-ein Beitrag im Rahmen des Monatsthemas Digitalisierung und Künstliche Intelligenz der Portale explizit.net und kath.de-
Im Rahmen einer Pressekonferenz würdigte die Deutsche Bischofskonferenz am 25. Mai 2026 in Bonn das Erscheinen der Papst-Enzyklika "Magnifica humanitas":
„Papst Leo XIV. legt sein erstes eigenes Lehrschreiben vor, unterzeichnet am 135. Jahrestag der ersten Sozialenzyklika Rerum novarum seines Namensvorgängers, Papst Leo XIII. Magnifica humanitas („Großartige Menschheit“ (1)) lautet der Name dieser neuen Sozialenzyklika. (…) Ich bin dem Heiligen Vater sehr dankbar für dieses wegweisende Dokument, das mit dem Maßstab der katholischen Soziallehre pointiert die Gegenwart analysiert und Leitplanken für die Zukunft bietet. Wenngleich eine umfassende und gründliche Lektüre dieses Textes unbedingt erforderlich ist, möchte ich bereits am Tag seiner Veröffentlichung einige erste Anmerkungen machen: Magnifica humanitas kommt zur rechten Zeit in eine Welt im tiefgreifenden Umbruch“ (…)
sagte dabei DBK-Vorsitzender Dr. Heiner Wilmer.
„Mit diesem Schreiben legt der Papst die erste umfassende Antwort der katholischen Kirche auf die Herausforderungen Künstlicher Intelligenz (KI) vor. Er tut dies in einer Sprache, die weit über kirchliche Kreise hinaus verstanden werden will. Schon der Titel ist ein Statement. In einer Zeit, in der im Zusammenhang mit KI oft vom Untergang der Menschheit gesprochen wird, spricht der Papst von der großartigen Menschheit“ (…)
ergänzte bei der Pressekonferenz in Bonn Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer vom Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre an der Albert-Ludwig-Universität in Freiburg.
Als „starkes Zeichen für eine Kirche, die die Herausforderungen der Gegenwart erkennt und sich konstruktiv einmischt“ würdigte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Dr. Irme Stetter-Karp, die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ und führte weiter aus:
"Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz geht es mehr denn je um den Menschen. Das sagt Papst Leo XIV. mit jedem Satz. Der Mensch muss Verantwortung für die Entwicklung, Nutzung und Zukunft der KI übernehmen. Das technisch Mögliche einfach zu tun, es nicht zu bewerten, betrachtet er als eine der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts. Für mich ist eine seiner stärksten Aussagen: ‚Wir können KI nicht als moralisch neutral betrachten.‘“ (...)
Die ZdK - Präsidentdin zeigt sich zugleich dankbar dafür, „dass der Papst mit diesem Schreiben die katholische Soziallehre als zukunftsweisend markiert. Wir als Vertretung der katholischen Zivilgesellschaft in Deutschland fühlen uns von Leo XIV. damit gestützt. Und wir sehen uns vor der Aufgabe, die Art des durch ihn nun weltweit angestoßenen Diskurses über Künstliche Intelligenz mitzutragen und in seinem Sinne voranzutreiben.“
Nach Ansicht der Reformbewegung "Wir sind Kirche" bietet die Enzyklika "Magnifica Humanitas" angesichts der aktuellen Herausforderungen von Globalisierung, Technisierung, sozialer Ungerechtigkeit und „Künstlicher Intelligenz“ eine große Chance zu einem ethischen Leitbild zu werden, das weltweit Beachtung finden kann, wie dies die bisherigen Sozialenzykliken geworden sind, schrieb Pressesprecher Christian Weisner.
Hinweise:
Die Enzyklika "Magnifica Humanitas" ist auf der Vatikan-Website verfügbar und kann auf der Website der Deutschen Bischofskonferenz als Broschüre in deutscher Sprache vorbestellt werden. Zudem hat die DBK eine Sonderseite mit weiteren Informationen eingerichtet.
Dieser Beitrag wird regelmäßig mit weiteren Reaktionen in Deutschland ergänzt werden.
Christian Schnaubelt
(Chefredakteur und Herausgeber der Portale explizit.net und kath.de)
Hinweis: Die Portale explizit.net und kath.de werden in mehreren Beiträgen über die Themen Digitalisierung und Künstliche Intellgenz im Mai / Juni 2026 hier berichten.
Kommentare (0)
Keine Kommentare gefunden!