Eckhard Bieger

Ich schreibe für explizit.net, weil es eine katholische Präsenz im Internet geben muss, die nicht Kirchenberichterstattung ist, weil die katholische Tradition die Philosophie und damit das Argument schätzt, weil eine weltweite Kirche zu wenig im Bewusstsein in Deutschland präsent ist, weil es Vieles gibt, was man in den Medien nicht findet, jedoch notwendig ist, um Vorgänge nicht nur von ihrer Oberfläche her zu verstehen. explizit.net will jungen Leuten helfen, als Journalisten im Internet ihr Auskommen zu finden.

Ich bin kurz vor dem II. Weltkrieg geboren, seit 1959 Mitglied des Jesuitenordens und habe mich mein Berufsleben lang mit Medien beschäftigt – bis 2003 mit dem Fernsehen und ab dann mit kath.de.

Beiträge von Eckhard Bieger

Weihnachten und sein Stress

(explizit.net) Weihnachten könnte so schön sein, wenn es am 6. Januar gefeiert würde. Wie in Italien und Spanien würden dann erst die Geschenke überreicht. Der Jahreswechsel wäre überstanden und man hätte noch die letzte Dezemberwoche gehabt, um alles abzuschließen. In den ersten Januartagen hätte man dann die Geschenke gekauft. Das hätte gleich für einen guten Start des Einzelhandels gesorgt. Die Leute würden auch mehr Geld ausgeben, denn sie hätten das Jahr noch vor sich, um etwaige Überziehungskredite zurückzuzahlen. Stattdessen mehr Herzinfarkte und Familienstreit, weil alle außer Atem das viel zu früh situierte Weihnachten erreichen mussten.

Freude am Evangelium – Die Impulse des Papstes

180 Seiten zählen manche. Soll man das wirklich lesen? Es müsste sich schon lohnen. Zuerst zum Umfang: Es sind keine 180 eng beschriebenen Seiten, zwischen den Textteilen, oft mehr als zwei auf einer Seite, sind Abstände eingefügt. Inhaltsverzeichnis und Anmerkungen füllen mehrere Seiten. Es bleiben etwa 80 DINA4-Seiten-Text. Aber was wird man hören, verstehen, erfahren? Eigentlich bringt der Papst inhaltlich nichts Neues. Das Ganze ist eingebettet in viele Bibelzitate und weitere 217 Hinweise auf zitierte Dokumente. Er reiht sich in Enzykliken und Schreiben seiner Vorgänger ein. Neu ist auch nicht, dass er kritische Worte zur Überbetonung des Wirtschaftlichen und an der Dominanz des Konsumdenkens findet. Aber auch hier werden allenfalls Phänomene deutlicher benannt. Die Prinzipien der katholischen Soziallehre werden nicht aufgeben, vom Staatskapitalismus ist Franziskus genauso weiter entfernt wie von den Eskapaden der Banken. Was ist also neu und warum liest sich der Text so flüssig.

Advent für die Kirche in Deutschland?

Warum kein Aufbruch in der katholischen Kirche?

(explizit.net)

Priester, die größere Seelsorgeverbünde leiten, sind nicht nur mit vielen Aufgaben belastet, sie beobachten die Auflösung bisheriger Pfarr- und Gemeindestrukturen. Sie sehen sich nicht nur an ihrem eigentlichen priesterlichen Auftrag durch die Managementaufgaben gehindert, sie fühlen sich in diesem Auftrag auch von den Mitgliedern der Kerngemeinde nicht mehr so richtig gewollt. Sie sollen eigentlich das Unternehmen „Kirche“ vor Ort am Laufen halten. Die theologischen Inhalte sind wenig gefragt und die Vielfalt der Aufgaben hindert sie, sich theologisch auf dem Laufenden zu halten. Zudem ist die Struktur der Seelsorgsorganisation so ausdifferenziert, dass es einen braucht, der den Überblick behält. Das ist der leitende Pfarrer eines Seelsorgebereiches. Diese Aufgaben beanspruchen nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Warum führen aber die neuen Strukturen, d.h. die Räume, die weit größer sind als der Umkreis des bisherigen Kirchturms, nicht zu einem Aufbruch und warum ist das Leitwort des Mannheimer Katholikentages 2012 „Einen neuen Aufbruch wagen“ ein leeres Versprechen geblieben?

Wirtschaft: Portugal – eine verlorene junge Generation

(explizit.net) Arbeitsmarkt produziert eine verlorene junge Generation - die Verfassung versperrt den Weg in die Zukunft

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Wie in Spanien ist vor allem die Jugend von der Finanzkrise betroffen, weil sie faktisch vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen wird. Das führt zu einem Gefühl der Aussichtslosigkeit, dass ihnen die Zukunft genommen wird. In Portugal gibt es einen tiefen Graben zwischen denen, die Arbeit haben und denen, die vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind. Der Kirche kommt in dieser prekären Situation eine wichtige Aufgabe des sozialen Ausgleichs zu. Zuerst soll jedoch der Ausgangspunkt der Finanzkrise, aus der eine soziale Krise geworden ist, erklärt werden.

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