbesondere die Exkursionen zu Institutionen in München, bei denen einzelne Aspekte der Tagungsthematik diskutiert und vertieft werden konnten, wurden sehr gut beurteilt. Spätestens hier wäre die Online-Partizipation auch an ihre Grenzen gestoßen.

Zusatzfrage: Die Tagung Kirche im Web feiert im nächsten Jahr das 20. Jubiläum. Wie und wo ist die Tagung entstanden und wie hat sie sich entwickelt? 

Die Tagung „Kirche im Web“ hat zum ersten Mal 2008 in der katholisch-sozialen Akademie Franz Hitze Haus in Münster mit dem Titel „Kirche im Web 2.0 - Entwickelt Internet Kirche?“ stattgefunden. Ziel der Veranstaltung war es, folgende Fragestellung zu analysieren: Welche allgemeinen Entwicklungen im Internet soll/muss die Kirche mitgehen, wo sind noch Defizite auf kirchlicher Seite, wo sollten Schwerpunkte der zukünftigen Arbeit liegen und welche Standards muss die Kirche dabei beachten und einhalten? Bei der ersten Tagung kamen 30 Teilnehmende aus dem Raum der katholischen Kirche (KIW war noch nicht ökumenisch) nach Münster, um über Chancen und auch Grenzen, die sich der Kirche im Internet bieten, zu diskutieren. In den Folgejahren wuchs sowohl die Zahl der Kooperationspartner, als auch die der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 2010 fand KIW dann zu ersten Mal in der Katholischen Akademie in Stuttgart statt und 2012 kam der erste evangelische Kooperationspartner mit ins Vorbereitungsteam von KIW.

Jedes Jahr wurden neue und neueste Entwicklungen im Internet und im Bereich der Sozialen Medien analysiert und diskutiert. Thematisiert wurden die Planungen für einen katholischen Fernsehkanal im Internet (2009), die Entwicklung einer eigenen katholischen Web-Community (2010), Kirche und Social Media ( 2011), das Medienethische Impulspapier „Virtualität und Inszenierung“ (2012). Es folgten als Themenschwerpunkte: Crowdsourcing (2013), KNÜTS: Kleine nützliche Tools und Helfer, die das (virtuelle) Leben leichter machen (2014), „Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Welt (2015), das KIWcamp (2016), „Kommunikation der Zukunft (2017), Storytelling (2018), „God is the key – Kirche als Marke“ (2019), „Lasst Maschinen Kirche machen“ (2020), „Netz gestalten“ als reine Online-Tagung (wegen Corona) (2021), „Wo Kirche online wächst“ (2022), „Neue Kirchenbilder – raus aus der Box“ (2023), „Die KI – Deus ex Machina?“ (2024), „Change Kommunikation in Kirchen“ (2025) und „Vernetzung unplugged“ (2026).

Das 20. Jubiläum von Kirche im Web feiern wir dann im nächsten Jahr vom 22. – 23. April 2027 in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster. Die Themenfindung, die Einladung der ersten Referent:innen beginnen jetzt – direkt nach Abschluss von KIW26.

Linktipp: 
Weitere Informationen zu den Tagugen "Kirche im Web" gibt es auf www.kircheimweb.net.  

Das Interview mit Dr. Martin Dabrowski, Studienleiter der Katholischen Akademie in Bayern, führte Christian Schnaubelt (Chefredakteur und Herausgeber der Portale explizit.net und kath.de), der an der Tagung "Kirche im Web 2026" in München mitgewirkt hat. 

*Hinweis: Weitere Artikel zum Monatsthema März 2026 "Digitalität, Künstlche Intelligenz und Kirche" der Portale explizit.net und kath.de werden hier erscheinen: https://explizit.net/monatsthema/


Kategorie: Monatsthema Medien

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Zum Seitenanfang