Kathedrale vonLaon, Foto: hinsehen.net E.B.

Weihnachten – Kontrast zum November

Wir kommen aus dem Monat, in dem uns die Toten wieder nähergekommen sind. Wir haben ihre Gräber besucht und uns innerlich mit ihnen verbunden. Wir gehen auf eine Geburt zu, eines Kindes, wie auch einer neuen Welt. Ein neuer Himmel und eine neue Erde sind uns versprochen. Dass es nicht so bleiben kann, zeigen die Krisen, die uns wie Unwetter heimsuchen.

Wir werden sie wiedertreffen, so steht es in der Bibel und so berichten es Menschen, die eine Nahtoderfahrung hatten. Ich hatte solche Berichte nicht in Beziehung zu den Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus gebracht, die in den Evangelien zu finden sind. Das änderte sich, als mich eine junge Frau am zweiten Weihnachtstag ansprach. Am Stephanustag wird von einer Vision berichtet, die der Diakon in der Auseinandersetzung mit Gegnern des Evangeliums hatte. Der Bericht aus der Apostelgeschichte hat an die Begegnung mit ihrer verstorbenen Großmutter erinnert, als sie zu deren Beerdigung gekommen war. Inzwischen habe ich Fünf andere getroffen, die in einer Krankheit, bei einem Unfall, einer Operation in das himmlische Licht getaucht wurden, das sie übereinstimmend als große Liebe gespürt haben.

Eine andere Welt

Ein amerikanischer Neurochirurg hat zu der Wirklichkeit, von der hin und wieder seinen Patienten berichteten, durch eine eigene Erfahrung Zugang gefunden und kann auch zeigen, dass er das nicht phantasiert hat. Eben Alexander war auf Grund einer Infektion in ein mehrtägiges Koma gefallen. Er hatte die gleiche Lichterfahrung und das Spüren für eine große Liebe. Er wurde von einer Frau empfangen, die er nicht kannte. Es war eine leibliche Schwester, die er jedoch nie kennengelernt hatte. Er war bei Pflegeeltern noch in der Zeit groß geworden, als den leiblichen Eltern jeder Kontakt zu ihrem Kind untersagt war, weil sie es zur Adoption freigegeben hatten. Als dieses Verbot fiel, suchte er Kontakt zu seinen Eltern. Das war nach seinem Koma. Diese hatten noch drei Kinder bekommen. Da eine Schwester bereits gestorben war, konnte er nur eine Schwester und einen Bruder kennenlernen. Diese schickten ihm später ein Foto der Verstorbenen. Er erkannte die Frau wieder, die ihm aus dem Licht entgegengekommen war. Eben Alexander hat diese Erfahrungen niedergeschrieben. Das Buch ist auch in Deutschland zum Bestseller geworden. s.u. Als ich den Bericht gelesen hatte, wurden mir die Erscheinungen Jesu weniger fremd. Es gibt viele Verstorbene, die nach ihrem Tod ihnen nahestehenden Menschen "erschienen" sind.

Erfahrungen sind Ursprung der Religionen

Diese Begegnungen hat es sicher in der Menschheitsgeschichte schon vor Jesus gegeben. Ich habe die Menschen, die mir von solchen Begegnungen berichteten, als glaubhaft erlebt und von der selbstverständlichen Realität dieser von Licht und Liebe erfüllten Wirklichkeit überzeugt. Manche hatten sogar große Schwierigkeiten, sich in der hiesigen Welt wieder einzuleben. Mit ihrer unerschütterlichen Überzeugung Haben sie wohl auch früher jeder Religion eine tragfähige Basis gegeben. Das lässt sich am Christentum deutlich ablesen. Auch wenn die Kreuzigung Jesu immer festgehalten wurde, das Christentum leitet sich von Ostern, von den Begegnungen der Frauen und Männer mit dem in den Himmel versetzten Jesus her. Das wird im Vergleich mit dem Islam deutlich. Auch wenn es nicht eindeutig im Koran steht, die muslimischen Theologen lehren, dass anstelle Jesu jemand anderes gekreuzigt wurde und Jesus mit Maria von Magdala eine Familie gegründet habe und eines normalen Todes gestorben sei. Wie die Bibel bleibt der Koran zwar bei der Überzeugung einer himmlischen Existenz, beschreibt diese aber wie ein Ferienparadies, wo alle Genüsse zur Verfügung stehen. Die Christen sollten mit Sokrates, mit Buddha und den indischen Upanischaden bei der Erfahrung bleiben, dass die endgültige Heimat in einer Welt liegt, die nicht bloß eine Optimierung der hiesigen Welt sein wird.

