Dabei macht die globale Negativentwicklung der Pressefreiheit auch vor Deutschland nicht halt: „Deutschland belegt auf der Rangliste der Pressefreiheit 2026 Platz 14, ein Rückgang um drei Plätze. Grund dafür ist vor allem, dass Journalist*innen auf der Straße und im Netz wachsenden Bedrohungslagen ausgesetzt sind.“ „Nur noch einer von 100 Menschen weltweit kann sich durch eine vielfältige, gesunde Medienlandschaft informieren. Auch wenn wir den Niedergang der Pressefreiheit seit einem Vierteljahrhundert dokumentieren, bleibt dieser Befund dramatisch“, sagt Christian Mihr, Geschäftsführer für Politik und Strategie bei Reporter ohne Grenzen (https://www.reporter-ohne-grenzen.de/artikel/pressemitteilungen/4237/nur-noch-ein-prozent-der-weltbevolkerung-lebt-in-landern-mit-guter-pressefreiheit).
Die Gesellschaft der Katholischen Publizistinnen und Publizisten Deutschland e.V. (GKP) mahnte in einer Pressemitteilung (https://www.gkp.de/tag-der-pressefreiheit-kein-grund-zum-feiern/): „Der Internationale Tag der Pressefreiheit ist in diesem Jahr kein Grund zum Feiern. Wer Journalistinnen und Journalisten angreift, egal ob körperlich oder durch Hetzkampagnen, greift unsere gesamte demokratische Gesellschaft an“, betont der Vorsitzende der GKP, Joachim Frank. Der Verband, dem auch der Autor angehört, warnte zudem vor Einschränkungen von Informationsfreiheitsgesetzen: „Den freiheitlichen Staat kann man nicht schützen, indem man Freiheiten immer weiter einschränkt“, so Frank. Stattdessen gelte es „Transparenz, Vielfalt und journalistische Integrität zu stärken sowie die Medienkompetenz zu fördern, damit mündige Bürgerinnen und Bürger in einer fragmentierten und rasant wachsenden Informationswelt souveräne und differenzierte Entscheidungen treffen können“.
Prinzipien sind auch für kirchliche Medien zentral
Die oben genannten Prinzipien sind aus Sicht der GKP „auch für kirchliche Medien zentral“. „Die Vielfalt ihrer Presselandschaft ist ein Schatz der Kirche in Deutschland“, erläutert GKP-Vorsitzender Joachim Frank. „Sie ermöglicht Diskussionen und eine kritische Öffentlichkeit innerhalb einer hierarchisch verfassten Kirche und kann ihr helfen, verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.“
Aus diesem Grund unterstützt die GKP – ebenso wie die Portale www.explizit.net und www.kath.de (die beide vom Verein publicatio aus Bochum herausgegeben werden) - den "Leipziger Appell zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien“
Mit der Initiative betonen die Unterzeichnenden die zentrale Bedeutung freier und unabhängiger Medien für eine freie demokratische Gesellschaft. Der Appell fordert dazu auf, Medien- und Informationsfreiheit angesichts aktueller Herausforderungen entschlossen zu schützen sowie Angriffe klar zu benennen und zurückzuweisen. "Wer Medien und Informationsfreiheit angreift, greift das demokratische Gemeinwesen an", heißt es darin (https://www.mdr.de/unternehmen/informationen/gemeinwohl/leipziger-appell-freiheit-unabhaengigkeit-medien-demokratie-100.html).
Christian Schnaubelt
(Chefredakteur und Herausgeber von explizit.net und kath.de)
03. Mai: Tag der Pressefreiheit
Kategorie:
Medien
Kommentare (0)
Keine Kommentare gefunden!