Die Finanzmärkte und warum Macron Präsident wird

Nach der ersten Runde der Wahl zum Präsidenten der Republik in Frankreich haben Emmanuel Macron und Marine Le Pen die Stichwahl erreicht. Die Börsen zeigen große Entspannung. Aktienkurse und der EURO steigen. Macron scheint in der Einschätzung der Finanzwelt und nicht nur dieser sicher die Stichwahl am 7. Mai zu gewinnen.

Der Einbruch der bisherigen staatstragenden Parteien

Eine erste Lesart dieser Wahl ist die folgende: Die Extremisten Le Pen und Jean-Luc Mélenchon erreichten zusammen ca. 40% der Stimmen. Die bisherigen Staatstragenden Parteien erreichten nur 26% der Stimmen und insbesondere die Sozialisten seien mit 6 % der Stimmen fast kollabiert.

Macron oder das altes System in neuer Anmutung

Macron ist angetreten ohne Unterstützung der großen Parteien Frankreichs, sondern nur mit Unterstützung seiner eigenen Bewegung. Betrachtet man seinen bisherigen Lebenslauf, ist Macron aber ein typischer Vertreter der in Frankreich so unbeliebten Elite. Trotz mancher seiner linken Thesen passt er zur konservativen Partei. Wegmarken seines Lebens belegen dies: Schulbesuch an einem Gymnasium der Jesuiten, Studium an den Kaderuniversitäten. Weiteres war er trotz seines jungen Alters bereits Minister und Investmentbanker bei Goldman Sachs

Die Signale der Finanzmärkte

Die Aktienbörsen zeigten vor der Wahl am Sonntag Unsicherheit. Teilweise sah man Mitnahmeffekte, also das Investoren Aktienpakete verkauften und dabei die bisherigen Gewinne realisierten. Investoren warteten an der „Seitenlinie“ die weitere Entwicklung vor allem zur Wahl in Frankreich ab. 
 Am Montag nach der Wahl gab es starke Signale für eine Zufriedenheit mit dem Wahlausgang. Der französische Aktienindex CAC legte schlagartig zu von 5.060 auf 5.240 Punkte, ebenso europäische Aktienindizes auf EUR wie der EuroStoxx 50 von 3.440 auf 3.580 Punkte. Auch bei den Währungen war die Zufriedenheit sichtbar. Der Wechselkurs des EURO zum USD stieg um ca. 2 %

Die Finanzmärkte erwarten einen Wahlsieg Macrons

Sie erwarten auch ein Zusammenbleiben des EURO-Raums und wirtschaftsfreundliche Reformen. Macron dürfte wahrscheinlich, lässt man das Narrativ des Außenseiters außen vor, Reformen ähnlich wie die Agenda 2010 in Deutschland einführen.


Kategorie: Wirtschaft

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