Eckhard Bieger

Ich schreibe für explizit.net, weil es eine katholische Präsenz im Internet geben muss, die nicht Kirchenberichterstattung ist, weil die katholische Tradition die Philosophie und damit das Argument schätzt, weil eine weltweite Kirche zu wenig im Bewusstsein in Deutschland präsent ist, weil es Vieles gibt, was man in den Medien nicht findet, jedoch notwendig ist, um Vorgänge nicht nur von ihrer Oberfläche her zu verstehen. explizit.net will jungen Leuten helfen, als Journalisten im Internet ihr Auskommen zu finden.

Ich bin kurz vor dem II. Weltkrieg geboren, seit 1959 Mitglied des Jesuitenordens und habe mich mein Berufsleben lang mit Medien beschäftigt – bis 2003 mit dem Fernsehen und ab dann mit kath.de.

Beiträge von Eckhard Bieger

China und der Vatikan: Annäherung

China galt als Missionsland für ausländische Priester und Ordensleute, bis diese nach 1949 ausgewiesen wurden und die christlichen Kirchen sich in eine offizielle oder „patriotische“ und eine Untergrundkirche abgespalten haben. Es ist vitales Interesse des Vatikans, dieses Schisma zu überwinden. Ziel ist eine vom Staat anerkannte katholische Kirche mit einem Bischofskollegium, das in Verbindung mit dem Papst steht. Rom arbeitet seit Jahren zäh daran, diesen Zustand zu überwinden. Aber was motiviert die chinesische Führung, Rom ein Mitspracherecht bei der Ernennung von Bischöfen einzuräumen:

Eucharistiestreit 2018

Protestanten wollen gleich behandelt werden. Sie laden Katholiken zu ihrem Abendmahl ein und erwarten dann auch Gastfreundschaft von der anderen Seite. Katholische Laien wollen diese gewähren, die Bischöfe tun sich schwerer. Ein komplizierter Prozess, Psychologie und Theologie überlagern sich. Wie immer ist die Psychologie wirkkräftiger. Sie versteckt sich jedoch hinter der Theologie. Was ist das psychologische Drehmoment und warum muss es theologisch bearbeitet werden?

Syrien – die Religionen sind gefordert

In Syrien soll eine politische Lösung den Krieg beenden. Doch welche sollte es sein? Es müsste doch eine Idee sein, die die verfeindeten Gruppen davon abbringt, im militärischen Sieg den größeren Vorteil zu sehen. Frieden wäre eigentlich der größte Vorteil für jeden. Es gäbe keine zerbombten Städte, sondern funktionierende Schulen und Krankenhäuser. Da es sich jedoch um einen verdeckten Konfessionskrieg handelt, sollten die Religionen sich an der Lösung ernsthafter beteiligen.

Fehlender Osterglaube - fehlende Kirchgänger

Die Kirchenbänke füllen sich sonntags mit Senioren. Diese sehen das als Sonntagspflicht. Man ist Gott die Ehrerbietung schuldig. Glaubensüberzeugungen sind für diese Generation keine Frage. Aber anders die Jüngeren. Wenn 50% der Deutschen nicht mehr mit einem Leben nach dem Tod rechnen, macht einen Gottesdienstbesuch für diese Menschen keinen Sinn. Ist doch der Sonntag der Tag der Auferstehung und gibt es eine christlichen Praxis, weil man der Überwindung des Todes nicht nur gedenkt, sondern an ihr teilhaben will. Die Generation, die jetzt in den Kirchbänken sitzt, hat sich um Kirchenfragen gekümmert, die Kernbestände des Glaubens sind liegen geblieben.

Zum Seitenanfang