Lena Hermann - Foto: privat

Ausbildung im Journalismus: kath.de fördert Nachwuchs-Journalist:innen

Zu den Aufgaben unseres Partnerportals www.kath.de gehört die Förderung des journalistischen Nachwuchses: Von Autor:innen bis Redakteur:innen. Eine der kath.de - Redakteur:innen ist Lena Hermann, die in diesem Beitrag den Spagat zwischen Praxis, Haltung und digitalen Umbrüchen in der journalistischen Ausbildung beschreibt.

Zwischen Praxis, Haltung und digitalen Umbrüchen

Schon in meinem Journalismus-Studium in Gelsenkirchen stellte ich mir die Frage: Reicht Theorie, um später im Redaktionsalltag zu bestehen? Sehr schnell wurde klar: Praxis ist das Fundament. Schreiben, filmen, schneiden, live produzieren – dieses unmittelbare Arbeiten hat mir später den Einstieg erleichtert. Journalistische Fähigkeiten entstehen nicht durch Beobachten, sondern durch eigenes Arbeiten.

Trotzdem führt für viele der Weg über ein Volontariat. Bei mir fühlt sich mein aktuelles Volo manchmal an wie ein Déjà-vu – vieles kenne ich schon. Gleichzeitig ist genau das ein Vorteil: Ich kann von Beginn an eigenständig arbeiten. Im Volo gibt es keine Schonzeit – und das ist gut so. Recherchen, Quellenbewertungen und Entscheidungen gehören plötzlich zum Alltag. Journalistisches Handwerk entsteht eben nicht in Büchern, sondern mitten im Redaktionsalltag.

Gerade jetzt, während ich gleichzeitig im Volo arbeite und freiberuflich für kath.de tätig bin, wird deutlich, wie sehr sich das Berufsbild verändert. Digitalisierung und Social Media sind keine Zusatzmodule mehr, sondern zentrale Arbeitsfelder. Und KI stellt gerade alles auf den Kopf. Sie übernimmt monotone Aufgaben, schafft Raum für Kreativität – und macht gleichzeitig den Blick für Relevanz, Verantwortung und Einordnung wichtiger denn je. KI erleichtert vieles, aber sie fordert uns heraus, Qualitätsmaßstäbe neu zu definieren.

Besonders in katholischen Medien, die oft mit gesellschaftlicher Sensibilität, Ethik und Orientierung arbeiten, verschiebt sich der Fokus: Nicht nur technische Fähigkeiten zählen, sondern die Fähigkeit, Themen verantwortungsvoll zu begleiten. Was bedeutet es, Geschichten über Menschen zu erzählen, die verletzlich, gläubig oder auf der Suche sind? Welche Haltung braucht dieser Beruf – und wie lässt sie sich entwickeln? Für mich ist klar: Eine gute journalistische Ausbildung muss Technik und ethische Reflexion zusammendenken.

Denn trotz aller Veränderungen im digitalen Raum bleibt der Kern des Berufs gleich: Journalismus lebt von Neugier, Mut und der Bereitschaft, Themen ernst zu nehmen – auch wenn sie unbequem sind. Ausbildung sollte deshalb nicht nur Skills vermitteln, sondern auch ein Bewusstsein dafür, warum wir erzählen, was wir erzählen.

Ob dafür unbedingt ein klassisches Volontariat notwendig ist? Vielleicht nicht, wenn bereits viel Praxiserfahrung vorhanden ist. Aber jeder Weg, der zur Tastatur, zur Kamera oder ans Mikro führt, ist wertvoll. Am Ende zählt nicht der Titel, sondern die Haltung. Und wer diese Haltung entwickelt – im Studium, im Volo oder im Online-Alltag – ist für die Zukunft unseres Berufs gut aufgestellt.

Bei der Nachwuchsförderung ist www.kath.de auf Spenden angewiesen. 

Lena Herrmann, 30, ist Volontärin bei RUHR24 in der Lokalredaktion Dortmund/NRW und schreibt seit 2022 zudem für kath.de. Sie hat 2024 ihr Studium „Journalismus & PR“ an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen abgeschlossen. Neben dem Sport und der begeisterung für Triathlon setzt sie sich privat viel mit Religionen und spirituellen Fragen auseinander. Mehrfach ist sie den Jakobsweg gepilgert.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde ursprünglich für das Magazin "GKP-Informationen" erstellt und die Autorin hat dankenswerterweise einer Veröffentlichung für explizit.net und kath.de. zugestimmt. 


Kategorie: Medien

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