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Gegengelesen: Bekloppte Welt

(explizit.net) Gegengelesen-Kommentar

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Der Trainer der Dortmunder Jürgen Klopp hat abgedankt. Günter Grass hat ebenso für immer abgedankt und Klaus Bednarz ist auch nicht mehr. Der emeritierte Papst denkt über den Tod nach. Doch es gibt Leute, die wollen einfach nicht gehen.

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Der Trainer der Dortmunder Jürgen Klopp hat abgedankt. Günter Grass hat ebenso für immer abgedankt und Klaus Bednarz ist auch nicht mehr. Der emeritierte Papst denkt über den Tod nach. Doch es gibt Leute, die wollen einfach nicht gehen.

Alice Schwarzer nervt immer noch mit ihren antiquierten Vorstellungen von Mann und Frau, wir sagen: Danke Alice! Helene Fischer, eine ganz andere Frau, ist immer noch nicht richtig atemlos: Danke, Helene, Du hast genug gesungen! Und der Erdogan residiert weiterhin in seinem tollen Palast, wo er die Frage nach dem Völkermord an den Armeniern königlich entfliehen kann: Danke, Erdogan, bleibe in Deinem schönen Palast und komme nicht mehr raus! Und nicht zu vergessen Piech, der Herrscher des Volkswagens: Nicht Winterkorn! Nein Du solltest Deine Schlüssel abgeben und die Türen in Wolfsburg abschließen! Zu nennen wäre viele Gestalten, die sich für zu wichtig halten, um abzudanken. Manche kehren gar in anderer Gestalt wieder, Frau Clinton war früher mal Herr Clinton.

Die Kunst des Abgangs

Günter Grass hat nicht wie der gleichaltrige Papst Benedikt über den Tod nachgedacht, vor seinem Tod soll er sich allerdings über einen Weltkrieg Gedanken gemacht haben. Alte Männer, die ihr Leben gelebt haben und deren Kräfte nachlassen, wirken nur noch komisch, wenn sie ihre Eitelkeiten nicht aufgeben. Helmut Schmidt, der Grass und Benedikt an Jahren noch übertrifft, muss immer noch seinen Senf abgeben und sich als sexy Helmut offerieren. Wen interessiert seine Affäre, die er nun endlich preisgegeben hat? Auch der Alt-Bundeskanzler könnte mal übers Sterben nachdenken. Jürgen Klopp hat zwar auch nicht mehr echte Haare auf dem Kopf, doch er ist noch sehr jung im Gegensatz zu den Vorgenannten. Der Trainer legte jedoch einen Abgang hin, den sich manche alte Herren zum Vorbild machen könnten.

Ein Held weiß, wann er gehen muss

Harald Schmidt hat die Bühne verlassen, bevor er in der Erinnerung nicht mehr Harald Schmidt ist, sondern irgendein Erzähler von Witzen, die nicht mehr zünden. Sahra Wagenknecht hat eingesehen, dass sie die Rolle der roten Zora nicht spielen kann und kandidiert nicht mehr. Und auch Papst Franziskus hat mitgeteilt, dass er die Heldenrolle nicht ewig spielen will.

Bekloppt ist, wer bleibt

Menschen in herausgehobenen Positionen verlieren oft den Blick für das, was mal ihre Mission, ihre Aufgabe war. Sie kleben an ihren Stühlen, obwohl sie ihre Sache schon vor langer Zeit erledigt haben. Sie kämpfen um ihr Bleiben, statt sich zu befreien und eine andere Mission zu suchen. So bekloppt ist Jürgen Klopp nicht. Er packt ein und wird sicherlich eine andere Aufgabe finden. So soll es sein! Und das werden auch die Königsblauen aus Gelsenkirchen respektvoll anerkennen.

<emphasize>Thomas Holtbernd</emphasize>



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