Uli Spreitzer

Aufgewachsen – und immer noch oft dort anzutreffend, da ich dort eine kleine (Öko-)Landwirtschaft betreiben lasse - in der Oberpfalz, Abitur in Amberg (Erasmus Gymnasium – ein Gründung der SJ in 1626). Studium und Promotion in Physik, dabei Geschäftsführer eines Forschungsverbunds. Ausbildung zum Aktuar DAV und ;lange in der Finanzindustrie als versicherungsmathematischer Gutachter und Risikomanager tätig. Seit zwei Jahren auch wieder Student der Theologie und Philosophie an der PhTH St. Georgen in FfaM verheiratet, zwei Kinder.

Beiträge von Uli Spreitzer

Österreich: Das politische Ende der zweiten Republik

Der Vizekanzler und Parteivorsitzende der ÖVP, Reinhold Mitterlehner ist zurückgetreten. Sein Nachfolger gilt als der starke Mann der ÖVP, Außenminister Sebastian Kurz. Er fordert Neuwahlen und Umstrukturierung der Partei. Er will sogar mit einer Liste „Liste Sebastian Kurz - die neue Volkspartei“ zur Nationalratswahl antreten. Seine Forderungen an die ÖVP sind akzeptiert worden. Ebenso eine Absprache über Neuwahlen im Oktober. Eine Neuauflage der großen Koalition aus SPÖ und ÖVP nach der Wahl wird ausgeschlossen. Die FPÖ wird umworben und muss sich entscheiden ob sie sich „anti-sozialistisch“ mit der ÖVP oder „anti-klerikal“ mit der SPÖ positioniert. Damit endet politisch die zweite Republik. Die erste Republik, insbesondere das Jahr 1934, scheint auf.

Verdeckte Arbeitslosigkeit bremst Wirtschaftswachstum

Nach EZB-Angaben ist die tatsächliche Arbeitslosigkeit ist weit höher als die veröffentlichten Zahlen. Das verhindert eine breitere wirtschaftliche Erholung. Die Wirtschaft im Euro-Raum erholt sich und die Arbeitslosigkeit sinkt. Dennoch springt die Inflation nicht an und die EZB muss weiter Nullzinspolitik machen und Anleihen aufkaufen. Eine neue Studie der EZB erklärt warum. Es sind jenseits der offiziellen Arbeitslosenzahl noch viele Millionen Menschen zu wenig oder nicht beschäftigt. Dieser massive Überhang an Arbeitslosen drückt die Löhne und damit die Inflation. Auch wenn diese Arbeitslosen „wegdefiniert“ werden, so wirken sie doch.

Kostenbremse verhindert bessere Gesundheitsversorgung

Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland und das, was medizinisch als notwendig erachtet und bezahlt wird, ist in Teilen Verwaltung von Mangel. „Passend“ dazu erzählen Medien und Politiker das Narrativ, dass es Gesundheit zu niedrigem Preis geben könnte. Insbesondere bei Medikamenten werden Neuentwicklungen, die oft zwangsweise teurer sind, selten von der Kasse bezahlt. Neue Medikamente Pradaxa und Xarelto zur Blutverdünnung werfen das Problem aktuell auf.

Ukraine muss Russland Anleihe zurückzahlen

(explizit.net) Die Ukraine weigert sich seit Ende 2015 Anleihen im Wert von 3 MRD Dollar zu bedienen, die in 2013 von Russland erworben wurden. Die Ukraine stellte Gegenrechnungen für den Krieg im Donbass und für die Annexion Krim dagegen. Diese Woche hat ein Gericht in London, der High Court, die Ukraine in einem Vorentscheid zur Rückzahlung der nach englischem Recht konzipierten Anleihe verurteilt. Die Ukraine widerspricht dem Urteil und will weiter nicht zahlen. Sie wird sich trotz der schwierigen Lage, in der sie sich befindet, mittel oder langfristig keinen Gefallen tun, die Regeln der Finanzindustrie mit der des Krieges zu vermischen, wie jetzt geschehen. Vertragstreue in der Finanzwirtschaft ist für das Wohlergehen einer Nation entscheidend.

Trump muss Yellen Leitzinserhöhungen zugestehen

Das Federal Reserve Board (FED) mit ihrer Präsidentin Janet Yellen hat am 15.3. 2017 den Leitzins um einen ¼ Prozentpunkt erhöht auf Werte zwischen 0,75 und 1%. Weitere Zinserhöhungen hat sie in Aussicht gestellt. US-Präsident Trump würde für seine angekündigten großen Infrastrukturprojekte niedrigere Zinsen und einen billigeren Dollar bevorzugen. Dennoch konnte sich Yellen durchsetzen. Basierend auf gutem Wirtschafts- und Finanzdaten der USA führt sie die Zinsen langsam auf Werte vor der Finanzkrise 2008 zurück: Damit bekämpft sie auch möglichen Anstieg der Inflation. Trumps Infrastrukturprojekte sind nicht so bedeutend oder dringend, als dass Yellen sich von ihrer Strategie der Rückkehr zur finanzpolitischen Normalität abbringen ließe.

Versicherer gegen die Reform der betrieblichen Altersversorgung

Die Sozialministerin will die betriebliche Altersvorsorge fördern. Der von ihr eingebrachte Gesetzesentwurf ist inzwischen vom Kabinett verabschiedet. Ziel ist es vor allem, nicht nur Konzerne zu motivieren, in die betriebliche Altersvorsorge einzusteigen. Entscheidend ist das Risiko, das Betriebe mit einer Zusage für die Höhe der Auszahlung eingehen. Dieses Risiko muss das neue Gesetz minimieren, sollen mehr Mittelständler eine Betriebsrente einführen. Wird das Gesetz vom Bundestag verabschiedet, kann auch das große Defizit der kirchlichen Zusatzversorgungskasse anderes ausgeglichen werden. In den nächsten Jahren müssen die Bistümer jährlich € 250 Mill. zuschießen, um die Zusagen der kircheneigenen Kasse zu garantieren. Denn diese Kasse hat feste Auszahlungsbeträge definiert, die wegen der niedrigen Zinsen und einer zu abwartenden Geldanlage seit Jahren nicht mehr aus dem Vermögen erwirtschaftet werden.

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