Olivenholzkrippe aus Betlehem - Foto: Christian Schnaubelt

Auf der Suche nach Frieden

An Weihnachten 2023 beleuchtet explizit.net das Thema "Auf der Suche nach Frieden": Heute wirft Chefredakteur Christian Schnaubelt einen Blick hinter die Mauern nach Betlehem, wo die Christen angesichtes des Krieges im Nahen Osten besonders auf Friedenssuche sind. Aber ein kleines Zeichen macht Hoffnung: Das Friedenslicht aus Betlehem, dass in diesem Jahr zum 30. Mal in Deutschland an "alle Menschen guten Willens" übergeben wird.

Olivenholzkrippen aus Betlehem sind ein beliebtes Souvenir bei einem Besuch im Heiligen Land. Doch in diesem Jahr werden keine Tourist:innen und Pilger:innen nach Betlehem kommen. Die Geburtsstadt Jesu Christi ist gespenstisch still. Die Stadtverwaltung hat den Weihnachtsschmuck entfernt und die Kirchen haben fast alle Weihnachts-Feierlichkeiten abgesagt. Wie VaticanNews berichtet sind dort zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes vom Tourismus abhängig und – nach dem Einbruch während der Corona-Pandemie – droht vielen Geschäften nun das Aus.

Erschwerend kommt hinzu, dass Betlehem nach dem Angriff der Hamas auf Israel größtenteils abgeriegelt ist. Zwar werden aus dem Westjordanland keine Kämpfe berichtet, dafür aber von Problemen mit der Strom- und Lebensmittelversorgung. Christ:innen sind in die vom israelischen Militär bewachten Kirchen geflohen. Aber auch dort sind sie nicht vor Gewalttaten sicher, denn kurzem wurden zwei Christen in einer Kirche erschossen. Trotzdem geben sie die Hoffnung nicht auf, auch wenn die Christ:innen nur noch einen geringer werdenden Anteil der Bevölkerung in Betlehem stellen.   

Die Hoffnung besteht darin, dass eines Tages die Mauer zwischen Jerusalem und Betlehem eingerissen werden wird. Diese Hoffnung drückt auch die oben abgebildete Olivenholzkrippe aus. Bei ihr kann die Mauer herausgenommen werden und damit ist der Weg frei, damit die Heilige Könige ihrem Weg in den Stall von Betlehem gehen können. Eine Hoffnung, die angesichts der aktuellen Lage im Heiligen Land utopisch erscheint. Aber dies war der Fall der Berliner Mauer lange Zeit ebenfalls.

Friedenslicht für „alle Menschen guten Willens“  

Doch es gibt auch gute Nachrichten aus Betlehem: Trotz des Krieges im Nahes Osten ist es gelungen, dass das am 17. November entzündete „Friedenslicht aus Betlehem“ über Amman und Linz auch Deutschland erreicht hat und an Hl. Abend in vielen katholischen und evangelischen Kirchen leuchtet. Und das zum mittlerweile 30. Mal. Allein in Nordrhein-Westfalen waren zwischen dem 2. Advent und 4. Advent rund 15.000 Pfadfinder:innen unterwegs, um das Licht zu „allen Menschen guten Willens“ zu bringen.

Ein altes dänisches Sprichwort sagt: „Du verlierts nichts, wenn du mit deiner Kerze, die eines anderen anzündest.“ Genau dies möchte die Friedenslichtaktion, die in diesem Jahr in Deutschland unter dem Motto „Auf der Suche nach Frieden“ steht, erreichen: Das „alle Menschen guten Willen“ – egal welcher Nationalität oder Religion – mit der Weitergabe des Betlehem-Lichtes zu Friedensbot:innen werden. Und das ist doch der Kern der Weihnachtsbotschaft: „Friede auf Erden“ für alle Menschen.

Text: Christian Schnaubelt - Chefredakteur explizit.net

Friedenslicht in der Geburtsgrotte Jesu Christi - Foto: Christian Schnaubelt


Kategorie: Religion

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