Foto: explizit E.B.

Das neue Jahr: Die Probleme kommen erst an die Oberfläche

Flüchtlinge, Kölner Hauptbahnhof, Rücktritt des Polizeipräsidenten, Überfall eines Hotels in Ägypten, und noch dies und das. Die Meldungen überschlagen sich. Härteres Vorgehen gegen Kriminelle oder doch den lieben Deutschen machen? Die Öffentlichkeit ist beschäftigt, die Probleme scheinen drängend zu sein und viele Themen sind aus dem Blick verschwunden. Andere Skandale kommen wieder ans Tageslicht, wie etwa die Missbrauchsaffäre bei den Regensburger Domspatzen. Skandale und große Meldungen prägen die Medien. Was nur die Aufmerksamkeit weniger oder / und kluger Bürger trifft, scheint kaum noch einer Erwähnung wert zu sein.

Flüchtlinge, Kölner Hauptbahnhof, Rücktritt des Polizeipräsidenten, Überfall eines Hotels in Ägypten, und noch dies und das. Die Meldungen überschlagen sich. Härteres Vorgehen gegen Kriminelle oder doch den lieben Deutschen machen? Die Öffentlichkeit ist beschäftigt, die Probleme scheinen drängend zu sein und viele Themen sind aus dem Blick verschwunden. Andere Skandale kommen wieder ans Tageslicht, wie etwa die Missbrauchsaffäre bei den Regensburger Domspatzen. Skandale und große Meldungen prägen die Medien. Was nur die Aufmerksamkeit weniger oder / und kluger Bürger trifft, scheint kaum noch einer Erwähnung wert zu sein.

Es wird über die Integration ausländischer Menschen in die deutsche Gesellschaft diskutiert, doch wie man mit Steuersündern umgehen soll und was man mit Managern machen kann, die nur das Geld und keine Moral sehen, darüber wird nicht gestritten. Welche Werte will man den Flüchtlingen denn beibringen? Dass man andere Menschen nicht bestehlen darf? Wie lächerlich? Da rühmen sich die Politiker, dass sie in großem Stil Daten klauen lassen, bzw. gestohlene Daten auf einer CD kaufen, um dann Steuersünder dingfest zu machen. Ist das eine klar vorgelebte Moral? Flüchtlinge sollen möglichst schnell an Bildung herangeführt werden. Die Bildungsministerin Johanna Wanka ist Ministerin für Bildung und Forschung. Das war es dann auch. Googelt man Johanna Wanka, dann erfährt man, dass sie seit 2013 Ministerin ist und dass sie beim Frühstück von einem Nackten erschreckt worden ist. So sieht deutsche Bildung aus. Außer einem Nackten im Haus der Ministerin ist da nichts gewesen.

Mein K(r)ampf

Der Deutsche darf nun endlich wieder das Buch eines österreichischen Subintellektuellen kaufen, wird aber gleichzeitig mit kritischen Kommentaren auf die Gefährlichkeit dieses kleingeistigen Denkers hingewiesen. Rechte Fanatiker hätten das Buch vorher schon unter der Ladentheke kaufen können. Sie haben es nicht gemacht, weil es ihnen zu teuer war. Und der Preis von 59 Euro, den der vermeintliche Rechtsradikale nun auf die Ladentheke legen müsste, ist jenseits seiner finanziellen Vorstellungskraft. Und wahrscheinlich würde er sich eh blamieren, weil er des Lesens gar nicht mächtig ist, „die Fahne hoch“ ist wahrscheinlich das Einzige, was er hochhalten kann. Verdorben werden die Menschen nicht durch „Mein Kampf“, sondern dadurch, dass sie in der Schule und den Hochschulen kein kritisches Lesen gelernt haben. Die Hochschulen werden zwar nicht vom rechten Gedankengut beeinflusst, allerdings hat sich die Wirtschaft massiv in die Lehrpläne eingeschlichen. Welche Hochschule ist nicht auf Drittmittel oder Fundraising angewiesen? Wo und wie wird diskutiert, wie groß mittlerweile der Einfluss der Wirtschaft auf Schulen und Hochschulen ist und welche Auswirkungen diese Entwicklung hat?

Keine Vergewaltigung bitte!

Niemand, der einigermaßen seine Sinne und seinen Verstand beisammen hat, wird Gewalt gegen Frauen als Errungenschaft europäischer Kultur preisen. Wie soll jedoch über das gute und respektvolle Zusammenleben gedacht werden, wenn ernsthaft darüber diskutiert wird, wie in Dokumenten das Geschlecht bezeichnet werden kann? Wenn gestritten wird, ob die Schreibweise BürgerInnen oder Bürgerinnen/Bürger richtiger wäre? In welcher Weise wird dagegen diskutiert, welche Auswirkungen der fast völlig freie Zugang zu Pornoseiten hat? Wo bleibt eine ernsthafte Diskussion über frauenfreundliche Pornos? Tobt sich der Deutsche im Internet sexuell aus und der Flüchtling macht es am Bahnhof, weil er keinen Internetzugang hat? Was muss man von Leuten halten, die „Feuchtgebiete“ und „fifty shades of grey“ massenhaft konsumieren? Liegt da nicht eine enorme Störung vor? Selbstverständlich kann man das feuchte Lesen nicht mit einer Vergewaltigung vergleichen, doch darum geht es auch gar nicht. Es muss diskutiert werden, wie sich bestimmte Entwicklungen und äußere Einflüsse auf die Einstellung und das Verhalten auswirken.

Das Sterben der Tageszeitungen

Sicherlich lässt sich über die Presse streiten, dass die Presse immer und immer wieder den Begriff der „Lügenpresse“ aufnimmt, zeigt, wie hilflos Medienmacher mittlerweile sind. Wenn die Politik Interesse daran hat, dass die Bürger und Bürgerinnen kritisch informiert werden, dann muss sie die Rahmenbedingungen schaffen, damit Journalisten eine gute und seriöse Arbeit leisten können. Wer jedoch die Presse dem Gesetz des Marktes unterwirft, darf sich nicht wundern, wenn mehr und mehr Tageszeitungen den Geist aufgeben und die Herausgabe einstellen. Die Digitalisierung als alleinige Ursache zu beschwören, verdeckt, welche sonstigen Hintergründe zu analysieren wären. Wieso lässt es die Politik zu, dass Amazon, Google, Facebook u. a. an Macht gewinnen können, riesige Gewinne machen, aber kaum Steuern zahlen? Was tut eine Bildungsministerin, damit Zeitungslesen Kultur ist? Spür- und sichtbar ist lediglich die Resignation, „da kann man nichts machen“, „wir müssen uns der digitalen Entwicklung anpassen“. Das ist eine Bankrotterklärung, die im Bereich der Medien offensichtlich ist, aber sich auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens übertragen hat. Das Geld bestimmt das Denken! Und die Diskussion hierüber scheint ein Relikt vergangener Tage geworden zu sein. Deshalb: Lieber Skandale und müßige Diskussionen…



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