Licht-Bewohner

Die Menschen, die auf der Todesschwelle waren, berichten von einer Licht-Erfahrung. Könnten diesen Erfahrungen auch die Gotik inspiriert haben. Sie hat die Wände der Kathedralen durch Glasmalereien ersetzte, die das himmlische Licht in den Gottesdienst strömen lassen. Da man im 12. Jahrhundert das Licht für eine immaterielle Größe hielt, wurde es als himmlischer Botschafter gesehen. Aus diesem Licht heraus werden wir empfangen, das berichten diejenigen, die schon einmal in die himmlische Lichtwelt eingetaucht sind.
Nicht nur in den Kirchen, die mit ihren Gewölben den Himmel abbilden, soll die Liebe unser Leben bestimmen. Mit den Erkenntnissen der Physik und der Evolutionsbiologie können wir uns auf die andere, lichtdurchflutete Welt naheliegender. Wenn das ganze Universum auf Entwicklung angelegt ist, dann gibt es die reale Aussicht, dass die Menschheit einmal ohne Krieg untereinander und auch in Frieden mit den Bäumen und den Tieren leben wird. Wir sollen Gärtner sein und so ins Paradies zurückkehren. Das gelingt, wenn wir unter uns eine neue Qualität des Zusammenlebens entwickeln. Das Reich Gottes, das Jesus bereits wie zarte Saaten wachsen sah, wird nicht so gemacht wie ein Ferienparadies, für das wir nur ein Flugticket buchen müssen. Es ist alles perfekt, die Zimmer, das Essen, der Strand, die Tennisplätze. Aber das paradiesische Lebensgefühl stellt sich nicht ein, weil die Menschen sich die Teller volladen, zu viel Alkohol trinken und wie zu Hause viel Zeit vor dem Fernseher zubringen. Ein Sonnenuntergang, auch ein Yoga- oder Segelkurs lassen uns ahnen, was in unserem Leben auf Entwicklung wartet.

Evolution soll diese Erde verwandeln

Wenn wir uns als Produkt der Evolution realistisch anschauen, dann sind wir noch nicht so weit, aus der Erde das gemacht zu haben, was möglich ist. Die Industrialisierung war es noch nicht, auch das Internet, das vor 30 Jahren mit großen Hoffnungen startete, nicht, noch weniger der Kommunismus mit seinen Arbeitslagern und seiner Total-Überwachung durch eine Geheimpolizei, die letztlich die Stabilität des Staates sichern musste, weil die Menschen von der Ideologie nicht überzeugt waren. Wir Deutsche hatten uns in der Evolution noch weiter zurück entwickelt, indem wir das Erbgut der germanischen Rasse zum Heilbringer und die Juden wie Slawen zu Untermenschen erklärt haben. Paradies durch Vererbung, ebenso mit Geheimpolizei und vielen Umerziehungslagern ausgestattet.
Die Industrialisierung mit ihren Konsumversprechen ist nicht der Endpunkt der Evolution. Sie soll nach der Bergpredigt ebenfalls umgebaut werden, Arm im Geiste, für Gerechtigkeit, die Friedfertigen haben das Sagen, die Gefangenen erhalten Besuch, die Kranken werden nicht allein gelassen.



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